Zitat
Drumstudio hat einen sehr interessanten post gemacht, aber ich geb zu ich habe etwas Schwierigkeiten da zu folgen. Ich denke die Quintessenz ist, dass man sein Gehör nur kennenlernen/trainieren kann, wenn ein anderer "erfahrener" das gleiche aus seinem Blickwinkel schildert. Denn das problem ist: woher weiß ich ob ich manche dinge garnicht höre, die aber da sind. Ich kann das problem mit Chinas und Crashes nicht ganz nachvollziehen. Es klingt für mich auf den ersten Blick wie ein Seminar darüber abzuhalten wie man die hupe eines Autos und eines Kreuzfahrtschiffes auseinenanderhalten kann. Aber genau da liegt das Problem. Einige hören diese Dinge nicht und vielleicht höre ich gewisse Dinge nicht , die andere hören. Was kann man trainieren, und was ist unmöglich weil mein Gehör von der Natur so ausgestattet ist wie es ist?
Ich versuche stets es so allgemeinverständlich wie es mir möglich ist zu beschreiben… manchmal scheitere ich
sorry!
Ich bezog mich nur als EIN BEISPIEL auf Mixe (wie oben von mir erwähnt) in denen Cymbals leise repräsentiert sind, da der Threadstarter ja z.B. auch Ghostnotes, also schwerer zu ortende/wahrzunehmende Sachen herauszuhören lernen will.
Wenn z.B. Cymbals leise im Gesamtmix sind, ist häufig der Unterschied zwischen Crashes und Chinas deutlich geringer als die Hupe eines Autos und eines Kreuzfahrtschiffes. Es ist dann eher wie der Temperaturunterschied von 37,3 zu 37,5 Grad. Viele unerfahrenere hören da zunächst je nach Mix keinen Unterschied. Viele wollen aber dezidiert lernen solche und ähnliche Details zu hören/wahrzunehmen. Genauso so, wie viele zunächst nur die Snare auf 2 und vier hören aber die 3-4 Ghostnotes ´drumherum garnicht. Nochmals: ich bezog mich ausdrücklich auf im Mix eher „versteckt“, nicht offensichtlich ortbare Strokes/oder Sounds, da ich so den Threadstart verstanden habe... (völlig egal ob Ghostnotes, 18“ Standtom vs. 20“ Kick oder China, Crashes... es gibt uenndlich mehr Beispiele im Drumsetting)
Viele wollen besser raushören lernen bzw. an ihrer eigenen Wahrnehmung arbeiten!
Das ist ja das tolle, es gibt eine riesige Bereitschaft und Motivation! sich in Sachen Gehör- und "Diskriminanzleistung" zu verbessern... also immer differenzierter (genauer) auch Feinheiten in Musik oder "nur"
der Drumspur zu entdecken.
Und auf diese Ausgangslage bezogen sich genau meine Hinweise.
Das Wahrnehmen schwer zu ortender akustischer Feinheiten übt man am besten mit einem erfahreneren. Das hat per se nicht zwangsläufig mit Drumlehrern zu tun. Das kann genauso ein fitter SAE-Mensch sein, oder der Onkel der als Drumtech für Bands tätig ist, oder ein engagierter Mensch von der Tonabteilung bei Fernsehen oder Radio. Es gibt viele fitte Menschen von denen man da profitieren kann.
ABER es setzt eben einen erfahreneren voraus, der auf diese Feinheiten gezielt aufmerksam macht.
Und dabei ist dann wichtig auch das zu ortende Klangspektrum zu verbalisieren.
Nochmal ein vielleicht besser verständlicher, humorvoll-"blumiger" Vergleich:
Wenn einer in einem schwarzen Teerbottich eine tote Fliege finden willl… muß ich dem Suchenden erstmal auf die Detailunterschiede zwischen Teer und Fliege aufmerksam machen. Weil er ansonsten nur schwarz sieht und nichts finden wird.
In einem weiteren Schritt kann man sehr gut Strokes egal ob Ghostnotes, oder andere Feinheiten optisch aufzeigen. Ich führe solche Schläge oft deutlich sichtbar in der Luft zur Musik aus, damit der andere Drummer sehen kann... und versuchen kann diesem optischen Ereignis dem Song genau in diesem Moment ein akustisches zuzuordnen! Das ist eine der effektivsten Methoden um plötzlich Dinge wahrzunehmen, die noch 2 Sekunden vorher nicht existent schienen.
Um auch das einfacher und "blumiger" zu verdeutlichen:
Stelle Dir einen TV-Film vor. In einer Szene wird ein Pianist gezeigt der in seinem Wohnzimmer zum Metronom spielt/übt.
Im Nebenraum kommt der Schurke
(Auftragskiller). Der Pianist hört etwas… stoppt sein Spiel verläßt das Zimmer und geht zum Nebenraum um den Geräuschen auf den Grund zu gehen. Dort kommt es in der folgenden Szene des Films zum lautstarken Wortgefecht zwischen beiden. Das Metronom ist für viele Zuschauer, die vielleicht erst jetzt (erst in dieser! Szene) auf diesen Film umgeschaltet haben oft nicht wahrnehmbar. Obwohl es objektiv im Mix des Films da ist. Der heftige Dialog ist aber vorherrschend… und das Metronom, da ja im Wohnzimmer verblieben (im Filmmix nun) deutlich leiser, als in der Eingangsszene.
Steht nun aber genau in dieser Szene ein Familienmitglied neben dem Fernseher und bewegt seinen Zeigefinger synchron zum Metronom des Films… hält man dieses Familienmitglied zunächst für einen der "nicht mehr alle an der Waffel hat"
hahaha.. aber!!!: plötzlich hört man da clickt ja etwas im Hintergrund!
Nochmals: das war immer da. Aber es wurde erst durch die visuelle Verknüpfung bewußt wahrgenommen bzw. aus dem vorherrschenden auditiven Kontext (der heftige Dialog zwischen Pianist und Auftragskiller) herausgelöst.
Genauso funktioniert auch das gemeinsame Heraushören von bislang unentdeckten Schlägen, Sounds etc.
Und mir noch ganz wichtig
: einige Seminare die ich erinnere waren fürchterlich. Einseitig und oft mit Frontalunterricht übelster Sorte vergleichbar - obwohl sie das eigentlich nicht sein sollten/müßten.
Das von mir beschriebene ist genau das Gegenteil. Diese Hörvergleiche bringen in Minuten durch plastische Hörbeispiele und das INTERAKTIVE gemeinsame Vergleichen und „Justieren“ der Wahrnehmung QUANTENSPRÜNGE des eigenen Erkenntnisgewinns. Meine zugegeben hier textlich ausufernde Erläuterung
nur deswegen, da offensichtlich mein obiger Post nicht eindeutig genug war. Insofern nun etwas ausführlicher… aber hoffentlich noch seminarfern! genug.
edits: only Rechtschreibung... davon aber reichlich.