Beiträge von nils

    Hi Christian,

    bei entsprechenden Pegelspitzen wirkt so eine automatische Aussteuerung, wie ein langsamer Kompressor. Aus meiner Erfahrung ist JEDE Klangbearbeitung im Aufnahmeweg von Übel, man sollte immer das komplett unbeeinflusste Primärsignal aufzeichnen und erst im Nachgang bearbeiten. Wenn man extreme Lautstärkespitzen erwartet, kann man ja einen Limiter einschleifen, aber man sollte sich immer bewusst machen, dass man Bearbeitungen im Aufnahmeweg kaum mehr rückgängig machen kann.

    Beim 12/8tel Blues hatte ich allerdings den Eindruck, dass ein Kompressor am Werk ist, weil das Ride nach einem Snareschlag immer etwas leiser wird.

    Kann das nicht auch an der automatischen Aussteuerung liegen?

    Ja, wenn es denn eine solche geben sollte. Ich würde eine autom. Aussteuerung grundsätzlich ausschalten, wenn ich Trommeln aufnehme, denn das Signal besteht hauptsächlich aus Transienten, die ständig die Aussteuerung triggern.

    das hat meiner Erfahrung nach auch am meisten mit der Stimmung/Fellspannung zu tun und kaum was mit dem Kessel an sich. Die "alten erfahreneren Hasen" hier mögen mich korrigieren...

    Exakt. Dazu kommt noch die Wahl des Schlaggeräts, also wie dick und schwer die Sticks sind und aus welchem Holz oder ob man lieber Besen spielt. Der Anstellwinkel der Trommeln hat auch noch Einfluss auf den Rebound.

    die Zeit will ich nicht damit verschwenden, eine Snare zu stimmen.

    Stimmen ist keine Zeitverschwendung. Die Stimmung trägt maßgeblich zu DEINEM Sound bei. Musik machen bedeutet ja nicht nur, was du spielst und wie du spielst, sondern auch, wie du klingst. Genau deswegen haben Gitarristen so ein Stressbrett (Effektgeräte).

    Wenn die Snare nicht gleichmäßig gestimmt ist, wirkt sich das auch unter Umständen negativ auf das Spielgefühl aus? Für den Sound spielt es auch eine erhebliche Rolle, wie das Resofell gestimmt ist und wie fest der Snareteppich angespannt ist.


    eine 1000 Euro teure Snare klingt auch Scheiße,

    !!!!!!!! Genau, lerne stimmen und auch die JR Robinson wird super klingen und spielbar sein.

    zumindest Amsterdam sollte ganz geschmeidig zu erwerben sein.

    Von Bremen aus ist Amsterdam und Berlin ungefähr gleich weit weg. In Amsterdam ist allerdings die Übernachtung ziemlich teuer, während ich in Berlin Leute kenne, die bestimmt einen Schlafplatz für mich haben. *grübel*

    Meine Trommelkarriere begann ca. 1973/74 auf einer Milupadose. Ich habe bei Nachbarn geklingelt, auf der Dose mit Kochlöffeln herumgetrommelt und dann den Deckel geöffnet, damit sie etwas Geld hineinwerfen konnten :D


    So richtig mit Schlagzeug begonnen habe ich aber erst mit 15, im Herbst 1984, und seither nicht mehr aufgehört. Das macht 37 Jahre, immerhin.


    Ganz zu Anfang hatte ich ein paar Monate Unterricht bei einem älteren Schüler aus meiner Schule. Nach dem Abi hatte ich unregelmäßigen Unterricht in einer Schlagzeugschule. Alles zusammen vielleicht ein Jahr. Ansonsten bin ich Autodidakt.


    Klar gab es mal Pausen, zuletzt war ich im Herbst/Winterlockdown wenig motiviert. Aber sobald Bandproben anstehen, hab ich immer wieder richtig Bock zu trommeln.


    Meine erste Band hatte ich bereits 1984 nach 6 Wochen Trommelei. Ich konnte nichts und die anderen auch nicht viel, aber wir haben es versucht, vor allem Cover einfacher Rocksongs wie Cocaine. Später hab ich dann in einer Tanz-und Showband gespielt, ich war jung und brauchte das Geld. Die Gigs waren oft im Sauerlandstern, man kann sich das ähnlich wie Apres-Ski vorstellen. Bis Ende der 1990er hatte ich eigentlich meistens Bands, dann wurde mein erster Sohn geboren und ich hab etwas kürzer getreten. Es dauerte aber nicht lange, dann hab ich mir wieder ne Band gesucht, eine ohne den Anspruch regelmäßiger Gigs, sozusagen zum Überwintern. Ab 2005 bis 2014 hatte ich Bandpause und hab nur in unterschiedlichen Formationen Gigs auf Zuruf gespielt. Seltsamerweise war das ohne feste Band die Zeit mit den meisten Gigs. Seit 2014 habe ich wieder feste Bands, erst Tobys Flying Circus (findet man auf Youtube) derzeit eine Jazz-ohne-Jazz-Band namens Kleinmusikverein und eine leicht schräge Rockband namens Flinte im Korn.

