Beiträge von odd-meter1701

    Wer so etwas ausprobieren möchte mit einem alten Becken: Flex, Feile, Sandpapier und eine Viertelstunde Zeit, dann hat man sein eigenes Vieleck. Leider trauen sich viele Kollegen nicht an die Bearbeitung von Becken, dabei ist das kein Hexenwerk und bringt oft sehr schöne Ergebnisse, Klanglich wie optisch.

    Sehr netter Fred!

    Die Qualität der alten NewSoundHardware ist mE tatsächlich nicht schlecht, und oft kompatibel zu den großen Marken. Es dürfte sich oftmals um Originalhardware handeln von Auslaufmodellen. Ich habe mir auch zwei solcher Snares (in wirklich sehr gutem Zustand) zugelegt als Ersatzteillager (unter anderem auch, um eine alte Swingstar von Tama (Snare-Geheimtipp) optisch mit den KingBeat-Lugs aufzupeppen (z.B.: 1970s Tama 6.5x14 King Beat Snare Drum | Hawthorne Drum Shop | Reverb ). Aber eigentlich ist es schade ...

    Jedenfalls klasse, dass letsRock uns an seinen Unternehmungen teilhaben lässt!

    Grundsätzlich schadet Leinöl nicht, weder beim Bubinga noch beim Silverstar. Aber: Reines Leinöl trocknet nicht, sondern klebt. Halböl (Leinöl und Terpentinersatz zu gleichen Teilen) trocknet zwar, aber es riecht noch sehr lange und klebt, wenn zu viel aufgetragen wird. Der Lappen, mit dem man das Öl einreibt oder die Überschüsse entfernt, entzündet sich , wenn er nicht ausgebreitet getrocknet wird. Ich hätte fast mal meinen Neubau abgefackelt ... Ich würde Poliboy oder so etwas nehmen, oder Bienenwachs, alternativ auch Bohnerwachs.

    @gesüchd:


    LestRock hat 20102 zu den Toscos geschrieben:


    Hier http://www.drummerforum.de/forum/2531-tosco-becken.html
    und da auch http://www1.sticks.de/magazine/9810/tosco.htm
    steht folgendes:


    HISTORISCHES
    Sicherlich ist Cymbal-Kennern noch die alte Tosco Company aus Pistoia in Italien ein Begriff. 1973 gegründet von Spadacini und Buiani (letzterer ein Enkel des UFIP-Cymbal-Schmieds Rosati und selbst Teilhaber dieser Firma), stellte die Tosco Company Cymbals aus der „klassischen" B20-Bronze-Legierung her (20% Zinn, 80% Kupfer). Laut Aussagen von Giovanni Spadacini setzte Tosco allerdings zunächst nicht den speziellen, in Italien vor allem von UFIP angewandten „Rotocasting"-Prozeß ein (ein Gußverfahren, bei dem die geschmolzene Cymbal-Bronze in eine rotierende Gußform eingelassen wird), sondern eine konventionelle Gußmethode. Tosco stellte zwei Cymbal-Serien (eine hand- und eine maschinen-gehämmerte) her; später kam die handgehämmerte „Super T"-Serie hinzu, bei der mit dem sogenannten „Spin Cast"-Verfahren eine neue, dem „Rotocasting" sehr ähnliche Gußmethode eingesetzt wurde, die dünnere Rohlinge und auch eine hochwertigere Verarbeitung sowie höhere Klangqualität ermöglichte. Außerdem kam noch die „Solaris"-Cymbal-Serie aus B8-Bronze hinzu.


    1980 hatten die Firmengründer ihre Anteile an Robert Zildjian von Sabian verkauft; Buiani verließ Tosco und auch Spadacini ging 1983 zu UFIP zurück. 1986 wurde die italienische Tosco Compnay geschlossen. Von 1982 bis 1985 allerdings verkaufte Sabian unter der Bezeichnung Sabian B20 „Tosco by Sabian"-Cymbals in den USA.


    1998 nun gründeten Bill Zildjian (einer Roberts Söhne und Präsident der Cymco Cymbal-Compnay aus New England) und Alan Poster (Präsident der Firma Ace Products aus Kalifornien) die amerikanische Tosco Cymbal Company. In einer neuen Cymbal-Fabrik mit modernsten Anlagen werden nun die Tosco „Original Design"-Cymbals unter der Leitung von Bill Zildjian hergestellt, und mit Musik Meyer in Marburg fand sich ein deutscher Vertrieb, von dem uns einige Modelle für diesen Test zur Verfügung gestellt wurden.



    Aus der Erinnerung schreibe ich noch dazu: Tosco wurde dann von Sabian aufgekauft, es wurden Becken sowohl in B20-Legierung als auch B8 oder Messingbecken maschinell gefertigt. Ich habe einen Satz dieser neuen B20-er Toscos in meinem Nachbarort gekauft (klein ist die Welt), die Becken sind nicht schlecht, eher fein im Klang, mir gefallen die handgehämmerten Super T´s aber um Längen besser.

