Ich liebe Rogers... vorrangig aus ganz "naiven" Sozialisationsgründen. Einer meiner Alltime-Favorite Drummer Brian Downey ist auf so vielen Promo-Bildern mit Rogers zu sehen gewesen, insbesondere gegen Ende der siebziger mit einigen imposant bis gigantischen Rogers Drumaufbauten, so dass sich so meine Wahrnehmung sehr zugunsten dieser Marke ausprägte.
Gleichwohl folgende Hinweise. Ich hatte vor gut 2 Jahren mal wieder ein Rogers Deiner Zeitphase hier... von einem netten Drummer, der die Kiste (als) etwas schwer zu stimmen (emp)fand. Er hatte nagelneue Felle gekauft... daran konnte es also nicht liegen.
Das Standtom klang tatsächlich sehr abgewürgt und klang eine ganze Preisklasse besser, wenn man es in die Luft hielt bzw. vom Boden entkoppelte (Rims etc.). Es war eines jener Standtoms die wirklich massiv von der Entkoppelung profitierten. Es war mitnichten ein Detail. Es bezog sich mitnichten nur auf das Sustain... sondern es ermöglichte "gehalten" einen völlig anderen Grundton zu entwickeln... der auf Beinen garnicht klanglich/stimmtechnisch erreichbar war. Ein Phänomen das den erfahreneren Drummern nicht neu ist... aber schwer allgemeinverständlich auszudrücken ist.
Mit den Beinen erforderte es wirklich Zeit dieses gut klingen zu lassen und es hatte nur ein sehr kleine Tuning-Range in der es passabel klingen konnte.
Die anderen Toms waren etwas leichter zu stimmen... klangen wirklich passabel...
Der nette Kollege war nach der Stimmaktion vom Sound begeistert.
Ich empfand ihn als "OK" bis "gut"...
... aber nüchtern betrachtet folgendes:
Er war deutlich mittiger, weicher ("schwammiger") und auch hörbar etwas sustain/resonanzärmer als man das heute von teuren Ahorn oder etc. - Kits erwartet (böse Zungen würden auch sagen das Rogers klang muffiger bzw. "nicht so vital").
Ein Vergleich mit Mapex Orion, Sonor Delite, oder auch anderen Holzsorten insbesondere Tama B/B etc. etc. so unterschiedlich diese sind... geht in meinen Ohren radikal zugunsten erstgenannter aus. Welche Sets damals zum Vergleich hier waren möchte ich aus Unabhängigkeitsgründen nicht äußern. Auch insbeosndere in Bezug auf die Gutmütigkeit beim Stimmen bzw. die Tuning-Ranges die moderne Kits einer gewissen Preisstufe heute oftmals bieten.
Was ich sagen will: wenn jemand offensivere, womöglich fette "Tief-Bass Bollwerke" noch dazu mit! hoher Durchsetzungskraft für moderne Rock oder moderne Metal-Dinge sucht... dann würde ich gebraucht ganz sicher... ein anderes moderneres Set kaufen. Man hätte in ähnlichen Preisklassen mehr akustischen "Nährwert".
Wenn ich mehr "defensiveren" Vintagesound und Style! suche... dann ist Rogers prima!
Aber nochmals: viele Drummer (denen Vintage am Hintern vorbeigeht), die hier andere Kisten im Vergleich hören/hörten würden keinesfalls als erst oder Zeitwahl zum Rogers greifen.
Diesen Post wird inhaltlich nicht jeder verstehen. Ich hoffe trotzdem es annähernd verständlich in Worte gekleidet zu haben. Es ist nämlich für viele (auch Drumexperten) nicht so einfach zur Kenntnis zu nehmen - oder sich einzugestehen - dass diverse aktuelle Drumkits im höherpreisigen Bereich doch deutlich anders klingen... als das was man früher kannte.
Als hätte es noch einer ketzerischen Pointe bedurft...
Jener nette Drummer nutze das Rogers stets mit seiner Rockstar Custom Bassdrum... die ihm klanglich besser gefiel. Die Rogers Toms gefielen ihm hingegen deutlich besser als jene des Rockstar.