hm, interessantes Thema!
Also meine Gedanken dazu, da ich ja die meiste Zeit meines Lebens noch Otto-Normalverbraucher war und erst seit kurzem Schlagzeuger:
Ich sehe da 2 Punkte:
1) so wie du schon festgestellt hast, hört Otto-Normalverbraucher das nicht raus. Aaaaber: würde es fehlen, würde Otto-Normalverbraucher den Unterschied wohl schon hören oder zumindest fühlen/wahrnehmen (zumindest wenn Otto es direkt im Vergleich hört). Ich denke, das ist wie beim Bass. Bassisten sind ja zuweilen auch eher frustriert, weil man sie kaum wahrnimmt, ja sie sogar manchmal als die am wenigsten notwendigen Bandmitglieder betrachtet. Doch wenn der Bass nicht da ist, fehlt was. Das ist mehr so ein nicht-bewusstes Hören/Wahrnehmen.
Klar, gefällt der Song auch ohne Gefrickel, aber das gewisse etwas - die Würze - ist das Gefrickel meist schon. Manchmal kanns natürlich auch ZU viel sein, aber in den von dir angesprochenen Beispielen wohl eher nicht.
2) spielen junge Schlagzeuger zu viel?
Jein. Ich denke - und das ist etwas, was ich laaaangsam bei mir beginne festzustellen, obwohl ich noch sehr weit von "zu viel" entfernt bin - dass man, sobald man etwas "kann" oder halbwegs kann, nicht nur anderen zeigen will, dass man es kann, sondern auch sich selbst. Das ist schon irgendwie befriedigend, wenn man was schafft, was man vor einiger Zeit noch nicht geschafft hätte.
Im Laufe der Jahre wird dieses Gefrickel möglicherweise (so weit bin ich noch lang nicht
) so selbstverständlich, man betrachtet es nicht mehr als etwas besonders schwieriges, sodass es inflationär wird und man lässt es weg. Oder wird einfach zu faul
weniger ist zwar oft mehr, aber nicht immer. Jedenfalls verändert es den Charakter des Grooves, das Feeling des Songs, wenn man weniger Gefrickel spielt. Das eine ist weder besser noch schlechter als das andere. Es ist halt einfach anders. Ich glaub nicht, dass es per se was mit dem Alter zu tun hat, sondern einfach mit der laaaaangjährigen Erfahrung (eben, dass es inflationär wird, wenn man immer/jahrelang frickelt, für sich selbst). Oder so.
Gibt sicher noch andere Ansätze/Gründe, aber das war mal das, was mir dabei durch den Kopf ging 