    (und nein, die Frequenz oder Amplitude haben mit der Geschwindigkeit nix zu tun)

    Es sei denn die Schallquelle ist explosiv. Dann breitet sich der Attack wegen der hohen Amplitude im Nachbereich deutlich schneller aus als mit der üblichen Schallgeschwindigkeit :D

    Den Herren hier gibt es schon eine Weile, aber ich hab ihn gestern erst entdeckt: Ibrahim Malouf, seines Zeichens Trompeter, unterwegs mit einer fetten Band, die auch funky kann. Manchmal auf Abwegen in jazzige, aber, wie ich finde, durchaus passend für diesen Fred.


    Ibrahim Malouf live in Istanbul

    Stillstand kann ich nicht sehen.

    I. Ich denke, dass Kunst- bzw Musik-Konservatorien schon immer in gewisser Weise leblos und starr waren, der Entwicklung der Kunst selbst hinterherhinken und nur einen vergangenes Bild der Realität zeichneten bzw nie auf der Höhe der Zeit waren.

    Vielleicht muss man hier tatsächlich abgrenzen, was im akademischen Bereich passiert und was in einer Musikrichtung im echten Leben los ist. Ich hab vor ein paar Tagen mix Max (Luddie) über diesen Fred gesprochen. Er hat selbst Erfahrung als Dozent und sagte, dass man aus der Haltung "Ich bin hier der Dozent und das hat schließlich seinen Grund" schnell eine Neigung entwickelt, von den Schülern die Reproduktion des eigenen Tuns zu erwarten und entsprechend die bessere Reproduktion zu belohnen. Das ist auch leichter zu bewerten, als Kreative Eigenleistung.

    Musik wird zunehmend irrelevant sowohl im individuellen Leben als auch im gesellschaftlichen Kontext.

    Sie hat ihr gesellschaftsveränderndes Potenzial eingebüßt, das ist auch mein Eindruck. Aber auch ihre wirtschaftliche Bedeutung hat sich sehr verändert.

    Das Problem bei Subkulturen ist ja leider, dass sie erst so richtig sichtbar werden, wenn sie quasi vorbei sind, außer man ist Teil davon.

    Touché!

    Mir erscheint es so, als müsstest Du dir erstmal darüber Gedanken machen, was für dich "Relevanz" bedeutet.

    Die Definition ist in der Tat schwierig und manchmal erst im Nachhinein möglich. Ich komme ja aus der MINT Ecke und dort lässt sich bei Forschung an den Außengrenzen des Bekannten auch nicht verlässlich vorhersagen, ob etwas relevant wird. So, wie bei der m-RNA-Technik. Die haben viele Jahre vor sich hin geforscht und hatten Impfstoffe nicht mal explizit als Ziel, und plötzlich ist es ein Meilenstein.

    Den Vergleich mit den Naturwissenschaften finde ich auch schwierig. Da werden neue Technologien entwickelt und kombiniert, Stoffe synthetisiert etc. Viele Phänomene werden jetzt überhaupt erst erkannt/messbar. Aber auch dort braucht man "altbackene" Methoden (hauptsätze, newton,..) und erfindet nicht jedesmal die Mathematik neu.

    Selbstverständlich wird in den MINT-Fächern ein Bildungskanon vermittelt, auf dessen Grundlage es dann weitergeht. Dieser sollte aber mit dem Bachelor (früher Vordiplom) im Wesentlichen durch sein. Ab dann geht es um eigene wissenschaftliche Arbeit mit dem klaren Ziel, Neuland zu betreten. Genau das erkenne ich in der akademisierten Musik nicht.

    Teilweise auch, weil wir uns davor verschließen bzw. wir der "neuen" Musikgeneration die Innovation und teilweise sogar die Daseinsberechtigung absprechen. Das haben die Älteren vor uns genauso gemacht.

    Erwischt. Bei mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich ein übersteuertes Autotune höre. Shit.

    Es gibt keine tote Musik, es sei denn, sie wird nicht gespielt.

    Für mich ist Musik tot, wenn sie lediglich aus Reproduktion besteht. Ich habe selbst viel Covermucke gespielt (ich war jung und brauchte das Geld), aber für mich war das damals musikalisch betrachtet schon tot und ich konnte es nur ertragen, weil ich auch eine Band mit eigener Musik hatte.

    erst ist es Anarchie, nachher dann irgendwann mal reaktionär

    Verknöchert=>tot.

    Nur weil die Noten gleich bleiben klingt es nicht gleich.

    Nur weil es nicht gleich klingt, ist es noch nicht lebendig. Wie viel kreative Eigenleistung steckt in der Interpretation?

    Schaut man sich die Weltorchester an, sieht man die sich stets verjüngende Struktur. Alleine diesbezüglich scheint akademische Lehre zu funktionieren.

    Mittlerweile können akademisierte Instrumentalisten entscheiden, sich als Dienstleister für Schlager bis HipHop zu betätigen. (Funktioniert nachweislich)

    Nun ja, man nimmt halt die, die am besten reproduzieren können, in der Klassik und im Bereich der Mietlinge der Popularmusik.

    Dein (potenzieller) Schlagzeuglehrer wird immerhin dafür bezahlt

    - dir zuzuhören

    - mehr zu können als du

    - dir neue Sachen beizubringen

    Also entspann dich, die Rollenverteilung ist klar und der Erwartungshorizont des Lehrers sicherlich eher eng begrenzt.