Alles anzeigenUnd noch eine Ergänzung von mir:
"Feel" hat nichts mit Theorie und Noten zu tun. "Feel" ist eine rein praktische Sache, über die man nicht nachdenkt.
Meiner Meinung nach sind (Schlagzeug-)noten auch nicht mit Schriftsprache vergleichbar bzw. das eigentliche Musizieren nicht mit Sprechen.
Musik macht man mit den Ohren und mit dem Gefühl. Es geht um Emotionen. Das spielerische Können ist letztendlich nur das Handwerk, das Mittel für den Ausdruck.
Für die meisten HobbytrommlerInnen mag das tatsächlich so sein. Ich spiele auch oft unreflektiert, wie es mir grad so gefällt.
Wenn man sich allerdings fragt, woraus dieses "Feel" eigentlich besteht, kommt man auf die Hauptfaktoren innere Dynamik und kleine, systematische zeitliche Abweichungen bestimmter Schläge von der exakten Position im Takt.
Innere Dynamik ist etwas, mit dem man sich auch im Hobbybereich mal beschäftigen sollte. Fragen wie "Wie laut spiele ich Ghostnotes?", "Wie laut muss die Bassdrum im Verhältnis zu Snare gespielt werden?", "Wie kriege ich die Hihat zum Grooven?" gehören dazu.
Die zeitlichen Abweichungen von der exakten Position im Takt sind schwieriger zu trainieren. Ich habe schon Trommler erlebt, die das sehr gut kontrollieren können, die einzelne Instrumente des Sets gezielt vor oder hinter der Time spielen können. Auch das sog. Inbetween Feel gehört dazu, also das, was man z.B. für New Orleans-mäßige Musik braucht. Das sind nämlich keine exakten Triolenshuffles, aber auch keine geraden 8-tel, sondern eben dazwischen. Phil Maturano hat bei einem Workshop mal vorgeführt wie man diesen Shufflegrad stufenlos von geraden 8teln zu hart getackerten triolischen Shuffels variieren kann.




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