Es war sicher ein Drummer der sehr viele geprägt hat und besser als es fast alle von uns je werden. Und HR bringt es total auf den Punkt. Mit einem völlig eigenen Sound, der Songs deutlich geprägt hat bzw. alte Song-Klassiker sofort durch sein Spiel als Randy-Drumming-Neuinterpretation erkennbar machte.
Wenn man aber auch mal etwas kritisches sagen darf (ich kenne wirklich dutzende Aufnahmen auch von früher wo Fans mal Live-Videos zeigten von Konzerten die nicht veröffentlicht wurden), dann ist allen Live-Darbietungen die ich je hörte und sah eine immense ÜBERHASTUNG seines Drummings festzustellen. (Fast) permanent. Nicht falsch verstehen: ich finde auch Laid Back Drumming like Carter Beauford kann so genial es ist - manchmal nerven. Ich bin der letzte der sagt "Laid BAck ist immer besser als energetisch etwas zu früh". Prinzipiell ist es ja toll, dass diverse Profis auf Microtime-Ebene ihr eigenes Trademark zu finden suchen.
Just bei Randy aber hatte ich als Zuhörer (subjektiv... in meinem vielleicht irrendem Empfinden) stets das Gefühl, als wäre es vielleicht eher ein Adrenalin-Effekt bzw. garnicht wirklich gewollt. Dort wo andere (auch! im Hardrock) einen Flow oder Rundheit und Spielfluß erzeugten trat bei ihm: STACCATO und etwas überhastetes. Sowohl aus der Perspektive eines Drummers... als aus der eines Musikkonsumenten hörte ich das so. Vielleicht habe ich seinen Zugang auch einfach bis heute nicht verstanden.
Wenn man en Detail die Interpretationen von Tommy Aldridge und Carmine Appice (der alten Ozzy Solo Song-Klassiker) - die auch beide schon völlig unterschiedlich interpretierten, mit denen von Randy Castillo vergleicht... wird es hochinteressant. Ich habe das zwangsläufig früher über Jahre getan, da ich einige Ozzy Klassiker der ersten 3 Soloscheiben irre gerne mochte. Als da wären I don´t Know, Mr.Crowley, Bark at the Moon etc.etc. Von diesen und diversen mehr liegen mitlerweile ja ausreichend live-Referenzen der 3 Drummer z.B: bei Youtube vor. Da war ich stets verwundert, wie anders diese mit Castillo klangen. Selbst als in Castillos Anfangstagen Jake e. Lee noch der Gitarrist bei Ozzy war. Die deutliche Änderung (das "überhastete") der Songvibes war eindeutig durch Randy aufgetreten.
Gleichwohl bleibt er für viele völlig zu recht ein großer Metal Drummer mit riesen Außenwirkung den unzählige Drummer ins Herz geschlossen haben. Ozzys Video mit Randy zu den Nuttenbesuchen von einem US-Evangelisten und dessen Geldgeilheit und Heuchelei ist für mich bis heute eines der besten Musikvideos aller Zeiten mit einer guten und deutlichen Message und einem der schönsten Drumsets aller Zeiten ("Miracle Man"). Dafür bewunderte ich Randy. So unsterblich kann man sich nur schwer machen! Das gelingt nur wenigen Menschen.
Eine Rangfolge wer der beste Drummer für Ozzy war sollte man allerdings besser nicht anstreben, da Musik zum Glück keine Olympiade ist.
Nur ob man anderseits positiv überzogene Begriffe wie "der beste" benutzen sollte... auch da habe ich Zweifel.
edits: only Rechtschreibung - sonst nix verändert