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Original von rapid
Die Wahrheit -> Deine Wahrheit
Unabhängig von welchem Glauben oder Nichglauben auch immer: Können wir uns soweit einigen, dass es eine von meiner (und deiner) persönlich Wahrnehmung und Existenz unabhängige Wahrheit gibt? Dass es Dinge gibt, die sich der menschlichen Wahrnehmung entziehen, aber trotzdem existieren? Wie z.B. die Molekularbwegung? Dann darf ich wohl von Wahrheit reden. Andere behaupten, die Urknalltheorie sei die Wahrheit. Der Begriff wird allgemein sehr breit eingesetzt, das beanspruche ich auch für mich.
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Original von rapid
Alleine schon von 'Wahrheit' zu sprechen, empfinde ich als
intolerant.
Jo, das ist sicher intolerant. Und das ist gut so. Die ganze, auf der Nationalsozialismuserfahrung gegründete, 68er-Toleranzsosse hat uns dahin gebracht, zu denken, alles sei schon irgendwie in Ordnung und deshalb bezieht man ungern Position. Ich will mir nicht Standpunkte anderer zu Eigen machen nach dem Motto "Das kann man aber auch so sehen....", jedenfalls nicht in dieser Sache.
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Original von rapid
Du hast keine Lust, dich mit anderem auseinanderzusetzen.
Ich will mich nicht mit Religionen anderer auseinanderzusetzen. Ich beschäftige mich nicht mit Aurafotos, magischen Steinen, Buddha oder Mohammed bzw. nicht mit der Denke , die dahinter steht. Das ist eine Entscheidung. Dabei unterscheide ich zwischen Glauben und Religion.
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Original von rapid
Religion wieder als Basis zu Intoleranz und sogar Faulheit?
Faulheit ist für mich etwas anderes. Ich habe mich nur entschieden, was wichtig für mich ist und was nicht.
Die Entscheidung, mich nicht allem auszusetzen, habe ich im Übrigen gefällt, bevor ich zum Glauben kam, sie kann daher auch z.T. unabhängig davon betrachtet werden. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre von Neil Postman "Wir amüsieren uns zu Tode".
Wenn ich es zulasse, dass mich z.B. aktuelle Nachrichten oder Steuerpolitik (oder was auch immer) sehr beschäftigen, dann werde ich unfrei. Das meiste, was uns da täglich präsentiert wird ist gedacht, um Angst zu machen. Angst vor Arbeitslosigkeit, Krieg, Mangel oder der Zukunft im Allgemeinen und speziellen. Teile und Herrsche. Dem entziehe ich mich. Angst lähmt und ich will mich bewegen. Das für meine persönlichen Entscheidungen relevanteste an Nachrichten ist der Wetterbericht. Danach treffe ich die Entscheidung, Leute zum Grillen einzuladen oder besser nicht.
Ich habe sehr wohl zu verschiedenen gesellschaftlichen Problemlagen eine dezidierte Meinung und verschliesse mich da auch nicht dem kritischen Dialog, aber es gibt Dinge, über die ich letztlich nicht diskutiere.
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Original von rapid
Bedarf sich einer möglichst perfekten Meinungsbildung
(was natürlich zu 100% nicht möglich ist, da Zeitaufwand
und zugegebenermassen auch Beeinflussung) denn nicht,
viele Seiten zu betrachten, um sie für sich OFFEN und KRITISCH
gegeneinander abzuwägen?
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Für manches ja, für anderes nicht, sh. oben.
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Original von rapid
Ist denn Kommunikation, auch mit Anderstdenkenden für dich
etwas Schlechtes?
Nicht per se, aber ich setze da Grenzen. Ich mache mir Gedankengut meines Gegenübers nicht ohne Weiteres zu Eigen.
Mir geht der Hut hoch, wenn man darüber redet, ob der Staat für moslemische Glaubensgemeinschaften Steuern eintreiben soll. HALLO! Wo leben wir denn !??!
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Original von rapid
Bedeutet (ehrliche) Kommunikation denn nicht, sich mit fremden
Lebensinhalten auseinanderzusetzen?
Diese verbietet aber doch schon von sich aus von Wahrheit
zu sprechen UND verpflichtet natürlich echtes Interesse
an anderen Einstellungen und Meinungen zum Thema Glauben.
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Das Interesse daran ist in meinem Fall tatsächlich beschränkt. Das bedeutet nicht, dass ich mit einem Menschen anderer Glaubenseinstellung nicht spreche, aber ich geh auch nicht so tief rein. Letzliche kommt es auf Meinungen nicht an, sondern auf Wahrheit, aber das hatten wir ja schon.
Ich unterscheide da auch genau zwischen dem Menschen selbst, der immer Interesse verdient hat, und seinen Einstellungen.
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Original von rapid
Diese Offenheit bemängel ich an (fast) ALLEN Religionen.
OK. Kann ich mit leben.
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Original von rapid
Obige Punkte beherzigend, würden doch aus (von sich eh schon
behauptende) guten Menschen noch bessere 
Ist das nicht im Interesse (wie in deinem Fall) des Christentums?
Ich glaube nicht dass der Mensch gut ist. Dieser Gedanke ist humanistisch und ist in meinen Augen durch Erfahrung widerlegt.
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Original von rapid
Leben und leben lassen, dann wäre die Welt eine friedlichere
gewesen, wäre momentan eine friedlichere und würde für
immer eine friedlichere bleiben.
Du kannst sicher sein, dass ich für meinen Standpunkt NICHT losgehen und Sprengkörper zünden werde oder irgendwie anders gewalltätige Wege suchen werde, um andere von der richtigkeit meines Standpunktes zu überzeugen. Ich werde auch weder dich noch andere verurteilen, weil sie anders denken oder handeln. Trotzdem werde ich auch zukünftig für meinen Standpunkt einstehen.
Nils