Aaaalso...
Da ich seit Spätsommer vergangenen Jahres überzeugter Nutzer von Hinter-Ohr-Hörgeräten bin (ich glaube, ich konnte noch nie so gut hören, wie jetzt), habe ich in der Zwischenzeit auch Erfahrungen mit dem Gebrauch von verschiedenen Kopfhörer-Bauweisen gesammelt. Unkritisch sind Ohrpolster, die über das ganze Ohr gehen, die das Ohr quasi in einen geschlossenen Raum einschließen. Hörer, die nur auf dem Ohr aufliegen sind dagegen für mich eigentlich unbrauchbar, weil die Hörgeräte nichts davon mitbekommen und die Gehörgänge eh schon "besetzt" sind. Ich höre damit zwar noch etwas, aber eben ziemlich dumpf.
Die verwendeten Silutions-Funk-Kopfhörer bei "The Grand Jam" sind nun aber leider solche aufliegenden Teile. Ideal wäre ein Bodypack gewesen, was dann einen Über-Ohr-Kopfhörer meiner Wahl versorgt hätte. Gibt's da aber nicht.
Also überlegte ich, wie ich den Silutions-Hörer anders anzapfen könnte. Glücklicherweise hatte ich kürzlich das Haus meiner Eltern ausgeräumt, wo mir ein Glaskopf aus den 80ern in die Hände fiel. Also experimentierte ich mit einem Lavalier-Mikrofon, das zwischen einer Kapsel eines Kopfhörers und dem Glaskopf steckte und somit ein Ohr simulierte.
Das Mikrofon belieferte einen Mikrofoneingang eines akkubetriebenen (Strom gab es für Drummer nicht) Mischpultes, an dem ich nun meine InEars anschließen und Pegel und Frequenzkurven nach Belieben einstellen konnte.
Zu Hause im Wohnzimmer klappte das überraschend gut. Unsicherheitsfaktor war nur der Höllenlärm, den angestrebte 999 andere Musiker auch noch erzeugen würden.
Vor Ort in Frankfurt packte ich den Glaskopf noch zur Entkopplung auf eine Schaumstoff-Unterlage und stülpte das Case meines Floortoms darüber. Auch dies klappte zu meiner Verwunderung echt gut. Da ich bei der Gelegenheit mein Set noch mit einem Stereo-Overhead, einem Snare-Bottom-Mic und einem Bassdrum-Mikro abgenommen habe und meine InEars gut "dicht" waren, klang es für mich fast so, als würde ich für mich alleine spielen.
Als Mischpult hatte ich das Zoom LiveTrack L-8 am Start, was dann wiederum als Abfallprodukt eine Aufnahme aller 5 verwendeten Spuren ermöglichte.
Zur Veranschaulichung habe ich zwei Bilder und ein Hörbeispiel (nachträglich zu Hause gemischt) anhängt.


Ist das einigermaßen verständlich erklärt?