Ich versuche es mal mit einem anderen Ansatz:
Ich finde es mitunter haarsträubend! was mir (vielleicht ist es in anderen Regionen Deutschlands anders) in den letzten Jahren "dank" fortschreitender Computerisierung und computer-mediierter Musiksoftware von jungen Drum-Kollegen über den ein oder anderen Komponisten (Software-Tool-Nutzer
) in ihrem Umfeld berichtet wird. Da programmieren diverse Amateur oder "Semiamateur"-Gitarristen, -Bassisten, -Keyboarder ihre Songs und stellen sie in manchen Extrem-Fällen garnicht mehr zur Diskussion. Diverse sagen dem sich vorstellenden Drummer "bitte spiele es so wie auf meiner! Vorproduktion - ich habe mir dabei was gedacht".
Gibt es eigentlich auch schon Software zur Simulation von Größenwahn? Oder sinnvoller: "Software zur Therapie von chronischer Selbstüberschätzung."
Diese Extrembeispiele nehmen scheinbar zu - vielleicht macht es Wargaming-Software tatsächlich Personen mit "napoleonischer Persönlichkeitsstruktur" leichter Europa + X zu erobern. Aber bei Musik? Die lebt doch vom miteinander Schwitzen, ringen um die bessere Idee, dem gemeinsamen feilen an neuen rhythmischen Phrasierungen etc. etc. Da verstehe ich diverse Egotrips wirklich nicht.
Ich finde es wichtig, dass man das mitmacht wenn einem das Freude macht. Ich finde es aber mindestens ebensowichtig, dass wenn man daran keinen Spaß hat und es einem als zu eng-genähtes Korsett erscheint, dass man dieses sich nicht anlegen läßt. Das witzige ist auch: manche der "Songwriter am PC" reagieren erstaunlich empfindlich, wenn man sich mal im Solopart der Gitarre/Keyobards ein anderes (womöglich technischer anspruchsvolleres) Solo wünscht.
Hier als Munition für leidgeplagte Drummer meine Soli-Favoriten "spiel doch mal ein Solo wie das hier, dass gefällt mir besser wie das auf deiner Vorproduktion". Während du das makellos einübst feile ich gerne
an der von dir programmierten Drumspur, die dir so wichtig ist! - bis nächste Woche, ich freue mich schon!"
Allzweck-Waffe gegen programmiertüchtige Gitarristen und Keyboarder: http://www.youtube.com/watch?v=SfwMt1u5BXY
Für den Keyboarder Passage : ab 1.32 - 2.55 sowie 3.45 bis... bis zum "Ende".
Für Gitarristen Passage: 3.05 - 3.45
Zurück zum Thema: obige Songwriter sind zum Glück noch! ein Extrem.
Ich persönlich finde es so viel spannender Songs auch zu interpretieren und mit "Leben" zu füllen. Viele Gitarristen etc. Musiker haben genug Gehör und Gefühl um zu erkennen, dass dies mitunter sogar besser als "ihr ersteller Drumtrack" ist oder zumindest dem Song neue Impulse gibt.
Aber man muß das nicht tun. Wer Spaß daran hat oder es als Herausforderung sieht programmierte Tracks nachzuspielen lernt auch eine Menge. Das muß man nicht per se kritisieren.
Nur fällt mir im Threadstart auf, dass man nicht automatisch an eine Sache so herangehen muß wie "bin ich gut genug? Es gibt da ein paar Sequenzen die ich nicht 1 zu 1 spielen kann." - sondern vielleicht eher: "in meinen Ohren klingt das interessant - hier und da erscheint mir aber dies noch etwas besser und das stelle ich so mal vor!"
Somit würde ich empfehlen spiele etwas mit dem Song, verwende was Dir gefällt und sinnig erscheint, erarbeite eine Drumspur für das was Dir an manchen Stellen verbesserungswürdig erscheint und auch für jene stellen, die Du Dir noch nicht zutraust und habe Spaß mit der Kombo. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für immer noch groß, dass es Menschen aus Fleisch und Blut sind, die froh sind wenn ihre Musik einen menschlichen Neuzugang im Proberaum bekommt und ihr Leben einhaucht! Und bei Bammel nie vergessen: wenn wir Drummer anfangen (würden) Gitarrenläufe, Soloruns und Arpeggios zu programmieren bekommt es der Gitarrist auch nicht 1 zu 1 hin - garantiert nicht!
edits: inhaltlich nichts. Nur Rechtschreibung