Schon alleine der obige Post von Luddie ist eigentlich bare Münze wert.... eigenlich soviel mehr!
2-3 banale aber hoffentlich hilfreiche Anregungen auch von mir. Es gibt natürlich auch viele andere gute Gründe. Ich picke mir hier nur 2-3 mir besonders interessante Aspekt heraus:
Das sage ich nicht weil ich unterrichte. Es ist seit vielen Jahren meine felsenfeste Überzeugung. Auch schon lange bevor ich unterrichtete.
Die sollen Dich nicht um Lehreraufsuchen oder "Unterricht bezahlen" bekehren. Sondern vielleicht "nur" unterstützen über Möglichkeiten des Austauschs!!! mit anderen (im best case erfahreren) Drummern nachzudenken und den in Dein autodidaktisches Lernen einzubeziehen.
Einer der Vorteile von einem didaktisch guten Lehrer oder dem Austausch! mit anderen erfahrenen Drummern ist in sehr vielen Fällen dass man eine Reflektion über wichtige Parameter des eigenen Spiels von außen erhalten kann, die einem selbst verborgen bleibt. Diese Reflektion, Analyse oder noch einfacher: Pespektive von außen! kann man nicht selbst "simulieren" bzw. imitieren. Das geht nicht. Das ist keinem Menschen vergönnt.
Man sieht, hört sich selbst immer auf seine eigene (subjektive) Weise. Und somit auch in gewisser Weise eingeschränkt.
Aber genau dieser Input von außen hilft einem als Individuum sehr viel weiter. Insbesondere weil es eine Interaktion einschließt, nämlich auch viele wichtige ZEITNAHE Rückfragen erlaubt, im Zweifel eine weitere ergänzende stützende Info erhalten (oder gar einen weiteren methodischen Ansatz). Diese Interaktion während des gemeinsamen Austauschs bringt die meisten Musiker deutlich schneller weiter. Und hier das kuriose: es schließt totale Anfänger als auch erfahrene gleichermaßen ein.
Das schließt mitnichten aus, dass es interstellar gute Autodidakten gibt und gab. Aber selbst hier fällt bei genauerer biographischer Analyse bei einzelnen auf, dass es hier oder da sehr wohl Input und Austausch und Interaktion mit anderen Drummern, "Lehrern" gab. Es ist manchmal vielleicht auch nur eine Frage der Definition.
You-tube bietet in vielerlei Hinsicht tolle Dinge. Nothing wrong with this. Prinzipiell würde ich aber darauf achten, dass man sich in der virtuellen Bilderschau nicht verliert. Ich kenne Drummer, die sich damit "fluten"... die nicht mehr sortieren. Also 35 verschiedene Dinge "bewundern" die Wege dahin nicht ganz einschätzen können bzw. glauben man könne diese durch Selbstanalyse "mal schnell verkürzen". Das ist alles menschlich... aber man hört es dann meist bei ihrem Spiel, also das Dinge abgefeuert werden, die nicht klingen. Eben weil die Technik garnicht korrekt erlernt wurde bzw. die motorischen Abläufe ineffizient oder einfach falsch sind... oder eben das eigene Gehör noch nicht erlaubt wahrzunehmen, dass was im Film super-tight war, beim eigenen Spiel ruckelt wie der Schnellzug der vom Gleis springt. Ganz kurios sind auch You-Tube Videos die selbst schon untight sind - von den unerfahreneren Drummern aber garnicht als schlechtes! Vorbild gehörtechnisch erkannt werden.
Und das Stichwort "hören" schließt für mich wieder den Kreis: Ein Lehrer oder noch allgemeiner der " Austausch mit erfahreneren Drummern" kann einem immense, wirkliche DRAMATISCHE FORTSCHRITTE in Sachen Gehörschulung und somit auch dem Drumming vermitteln. Das wird in vielen Lehrbüchern oder DVD´s noch unterschätzt- bzw. kann medienbedingt dort nicht geleistet werden. Dieser gemeinsame Ausstausch und Vergleich sorgt neuronal
für eine wirkliche "Neuverschaltung" :-).... die einen Dinge, die man vorgestern im Mix einer CD oder im eigenen Drumming, noch garnicht wahrnahm -HEUTE glasklar hören läßt. Das finde ich bis zum heutigen Tag atemberaubend.
Gemeinsam festzustellen, dass das was einer vor 2 Wochen bei "CD-Analysen" Toms noch als Snare interpretierte, eine halboffene Hihat als Ride bezeichnete und einem dann aktuell begegnet: "ich höre da ein crash, aber das klingt anders... eine Hihat ist es auch nicht. Das klingt nach einem Effekt-Becken. Irgendwie ganz anders als ein Crash".
Da geht einem als Drummer das Herz auf, wenn man entgegnen kann: Super! Du hast gerade soeben ein China im Mix identifiziert. Das gelingt nicht jedem!
Es gibt tausende dieser magischen Momente, wo sich Weichen stellen. Magisch für beide! Und mancher kann sich vielleicht vorstellen: wieviel schneller man am Instrument weiterkommt, wenn die Sinne von Woche zu Woche, Jahr zu Jahr immer feiner kalibriert werden bzw. wenn man dabei auch (etwas) Unterstützung erhält... "zuläßt" :-).
Also sowohl besser höranalytisch zu erkennen:
1.) Was trommeln andere da? Wie funktioniert der Fill, den der Bursche gerade abgefeuert hat? Welches Sticking? etc. (dadurch für sich selbst also nach jedem Konzertbesuch mehr nach Hause mitnehmen zu können)
2.) Was trommle ich? Wie exakt in Time oder wirklich entsprechend es Songvibes spiele ich wirklich?
Und gerade Punkt 2 ist oftmals wiederum nur durch gemeinsamen Austausch und Vergleich möglich. Und nochmals: bringt einen so viel weiter. Also nicht nur kleine oder große Unsauberkeiten im Spiel zu erkennen (die vielen wiederum aus Eigenperspektive nicht bewußt werden) sondern noch vieles andere mehr.
edits: versucht es schlüssiger und nicht off-topic zu erklären. Hoffentlich gelungen? ![]()