Was auch völlig vergessen wird. Ende der siebziger und Anfang der Achtziger Jahren war die Drumwelt eine völlig andere.
Es ist natürlich keinem vorzuwerfen, wenn er aus heutiger (Drum)Sicht, auf damals schaut. Nur darf man da nicht den eigenen Wahrnehmungs- oder "Sozialisationseffekten" anheim fallen.
Das was heute drumtechnisch und! groovetechnisch geleistet wird (oft schon von vielen Amateuren) ist völlig anders als die Drumsozialisation derer, die Ende der siebziger und Achtziger etc. aktiv waren. Das sollte man nicht vergessen. Die Zeiten haben siche eben immens gewandelt. Auch der WIssenstransfer und der Zugriff auf "Instrumentalanwendung" etc.
Man kann aber trotzdem realistischerweise festhalten, dass die Scorpions ganz sicher damals nicht den schlechtesten Drummer Deutschlands hatten. Ganz sicher nicht!
Ich erinnere diverse Feten, wo das Tokyo Tapes Drumsolo nicht!!!! unterbrochen wurde. Natürlich hört man das heute sicher mit anderen Ohren. Damals fanden es sehr viele cool. Ich fand das damals klasse-energetisch und actionhaltig. Damals ist diese Scheibe eben entstanden - und somit irgendwie nicht sinnhaft bzw. fast schon überheblich sie nur aus dem Heute bzw. nur nach den heutigen Musikmaßstäben zu bewerten.
Man kann heute genauso Edison vorwerfen, warum er den etwas mittig klingenden Phonographen entwickelt und eingesetzt hat und nicht gleich audiophile Direct-Metal-Mastering-Scheiben auf dem Transrotor Quintessence für Musikfreunde verfügbar machte. Solche Vergleiche sind aus dem Bauch heraus durchaus verständlich - historisch aber - sorry NICHT angemessen... um nicht zu sagen...
... falsch. 
Ich fand einige! Scorpions Songs mit 14 toll. 3-4 Songs finde ich sogar bis heute noch uneingeschränkt, richtig, richtig gut obwohl man sie in den Medien zig-fach gehört hat (und eigentlich durch das Airplay fast schon gesättigt sein müßte). Was auch mancher eher ungerne zugibt: viele andere Rock-Musiker haben es nicht geschafft auch nur einen vergleichbaren Song in ihrer Lebensspanne zu schreiben/stemmen.
Aus ihren Reihen bzw. ihrem Umfeld gingen tolle, tolle Musiker hervor. Z.B. Uli Jon Roth und Michael Schenker. Ob das Zufall ist? Ich glaube nicht. Die fand ich langfristig musikalisch immer viel, sehr-viel beeindruckender als das "Mutterschiff" selbst. Ist aber auch egal, dem einen gefällt es kurz, dem anderen lang, dem dritten garnicht. Alles ist in Ordnung so oder so. 