Ich versuche nochmal ein kleines konstruktives Fazit:
Ich denke das Drumset an sich ist weitestgehend schuldlos.
Sofern! die Mitmusiker das tatsächlich beurteilen können und ein schwacher oder gar mieser Sound vorliegt, würde ich zuerst:
1.) Stimmung testen und verbessern oder von einem erfahreneren Drummer mal das Stimmen rudimentär zeigen lassen und in seinem Beisein auch selbst Stimmvorgänge testen. Da lernst Du für´s Leben. Und gerade beim GEMEINSAMEN Hörvergleich und der gemeinsamen verbalen! Beschreibung was man während des Tuningvorganges an Klang-Veränderung zu hören glaubt, profitiert man höllisch. Ohne Ironie.
2.) Unbedingt: über die Raumakustik nachdenken. Drumset in die Ecke stellen mit Schußrichtung! der Bassdrum in Richtung der "lieben" Kollegen ist seit Jahren mein Geheimtip, wenn es um mehr Schub "untenrum" (also mehr Tiefbass) geht. Es wirkt nicht in allen Räumen zugegeben - aber in sehr! vielen. Auch andere Positionen des drumkits ausprobieren.
Ich vermute aber... mit Verlaub noch etwas ganz anderes: ich habe den Thread nur überflogen... aus Gründen die hier zu weit führen.
Aber: wenn ihr irgendwas in der Schnittmenge "Rock", macht, dann wage ich zu behaupten, dass das Schlagzeug das Instrument ist, dass am schwierigsten im Proberaum Richtung CD-Sound zu "trimmen" ist. Auch das was viele Bands heutzutage Live über PA-Abfeuern ist manchesmal sehr weit entfernt.
Aber diese Höreindrücke prägen nun mal Menschen, wie ein Schlagzeug angeblich "klingt" oder zu klingen hat. Viele bassisten, Keyboarder oder Gitarristen machen gerne mal "dicke Backen" und vergleichen unseren echten Akustik-Drumset-Sound im Proberaum mit Drumsounds von Glatt-polierten 500.000 Euro CD-Produktionen oder Trigger-Samples von sonstwem. Da ist es völlig normal, dass wir (auch die erfahreneren Drummer unter uns) akustisch nicht mithalten können.
Gitarristen haben es da heutzutage viel leichter, die kaufen sich so eine Wanderniere von Behringer oder Line 4711 oder sonstwem und haben sofort 8923 Effekte parallel und 67282 Amp und Boxensimulationen zur Verfügung. Deren Sound entspricht dann zwar für geübte Ohren auch nicht wirklich Steve Vai oder Yngwie - aber sie können sich hinter ihren polierten Effekt-Presets besser verschanzen als wir Drummer. Und haben es tatsächlich so viel leichter sich CD- Sounds zumindest anzunähern. Die Welt ist ungerecht.
Meine Vermutung, ist somit ganz stark, dass die werten Mitmusiker unrealistische Wünsche haben (siehe oben). Vielleicht addiert sich das auch noch auf, wenn Dein Drumset wirklich nicht gut gestimmt ist, oder Du sehr soft spielst - die Burschen aber Windstärke Zwölf der Bassdrum im Zwechfell spüren wollen.
Diese Annäherung zwischen Drummern und dem Rest der Welt, ist nicht einfach. Für Rookies nicht, für Fortgschrittene nicht und auch für manchen Profi nicht.
Unser Instrument ist nicht leicht zu handeln und die meisten Tonträger der letzten 15 Jahre offerieren einen Drumsound der sich immer massiver vom real existierenden Drumsound eines Drum-Kits aus Holzkesseln und Mylarfellen in einem (Probe) Raum mit vier Wänden unterscheidet.
P.S: da auch ich Humor nicht unterdrücken kann 2 profane Beispiele aus meinem Musikerleben, mit dem ich mir nicht immer Freunde mache... aber irgendwann muß ja auch mal die Schmerzgrenze aufgezeigt werden:
Wenn Leute die absurdesten Wünsche äußern statt sich im ihre Dinge zu kümmern (viele lenken nämlich gerne von ihrer eigenen Unzulänglichkeit ab, in dem sie auf andere schießen) entgegne ich entweder:
"Ich bin leider nicht der Weihnachtsmann"
oder Alternativ:
"Darf es noch eine Pizza Margarita sein oder darf ich Schnittchen servieren?"
Erstaunlicherweise werden diese Botschaften meist verstanden.