    2019 (ihr erinnert euch an das letzte Jahr, in welchem man noch uneingeschränkt auftreten durfte) habe ich viel und oft mit verschiedenen Ensembles gespielt, von Weltmusik über Jazz, Funk, Soul und Blues bis hin zu Brass-Pop. Weil ich gerne die Auftritte mit jeweils passendem Equipment spiele habe ich eben auch mal wieder meine Tosco Super T-Becken rausgekramt, die ich mir vor vielen Jahren als Set (20, 14, 14, 10, 2x14) bei Session-Music in Walldorf gekauft habe, als die noch in dem kleinen Schuppen residierten. Und ich war so begeistert, dass ich sie zu mehreren sehr verschiedenen musikalischen Events gespielt habe, und siehe da, es hat immer wunderbar funktioniert, die Becken klingen in jedem meiner surroundings klasse. Die Konkurrenz ist groß, ich habe ziemlich viele Becken renommierter Marken, und doch sind sie wieder in den engen Kreis meiner Lieblingsbecken aufgestiegen. Es waren ja, in Italien gefertigt, nach meiner Ansicht die zweitbesten Becken, die man sich aus italienischer Herkunft kaufen konnte. Leider sieht man sie selten, aber wenn euch eines unterkommt, müsst ihr es unbedingt ausprobieren.

    Wenn man einen tollen Holzkessel will, der nicht von der Stange kommt, dann ist man bei Bruzzi bestens bedient! Es ehrt Dich ja, dass Du keine Eigenwerbung betreibst, aber die Preise, die ich kenne, sind überaus konkurrenzfähig. Von der Qualität wollen wir mal gar nicht reden.

    Wenn man es geschickt anstellt, der Kessel nicht zu hoch ist und die vorgebohrten Löcher weitgenug auseinanderliegen, kann man beispielsweise die hintere Bohrung als vordere Bohrung verwenden, an der ursprünglichen vorderen Bohrung den Kessel ablängen. Oder man lässt eine Seite und kürzt den Kessel so, dass die Bohrungen der anderen Seite wegfallen. Man kann die Bugs auch versetzt zueinander anbringen, muss dann aber mit dem Snarebed, dem Strainer etc aufpassen (man darf sich nur an der unteren Kesselseite orientieren beim Abmessen (ich habe das schon einmal nicht beachtet, daher der Hinweis. Falls das nicht hinhaut: man kann Löcher problemlos dübeln (Holzdübel gibt es in jedem Baumarkt) und damit verschließen.

    Wenn es nur ums Ausprobieren geht und insbesondere bei einem ersten Projekt empfehle ich eine stabile 13-er Tom. Die sind wenig begehrt, weshalb man für wenig Geld einen tollen Kessel und gute Hardware bekommen kann. Ich habe mir mal für ein paar Euro einen Mapex Orion-Kessel in der Bucht gekauft, das hat letztlich sogar zwei Snares gegeben, eine "normale" und eine Piccolo. Wenn es gute Einzelböckchen sind und die Spannreifen von guter Qualität, reichen durchaus auch die vorhandenen 6 Lugs auf jeder Seite aus. Die Kessel kann man kürzen, und man braucht nur noch ein Reso, Snareteppich, Strainer und Buttend. Einige meiner Lieblingssnares sind tatsächlich solche 13-er, gerade in kleineren Formationen reichen die vom Volumen / Lautstärke her völlig aus.

    Es ist ein Tromsa-Set. Die Kessel sind dünnwandig, sie haben aber Verstärkungsringe. Nur waren die Trommeln, die mir bislang untergekommen sind, jeweils nicht plan abgelängt und es war nur eine schwach ausgeprägte Gratung angebracht. Wenn man sich Mühe gibt, die Kessel plan schleift und die Gratung nacharbeitet oder gar auf 30 oder 45 Grad bringt, bekommt ein sehr leichtes, schön klingendes Set. Auf dem abgebildeten Set scheinen auch Standardfelle zu passen, die mitverkauften Becken klingen besser als die heute üblichen Messingbleche. Also nix wie ran!

    Umbauen / sebst bauen ist eine tolle Sache. Speziell diesen Kessel würde ich Dir aber nicht empfehlen, es steht zwar Sonor drauf, es ist letztlich aber ein Billigkessel. Ob er tatsächlich gut gearbeitet ist, wirst Du erst sehen, wenn er auf Deiner Arbeitsfläche liegt. Natürlich kannst Du auch Löcher bohren, die Dir gefallen, allerdings einen anderen Lochabstand haben. Aber die alten Löcher bekommst Du nicht geschlossen (jedenfalls nicht als Heimwerker). Das ist technisch auch nicht schlimm, optisch aber suboptimal. Falls das Snarebed aber nicht gut gearbeitet ist (oder nicht an der richtigen Stelle sitzt, was jedenfalls bei Holzsnares, auch von Sonor, schon mal vorkommt, hast Du keine Chance, und einen verbogenen Kessel wieder rund zu bekommen ist gar nicht so einfach (ich habe dafür schon mal einen Wagenheber genutzt, das ging dann ganz gut).


    Überleg Dir doch, ob Du nicht eine Snare aus einem Holzkessel baust. Löcher sind schnell gebohrt oder geschlossen, die Kessel auf die gewünschte Lange gekürzt, Snarebeds lassen sich verändern, Gratungen lassen sich nacharbeiten, durch eine Innenscheibe kannst Du den Kessel zur Not rund machen, Du kannst umlackieren, folieren, furnieren, beizen etc. Und dann hast Du tatsächlich einen "Eigenbau".


    In jedem Fall: mit jedem Projekt lernst Du dazu. Viel Freude!