Auch wenn Dr. Siklas womöglich im Urlaub ist...
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Diese 15% liegen erwartungsgemäß im Bereich der beiden extremen Spielsituationen. Auf der einen Seite extrem schnelles
Spiel und auf der anderen Seite extrem kraftvolles Spiel(größere Halle, die anderen Instrumente verstärkt, Schlagzeug
nicht abgenommen). Diese Situationen schließen sich gegenseitig aus.
Nur 2 nüchterne (keinesfalls! ironische) Hinweise:
1.) Welcher Drummer spielt in der Gegenwart noch in großen Hallen wo alle anderen Musikanten respektive deren Instrumentarium verstärkt werden, nur seine Bassdrum nicht? Welcher Drummer würde im Jahre 2012 seine Kaufentscheidung vorrangig nach diesem hypothetisch-theoretisch-allerseltenst anzutreffenden Sonderfall auswählen? Also zu spielen in großen Hallen wo ausgerechnet des Drummers Bassdrum "ihr" Mikro verweigert wird? Da kenne ich persönlich auf Anhieb...
... nur "wenige" bis niemanden.
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So entstanden Bezeichnung wie "Speed King", "Super Speed", "Beat-King" usw. Diese einfachen Bezeichnungen versprachen etwas und das wurde
auch gehalten.
2.) Früher war alles besser?
Kurioserweise kann ich gerade bei diversen Wortkreationen in der Musikinstrumenteindustrie um ihre Produkte zu hypen keine so großen Wahrhaftigskeitsunterschiede von Früher zum Heute feststellen.
Ich denke hier liegt ein gigantischer Bias vor. Was früher Kult- bzw. Hype-Begriffe waren wie z.B. "Royal", oder "King" (verwendet von Ludwig, Remo, Star/Tamap etc. etc.) gelten heute ähnliche Termini um Wertigkeit zu suggerieren oder!!! um unser Selbstwertgefühl bzw. Ego beim Kauf eines Produktes zu umschmeicheln bzw. erhöhen. Es ist vielleicht doch eher nur die Frage welche Vokabel in welcher Zeit en Vogue, hip oder eben angesagt war.
Früher hat man ein Ludwig Pedal als "Speed King" oder Tamas "Kingbeat" beworben/bezeichnet ... und heute ein Pearl Speed Demon.
Oder hatte früher Slingerlands "Yellow Jacket" Pedal wirklich dem Drummer ein gelbes Jacket beschert? Oder eine gefährliche Hornisse (dann wäre es ja damals auch schon martialisch bei der Namensgebung zugegangen) siehe Matzdrums?
Ich denke es wurde auch "früher" schon viel frei getextet und werbetechnisch herbeifabuliert - garnicht soo schrecklich anders als heute... und eben auch damals nicht immer rein sachlich sondern eben auch mal blumig, oder mal aggressiv/martialisch, oder sonstwas.
König oder Dämon? Ist da wirklich in ersterem Begriff ("King) weniger Hype enthalten bzw. beschreibt es die Produkteigenschaften wirklich genauer? Ich denke nicht!
Nochmals: ich denke hier eine grundsätzlich (wie vom Dr. postuliert) glaubwürdigere oder sinnhaftere Namensgebung in der Vergangenheit zu unterstellen ist eher Nostalgie... oder Wunschvorstellung. Sicher irgendwo verständlich... aber eher leicht widerlegbar.
Ich freue mich immer auf neue Bücher. Denke aber das der größte Stolperstein eines jeden! Autoren persönliche Biases sind (die er selbst nicht wahrnimmt). Manche (die profanen) kann ein Lektorat entdecken. Andere (inhaltliche) können nur im Austausch mit Experten aufgeklärt werden. Ob ein Forum dazu taugt? Warum nicht. Voraussetzung ist das schaffen einer konstruktiven Atmosphäre.
Vielleicht arbeiten wir alle nach den Ferien, Aus- oder Erholungszeit... wieder daran.