Erfahrungswert: Oft kommt es beim Bandfinden gar nicht so sehr darauf an, wie (weit) fortgeschritten man ist. Gerade im Bandkontext sind die sog. Softskills wie Persönlichkeit / Charakter, Kompatibilität mit dem Rest der Truppe, Motivation, Auftreten etc. oft viel ausschlaggebender (bzw. wenn´s nicht passt im wahrsten Sinne Ausschlag gebender
), als Können am Set. Kommt nat. auch auf die Musik an. Für gewisse Stilistiken muss man nat. schon einiges können, um sie halbwegs adäquat zu bedienen, aber in einer gemütlichen Combo, die ein paar Rolling Stones Nummern dudelt, kann man schon recht bald mithalten.
+1
Siehe mein persönlicher Weg: Ich bin nach nur 4 Monaten in eine Band eingestiegen, die damals nur einen Drummer fürn Proberaum gesucht hat, also quasi ein lebendiges Metronom. Sie brauchten nur jemanden, der ihnen "den Rhythmus klopft", und weils halt mit Schlagzeug vollständiger klingt und cooler is
Da dachte ich, ok, bummtschak, also Rhythmus klopfen, geht schon so halbwegs. Ich konnte noch GAR KEINE Fills, hab nicht mal alle 4 Takte die 1 am Crash gemacht. Die Band bestand damals schon gut 10 Jahre (mit vereinzelten Besetzungswechseln, am öftesten wechselten sie den Drummer).
Was soll ich sagen, inzwischen hab ich die fast schon relativ überholt, also was die Funktionalität innerhalb einer Band betrifft. Natürlich kann der Gitarrist mehr Akkorde als ich Beats und Fills kann, aber fürs Zusammenspiel und das Chaos im Zaum zu halten bin ich inzwischen schon eine recht große Hilfe für die und mein songdienliches Spiel reicht auf jeden Fall aus und ich schaffs auch mit denen mitzuhalten, wenn wir neue Songs entwerfen. Meine Band ist aber auch nur so eine Hobbyband ohne große Ansprüche. Ich schaffs aber auch bei Jamsessions mich wacker durchzuschlagen, außer die spielen irgendwie wirres Zeug. Hab schon auch mit anderen Musikern herumgedaddelt, langt allemal. Die hören eh nicht hin, ob ich da komplizierte Fills mach, die konzentrieren sich eh auf ihre eigenen Impros
hauptsache, sie hören einen Rhythmus raus und es is eine Art Taktgeber da und alle 4 Takte irgendwas, das ihnen Struktur gibt.
Demnach wäre ich schon längst am fortgeschrittenen Weg nach Olivers Definition, fühl mich aber nicht danach, da fehlt für mein Gefühl noch einiges.
Immer rein ins Bandgetümmel. Aus jeder Erfahrung wird man klüger, man wächst und lernt vor allem...
YES!