Auch das Lernen muss man üben. Sich neues Material draufzuschaffen ist ebenso ein Musikermuskel, wie Rudiments, Dynamik oder Fußtechnik. Ich hatte vor vielen Jahren einen Job in einer Tanz- und Showband mit ungefähr 500 Stücken im Programm. Damals habe ich gelernt, mir schnell viele Stücke zu erarbeiten. Alle paar Jahre nehme ich mal einen Aushilfsjob für einen anderen Trommler an, bei dem ich dann in wenigen Tagen ein ganzes Programm lernen muss, auch um diesen Muskel nicht verkümmern zu lassen.
Beiträge von nils
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Verlustbehaftete Codierung sollte bei halbwegs gängiger Bitrate nicht unter 16kHz abfallen
Ja, sofern man 24-Bit und mind. 44,1 kHz sampelt, sollte nix passieren.
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Ich habe mal mit einen Schlagzeugbauer telefoniert. ich weiß nicht mehr wer es war. Der meinte ein Schlagzeug ist kein akustisches Instrument.
Denn kenn ich. Er hat ja schon Recht. Die richtig alten Vintage-Kisten sind meist sehr leicht gebaut, dünne Kessel mit Verstärkungsringen, damit die wenig Attack und viel Ton produzieren. Mit der üppigeren Mikrofonierung ab den späten 1960ern war das nicht mehr so wichtig und man hat möglichst dicke Kessel gebaut, die am Mikro viel Attack produzieren. Das klingt rein akustisch anders und aus Sicht des zitierten Trommelbauers semioptimal, deswegen schließt er, dass diese Trommeln für die Mikrofonierung entworfen wurden, daher also semi-Akustische Instrumente sind. Ich finde das durchaus nachvollziehbar.
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Danke, Nils!
Ok, ich mache es bisher so:
- analoge Aufnahme ohne Eingriffe übertragen und als Datei sichern
- Kopie dieser Roh-Datei (mit neuem Namen) erstellen
- Digitale Bearbeitungen an der Kopie starten
Zum 3. Schritt fehlt mir das Wissen und die Erfahrung. Ich meine genauer die logische Reihenfolge der Eingriffe: Pegel, Höhen und Bässe, Raumklang, evetuell doch vorsichtig einen Kompressor (?) Mehr will ich ja nicht an den Bandaufnahmen verändern. Das übliche Rauschen und analoge (leichte) Übersteuerungen sind ja Willkommen.
So würde ich das grundsätzlich auch machen. Ein paar Dinge gebe ich zu bedenken:
zu 1. Die analoge Aufnahme sollte möglichst so hoch ausgesteuert sein, dass der Pegel in die Bandsättigung läuft, also leicht übersteuert. Bei der Übertragung, also A/D-Wandlung, darf der Eingang des Wandlers NIEMALS übersteuert werden, das klingt richtig übel.
zu 2. Genau, kein Backup - kein Mitleid.
zu 3. Ich beginne immer mit einer Normalisierung. Diese entfernt den Gleichspannungsanteil aus dem Signal und hebt den Pegel der einzelnen Spuren an den gewählten Max-Pegel an. Ich arbeite meistens mit -1dB. Der Vorteil ist, dass die nachgeschalteten Bearbeitungen auf einem genormten Pegel stattfinden und sich deshalb besser vorhersehen lässt, was rauskommt. Ich mag Audacity, auch wenn es Schwächen hat, aber der Tipp mit Reaper ist gut, denn damit kann man die Wirkung der Effekte in Echtzeit beobachten. Welche Bearbeitung man wirklich will kann man so gut herausfinden. Audacity rendert ja nur, also muss erst alles berechnet werden und dann kann man es hören.
P.S. Nils, ich habe Dein Buch zum Stimmen von Trommeln vor sehr vielen Jahren gekauft. Lese heute noch öfter darin nach. Damals dachte ich: Das hat ein Jurist geschrieben. Wegen der Art des Aufbaues und der Formulierungen.
Habe mich doch nicht geirrt über Deine Berufswahl?
Nein, ich bin kein Jurist. Tatsächlich habe ich mal Elektrotechnik studiert, leider nicht erfolgreich zu Ende, hab aber trotzdem etwas daraus mitgenommen. Der Aufbau entspricht meiner Arbeitsweise, zuerst die gesamte Struktur mit allen kleinteiligen Kapiteln festzulegen, also erst mal einen roten Faden zu erzeugen, und dann den Inhalt in passenden Häppchen einzufügen.
P.S.: Ich habe auch ein Buch über das Aufnehmen von Trommeln geschrieben, vielleicht könnte dir das auch etwas helfen.
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Hi Christian,
bei entsprechenden Pegelspitzen wirkt so eine automatische Aussteuerung, wie ein langsamer Kompressor. Aus meiner Erfahrung ist JEDE Klangbearbeitung im Aufnahmeweg von Übel, man sollte immer das komplett unbeeinflusste Primärsignal aufzeichnen und erst im Nachgang bearbeiten. Wenn man extreme Lautstärkespitzen erwartet, kann man ja einen Limiter einschleifen, aber man sollte sich immer bewusst machen, dass man Bearbeitungen im Aufnahmeweg kaum mehr rückgängig machen kann.
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"Overplayed Kitsch" triffts da schon besser.
Auf den Punkt.
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Beim 12/8tel Blues hatte ich allerdings den Eindruck, dass ein Kompressor am Werk ist, weil das Ride nach einem Snareschlag immer etwas leiser wird.
