Oder doch nicht? Sie gehören ja auch irgendwie zusammen.
Es gibt verschiedene Geschmacksrichtungen.
1. Das Stereobild wird hauptsächlich über die Overheads erzeugt. In diesem Fall ist eine gemeinsame und, wie m_tree schrieb, sehr zurückhaltende Bearbeitung ratsam. Das Ergebnis ist tendenziell ein eher natürliches Klangbild, das das Schlagzeug als ganzes Instrument im und mit dem Raum abbildet.
2. Das Stereobild wird über die Verteilung der Einzelspuren der Nahmikrofone nach links+rechts (PAN) bzw. hinten+vorne (Tiefenstaffelung) erzeugt. Dann sind die Overheads nur für die Beckenabnahme da und können einzeln bearbeitet werden. Das EQ-ing unterscheidet sich dabei massiv von Fall 1., man wird sehr wahrscheinlich untenrum alles wegnehmen und die Höhen anheben. Das Ergebnis ist tendenziell weniger natürlich, man hat es aber leichter, das Schlagzeug im Mix besonders fett zu produzieren, ohne dass der Raum viel Einfluss hat. Den muss man bei dieser Herangehensweise quasi selbst erfinden.
P.S.: bei Methode 2. können ggf. mehr als zwei Overheads eingesetzt werden. Das geht bei Methode 1. nur, wenn man es ganz gezielt tut, z.B. als sog. Decca Tree.
Im besten Fall sind Deine beiden OH Spuren so Homogen, dass sie entsprechend zusammenpassen um am Ende ein relatives Stereobild ergeben. Phase(umkehr), gleiche Mikros, richtige Positionierung usw. lasse ich mal aussen vor
Die Positionierung der Mikros ist aus meiner Sicht der Knackpunkt für eine gute Aufnahme, sogar wichtiger als die Auswahl der Mikrofone selbst.
Das einzige, was für eine getrennte Nachbearbeitung der Overheads spricht, sind m.E. schlechte Aufnahmen.
Schön auf den Punkt gebraucht.

