Um sich den groben Fahrplan eines 0815 Pop/Rocksongs drauf zu schaffen sollten 100x Anhören jedenfalls nicht nötig sein, denke ich. Eher ein paar Mal Anhören, Notizen machen und den Song am Drumset so oft mitspielen, bis man die Notizen nicht mehr braucht. Dann erst mit der Band proben. Die Bandkollegen werden sich freuen 
Schon klar, es gibt Ausreißer nach oben und unten. Und nicht immer kann man so agieren wie im von dir genannten Idealfall.
2 Beispiele: In meiner Coverband steht "The man who sold the world" auf der Setlist. Ein song, den ich bis dahin noch nie im Leben gehört hatte. Die Band meinte bei einer Probe, sie spielen den einfach mal und ich soll halt dazuklopfen, was mir einfällt. Das war dann vom Groove her ziemlich exakt das, was im Original gespielt wird. Daheim hörte ich mir dann den Song "im Original" an, wusste da aber noch nicht, dass es eine Version von D.Bowie (Original) und ein weitaus bekannteres Cover von Nirvana gab. Das erste, was Google/Youtube ausgespuckt hat, war das von Nirvana (ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass es eine Bowie-Version gab und dass die Band diese spielen will). Also hab ich mir die Nirvana Version angehört, bin draufgekommen, dass das ziemlich einfach ist, und hab mir nur angeschaut, wie lang die Pause ist. Die ist bei Nirvana ganze 2 Takte lang. Also spielte ich das so bei der nächsten Probe und kam ins Diskutieren mit der Band... ja, weil beim Bowie ist das nur 1,5 Takte lang (oder halt ein 4/4 Takt plus ein 2/4 Takt), und (Takte) zählen ist ja nun meist keine Stärke von Gitarristen & Co, daher erst mal die Diskussion... Da der Song ansonsten easycheesy ist, hab ich mir das Original vielleicht insgesamt 5x angehört, mit halbem Ohr.
Ganz anders gehts mir da bei Songs wie "Warrior" von Wishbone Ash (eine Nummer, die mir bis vor wenigen Monaten komplett unbekannt war)... das ist eine ganz andere Liga (für mich). Und da gehts der Band auch um Details, die mir nicht mal aufgefallen sind bei den ersten paar Mal anhören des Originals. Zb. kommt da im Schlussteil bei jedem 2. Takt ein Crash auf der 4& (aber nur im Refrain). Das hat den Leadgitarristen voll gestört/irritiert, dass ich das ausgelassen hab
da muss ich schon einige Male reinhören, damit ich mir das merk. Takte zählen ist mir da ein bissi zu viel, ich habs lieber, wenn ich das schon quasi im Blut hab. Auch das BD-Muster ändert sich da im Wechsel bei verschiedenen Teilen, da kommt im letzten Teil 4x Refrain mit dazwischen immer Solo-/Instrumentalparts, und beim Refrain ist der Groove anders als bei den Soli.
Das waren jetzt mal nur 2 konkrete Beispiele.
Ich muss bei denen auch in - für mich - recht kurzer Zeit viele Songs lernen, das ist auch nicht so einfach für mich, vor allem, da ich mindestens die Hälfte der Songs vorher nicht kannte. Und viele gehen eben nicht durchgehend mit demselben Groove, die meisten haben verschiedene Parts und auch viele Stops/Pausen. Es nützt mir auch nicht viel, die Originale auswendig zu lernen, da die in fast jeden Song mehrere Soli einbauen (mal der Mundharmonikaspieler, der sich mit der Leadgitarre "duelliert", dann wieder Bass und LeadGitarre... dazwischen immer wieder mal kurz eine Strophe plus Refrain...), hierfür haben wir aber auch vom Bandleader ausgearbeitete "Leadsheets", die natürlich nicht für Drums wirklich brauchbar sind, aber zumindest der Text steht da auf einem A4 Zettel, und daneben steht, ob es Refrain, Strophe, Solo, oder sonst ein Teil ist. Und was es heißt, wenn ein Gitarrist schreibt "4x", wissen wir ja, dass das was anderes ist als das, was drummer unter 4x verstehen
Ich versuch mir auf diesem Zettel Notizen für mich dazu zu machen, verliere dann aber immer die Stelle, wo wir gerade sind während dem Spielen, da ich nicht stäääändig auf den Zettel starre und das außerdem zu viel Information ist mit dem ganzen Text usw. Bis ich entziffern kann, was da steht, sind wir schon 4 Takte weiter 
Ideal und Realität liegen manchmal weit auseinander...
Ganz anders ist das bei den Nicht-Coverbands. Da hab und brauch ich keine Notizen, weil ich da ja entweder an den Songs mitgeschrieben hab oder sie eben so spiele, wie ich es im Gefühl hab. Da gibts nur manchmal Probleme mit der Struktur, die aber oft am Sänger liegen. Zb. haben wir einen Song, wo wir nach der 4. Strophe den Refrain doppelt so lang spielen. Damit nicht jeder mitzählen muss, merken wir uns ein bestimmtes Wort, das in der 4. Strophe vorkommt, und alle wissen dann, aha, jetzt kommt der lange Refrain. Tja, außer der Sänger vertauscht die Strophen... dann sind wir uns nicht einig, ob wir jetzt den kurzen oder langen Refrain spielen, wenn er den Text der 4. Strophe in die 3. einbaut 
Zu den Leise-Sets noch:
Ich hab daheim ein echtes (also akustisches) Schlagzeug (allerdings im Keller, somit fällt ziemlich der Trittschall weg), einstweilen noch mit soundoff-Lappen auf den Toms und Snare (wenig realistisches Spielgefühl und Sound), und die Zildjian L80 Lochbecken. Um ein bissi mehr Rebound zu simulieren, spiel ich die Lappen mit HotRods, die federn etwas mehr ab von den Lappen. Hab mir aber vor kurzem die RTOM Black Hole bestellt (so Art Mesh Heads), die aber erst im Juli geliefert werden, um sowohl Spielgefühl als auch Sound zu verbessern. Sind zwar ziemlich teuer, aber ich hab mir durch den Lockdown so viel Geld erspart, dass ich jetzt einfach mal meinen Beitrag zur Wiederbelebung der Wirtschaft leiste 