Ich finde die Aktion prinzipiell gut.
Aber noch besser wäre es, wenn Thomann (und andere Größen) auch auf einzelne seiner "Zuliefer-Firmen" einwirkt bzw. die Hersteller anhält mehr auf die Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte hinsichtlich der Produktion sowie der Produkte selbst und deren Produktzyklus/Lebenslauf hinzuwirken. Das mag jetzt wieder moralisierend klingen... aber wenn einer der größten Einkäufer manchem Hersteller unangenehme Fragen stellen kann... dann der Thomann aufgrund dessen Einkaufsvolumens. Ich denke Thomann als Verkaufsplattform verliert so manche Firma höchst ungerne!
Thomann hat wirklich sehr gute Texter für Ihre Vorwort-Broschüren-Texte. Wie gerne würde ich in dem von mir stets bis aufs letzte Wort gelesenen (und ich bekenne: meist gerne gelesen) Vorwort mal eine Nachricht vernehmen, dass man sich von einer Firma trennen mußte, deren Produkte bzw. deren krude Herstellungsmethoden den ethischen Überzeugungen (in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter im Herstellungsbetrieb... vielleicht in Asien?) und Umweltschutz-Überzeugungen von Thomann grob widerspricht. Man muß ja keinen Namen nennen. Aber das fände ich neben prozentualen Geldspenden (die sowieoso irgendwie wieder reinkommen) noch so viel wirkungsvoller.
Man stelle sich mit ein klein wenig Phantasie den Dialog zwischen den beiden höchsten Funktionsträgern, dem Firmenpräsidenten und dessen Generalmanager der (fiktiven) Firma "Feng-Hui-Shu-Schmu-LTD" vor:
Generalmanager von Feng-Hui-Shu-Schmu-LTD :
"Ich habe unseren größten Kunden verloren... Thomann... weil die spitz gekriegt haben, dass ich die Mitarbeiter immer noch ohne Atemnschutz arbeiten lasse und wir noch die Lösungsmittel- und bleihaltigen Lacke verwenden. Da können unsere Telefonaquisiteure noch so viele Sonderschichten schieben, die Auftragsvolumen des letzten Jahres schaffen wir niemals ohne die Abnahmemenge von Thomann".
Firmenpräsident von Feng-Hui-Shu-Schmu-LTD : "Verdammt, dann baue jetzt endlich die isolierte Lackkabine und kaufe die wasserlöslichen Lacke die man uns schon letztes Jahr angeboten hat. Los - mach... und lade die Thomann-Einkäufer im Winter zur Werksbegehung ein. Bis dahin muß das alles funktionieren. Im nächsten Frühjahr kommt die Partei in unsere Provinz. Wenn ich da nicht ein Produktionsplus vermelden kann und eine höhere Bechäftigung hat das für uns beide Konsequenzen".