Kann das nicht auch an der automatischen Aussteuerung liegen?
Ja, wenn es denn eine solche geben sollte. Ich würde eine autom. Aussteuerung grundsätzlich ausschalten, wenn ich Trommeln aufnehme, denn das Signal besteht hauptsächlich aus Transienten, die ständig die Aussteuerung triggern.
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Für mich klingt es wirklich nach Aufnahmen aus den 50er Jahren. Was meint Ihr?
Ja, der Sound ist ziemlich retro. Beim 12/8tel Blues hatte ich allerdings den Eindruck, dass ein Kompressor am Werk ist, weil das Ride nach einem Snareschlag immer etwas leiser wird. Vielleicht irre ich mich auch.
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Jetzt hat unser "Cutter" auch einen 10-minütigen Zusammenschnitt des Gigs fertiggestellt:
Insgesamt finde ich das gelungen. Nur, dass ihr aus Superstition die Shuffles rausgebügelt habt, nimmt der Nummer den Groove, den sie braucht.
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Yeah, fett!
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Meine hatte kein Snarebed im Alu-Frame.
Wenn wirklich keines da sein sollte, wäre das DIE Erklärung für das Problem. Ohne Snarebed ist es immer schwierig.
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das hat meiner Erfahrung nach auch am meisten mit der Stimmung/Fellspannung zu tun und kaum was mit dem Kessel an sich. Die "alten erfahreneren Hasen" hier mögen mich korrigieren...
Exakt. Dazu kommt noch die Wahl des Schlaggeräts, also wie dick und schwer die Sticks sind und aus welchem Holz oder ob man lieber Besen spielt. Der Anstellwinkel der Trommeln hat auch noch Einfluss auf den Rebound.
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die Zeit will ich nicht damit verschwenden, eine Snare zu stimmen.
Stimmen ist keine Zeitverschwendung. Die Stimmung trägt maßgeblich zu DEINEM Sound bei. Musik machen bedeutet ja nicht nur, was du spielst und wie du spielst, sondern auch, wie du klingst. Genau deswegen haben Gitarristen so ein Stressbrett (Effektgeräte).
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Wenn die Snare nicht gleichmäßig gestimmt ist, wirkt sich das auch unter Umständen negativ auf das Spielgefühl aus? Für den Sound spielt es auch eine erhebliche Rolle, wie das Resofell gestimmt ist und wie fest der Snareteppich angespannt ist.
eine 1000 Euro teure Snare klingt auch Scheiße,
!!!!!!!! Genau, lerne stimmen und auch die JR Robinson wird super klingen und spielbar sein.
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Wir sehen uns in Hamburg!
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Stahl-Sticks
Ich hab mir vor langer Zeit mal selbst welche gedreht und sogar verchromen lassen. Wirklich warm geworden bin ich damit nicht.
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zumindest Amsterdam sollte ganz geschmeidig zu erwerben sein.
Von Bremen aus ist Amsterdam und Berlin ungefähr gleich weit weg. In Amsterdam ist allerdings die Übernachtung ziemlich teuer, während ich in Berlin Leute kenne, die bestimmt einen Schlafplatz für mich haben. *grübel*
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Ich glaube, die Physik hat sich seitdem nicht nennenswert verändert
Nein, sicher nicht

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Meine Trommelkarriere begann ca. 1973/74 auf einer Milupadose. Ich habe bei Nachbarn geklingelt, auf der Dose mit Kochlöffeln herumgetrommelt und dann den Deckel geöffnet, damit sie etwas Geld hineinwerfen konnten

So richtig mit Schlagzeug begonnen habe ich aber erst mit 15, im Herbst 1984, und seither nicht mehr aufgehört. Das macht 37 Jahre, immerhin.
Ganz zu Anfang hatte ich ein paar Monate Unterricht bei einem älteren Schüler aus meiner Schule. Nach dem Abi hatte ich unregelmäßigen Unterricht in einer Schlagzeugschule. Alles zusammen vielleicht ein Jahr. Ansonsten bin ich Autodidakt.
Klar gab es mal Pausen, zuletzt war ich im Herbst/Winterlockdown wenig motiviert. Aber sobald Bandproben anstehen, hab ich immer wieder richtig Bock zu trommeln.
Meine erste Band hatte ich bereits 1984 nach 6 Wochen Trommelei. Ich konnte nichts und die anderen auch nicht viel, aber wir haben es versucht, vor allem Cover einfacher Rocksongs wie Cocaine. Später hab ich dann in einer Tanz-und Showband gespielt, ich war jung und brauchte das Geld. Die Gigs waren oft im Sauerlandstern, man kann sich das ähnlich wie Apres-Ski vorstellen. Bis Ende der 1990er hatte ich eigentlich meistens Bands, dann wurde mein erster Sohn geboren und ich hab etwas kürzer getreten. Es dauerte aber nicht lange, dann hab ich mir wieder ne Band gesucht, eine ohne den Anspruch regelmäßiger Gigs, sozusagen zum Überwintern. Ab 2005 bis 2014 hatte ich Bandpause und hab nur in unterschiedlichen Formationen Gigs auf Zuruf gespielt. Seltsamerweise war das ohne feste Band die Zeit mit den meisten Gigs. Seit 2014 habe ich wieder feste Bands, erst Tobys Flying Circus (findet man auf Youtube) derzeit eine Jazz-ohne-Jazz-Band namens Kleinmusikverein und eine leicht schräge Rockband namens Flinte im Korn.