Man kann nur beten, dass den Japanern schlimmeres erspart bleibt. Ich habe das heute und gestern tatsächlich getan.
Abseits des Betens sind aber auch andere aktivere Schritte wichtig, damit dieser ganze Wahnsinn endlich unterbrochen wird und nicht wieder nach ein paar Monaten (wenn die Medien andere Dinge in die Headline schieben) des Innehaltens, die Lobbyisten ihre Arbeit wieder forcieren, wieder durch das Land fahren und sich Unterstützer rekrutieren/kaufen.
Wichtig ist das man aus dieser für Menschen unbeherrschbaren Technologie endlich aussteigt.
Wichtig ist auch, dass nun nicht wieder manche Forscher, Lobbyisten und Politiker Hand in Hand fordern "erstmal nüchtern sachlich und unaufgeregt analysieren und das pro und contra abwiegen". Bzw. dass man sich derartigen verharmlosenden Aussagen deutlich entgegenstellt.
Es gibt kein Pro. Kein einziges, insbesondere wenn man an die Folge-Generationen denkt.
Der gesündeste Impuls wäre, genau die empathische EMPÖRUNG zum Anlaß zu nehmen und politisch engagiert umzusteuern. Sich gerade nicht von dieser gespielten Überlegenheit, der pseudo-technokraten-Nüchternheit den Schneid abkaufen zu lassen.
"Wir" hatten In Harrisburg eine Kernschmelze (was viele bis heute garnicht wissen... und auch vom Betreiber erst Jahre später zugegeben wurde) und in Tschernobyl.
Das sind schon 2 alleine in meiner Lebensspanne bei sogenannter ziviler Atomkraft.
Schon das strafte Pseudo-Wissenschaftler Lügen die noch in meinen Jugendjahren durch die Lande gezogen sind mit den Worten "eine Kernschmelze ist so wahrscheinlich, wie dass dir ein Meteroit auf den Kopf fällt". Oder "maximal einmal in XX- tausend Betriebsjahren".
Wie gerne würde ich diesen Idioten eine symbolische Ohrfeige für ihre Propaganda austeilen. Denn diese Mumpitz-Vergleiche die viele Lobbyisten damals anstellten sind nicht nur verharmlosend-irreführend sondern überhaupt KEINE ANALOGIE, da bei solch einem schweren Störfall eben zig tausend Menschen gleichzeitig der Meteor auf die Fresse fliegt. Es ist ein Paradebesipiel für die systematische Verdummung in der Diskussion durch willfährige Lobbyisten. Es gab dergleichen viele mehr.
Als die Ausläufer der Wolken mit radioaktiven Teilchen aus Tschernobyl über weite Teile Deutschlands abregneten, sagte tatsächlich ein hochrangiger Vertreter der Atomenergiebehörde, bei diesen geringen Mengen an Radioaktivität könne man eher von positiven Wirkmechanismen auf den Organismus als von negativen ausgehen. Diesen Satz werde ich niemals vergessen. Live im TV zur besten Sendezeit. Spätestens da mußte jedem! Menschen klar sein, dass da einzelne HOCHRANGIGE Funktionsträger:
a.) nicht mehr Herr ihrer Sinne sind
b.) gekaufte Marionetten...
c.) zynische Komiker
sind. Aber egal was sie sein mochten. Niemals dürften solche Personen in der Verantwrotung für eine derartig gefährliche Energietechnik stehen.
Dazu hatten wir das Ergebnis schon Mitte/Ende der Achtziger! einer Enquete-Kommission des Bundestages (zusammengesetzt aus diversen Parteien bzw. Abgeordneter von damals) das neben Naturgewalten, auch Terrorgefahren durch Extremisten in diversen Phasen des "Brennstabzyklus" (also nicht nur Atomkraftwerk in Betrieb sondern auch Transport zu Wiederaufarbeitung und/oder Endlager) und deren Folgen schwer bis unkalkulierbar sind.
Der Glaube hochkomplexe Systeme seien von vornherein durch genaue Planungen kalkulierbar und beherrschbar ist ein Witz in sich. Da eben gerade hochkomplexe Systeme sich dadurch auszeichnen, dass am Reißbrett nicht jede Eventualität die durch das Zusammentreffen diverser (auch bis dato unbekannter) Wirkfaktoren die sich in der Realtität ereignen könnten, vorab verausgesehen werden kann.
Oftmals ist die Realtität aber noch banaler und man braucht nicht mal die Forschung und die Grenzen des Menschen in Bezug auf sein Scheitern mit hochkomplexen Systemen zu bemühen:
Man hätte niemals derartig gefährliche Technologien dem freien Markt überlassen dürfen. Die "Versuchung" im Gewinnstreben Sicherheitsmängel hinzunehmen, in Erdbebenregionen zu bauen, Störfalle und Strahlenopfer zu vertuschen oder "unter der Hand zu entschädigen", für geringere Erdbeben auszurichten in der Hoffnung dass größere nicht kommen, da deren Bausschutz zu teuer wäre, Sicherheitsvorkehrungen oder Prüfergebnisse zu manipulieren/vorezutäuschen etc. etc. das alles ist/war Größenwahnsinn oder einfach korrumpierte Verantwortungslosigkeit.
Letzten Mittwoch fragte mich mein netter 13-jähriger Drumschüler M. aus Darmstadt in der Gewissheit wieviel Respekt ich den 3 großen japanischen Drumfirmen gegenüberbringe:
"Japanische Firmen sind doch generell führend... die haben doch auch in anderen Bereichen die Nase vorn".
Daraufhin sagte ich: "In einigen Bereichen stimmt das. Im Instrumentenbau sehr häufig. Aber es gibt auch Ausnahmen. Insbesondere die japanischen Atomanlagen und ihre Betreiber von denen seit Jahren bekannt ist wie verantwortungslos da mitunter agiert wird und was da alles schiefgeht".
Und nun höre ich vereinzelt dt. Politiker im Fernsehen, die sich wundern... es sei doch alles so toll gewesen bei den Atombetreibern in Japan. Blödsinn. Auch unsere Medien waren voll mit den Skandalen dieser "Unternehmen".
Bei uns in Deutschland ist natürlich alles besser... hahaha. Genau! Die "Hanauer Nuklearbetriebe", die "Wismut", Asse, die Atomfässe die durchrosten, wo irgendwelche verantwortungslosen XXXXX nicht mal Buch geführt haben wieivel Fässer wo hingekippt wurden und was diese enthielten. Jede Frittenbude würde sofort geschlossen, wenn deren Buchhaltung derartig manipuliert bzw. unsachgemäß geführt würde.
Mit 14 war ich noch pro Atom, weil ich diese Kolhe-Lungen und Pseudo-Krupp haßte. Aber irgendwann glaubt man nicht mehr an den Weihnachtsmann... weder an die Kohle noch an das Atom.
Das tragische für Japan wie für die ganze Welt ist, das es offensichtlich mehrere Katastrophen dieser Größe "braucht"e" bevor die Finanzkraft der Lobbyisten durch die Ethik und Moral und die berechtigten Sorgen der Mehrheit der Menschen ausgehebelt wird. Das ist das perfide. Es bedarf offensichtlich des erheblichen Leids vieler um gegen die Korrumpierbarkeit Einzelner anzukommen. Die Flammen müssen hoch schlagen bevor sich im Auge der Feuerschein spiegelt und das Dollarzeichen verblaßt.