Sorry, sollte es off-topic sein:
Seit wann ist Lautstärke in der Musik ein Qualitätsattribut? Wenn dem so ist, dann kauft Euch eine Glockengußbronzesnare (meinetwegen auf dem Gebrauchtmarkt) und eine eigene PA und hämmert only Rimshots auf der Kiste! 
Back To Topic: ich war bei der ein oder anderen Messe mehrere Tage fast nonstop, stundenlang an dem Odery-Stand mit ihren Vented-snares. Der Vented-Effekt war dort einstellbar "mittels Fenster". Also wie groß soll das Loch werden? - das war vom Drummer justierbar.
Ich persönlich befürchte das in dieser Diskussion einiges verwechselt wird. Deswegen versuche ich den Physik-Kram weitestgehend wegzulassen und wirklich "nur" von meiner Hörerfahrung mit vented Snares des obigen Herstellers zu sprechen (obwohl ocdp hatte ich auch schon längere Zeit vor dem Ohr - da deckten sich die Höreindrücke). Das weglassen ist auch insofern besser, da mancher vergißt dass bevor Materialtechnische Kabinettstückchen ob Messing, Kupfer oder Stahl, die Kesseldicke oder die Luftlochposition oder Größe VIELMEHR über die Lautstärke entscheidet ob ich 7a oder 5a Sticks spiele (ganz zu schweigen von dem körperlichen Input des Spielers :-)). Ich bin oft etwas verwundert, dass dies in vielen Diskussionen vergessen wird.
Bei vented snare ist allzu offensichtlich, dass die "Crispness" (der Höhenanteil und das Ausmaß des Teppichklangs, hörbar zunimmt). Die Crispness, dass was für viele Ohren als "spitzer" bzw. höhenreicher beschrieben wird. Manche empfinden den Sound auch als etwas "penetranter". Nicht jeder steht auf eine Verschiebung der Kesselsound-Teppich-Ratio zugunsten des Teppichanteils. Der Sound wird auch etwas trockener, als wäre der Kessel bzw. die Kesselresonanz weniger in die Klangformung involviert (wen wunderts?).
Aber nochmals, der Teppich-Klang dominiert den Klang etwas mehr als normal. Dieses "etwas mehr" steht in Relation zur Größe der Öffnung UND AUCH zur Position der Snare zum Zuhörer. Bei mehreren, gleichmässig verteilten Löchern spielt letzteres natürlich keine Rolle mehr.
Das viele (je nach Zustand ihres Gehörs) eine, crispere, höhenreichere Soundentfaltung als subjektiv "lauter" wahrnehmen ist an für sich nichts neues. Witzigerweiser (im Kontrast zu Broadcaster) empfand ich den Sound, CRISPER, trockener und etwas DÜNNER! Nicht fetter! Diese Wirkung ist gerade bei den einstellbaren Vented-Snares sehr gut zu "dokumentieren".
Nochmals: diese Höreindrücke stammten weitestgehend von Snares, die regulierbar waren. Dadurch konnte man in zig Nuancen oder auch Extremen immer wieder gehörtechnisch cross-checken: "spinne ich jetzt - oder ist da wirklich etwas hörbar" oder "hörst Du es auch so?". Deswegen bin ich mir mit den bisher oben gemachten Aussagen sehr sicher!
Jetzt wird es subjektiver: ich schwankte zwischen 2 Extremen in der Beurteilung:
Viele (ausladende) Öffnungen empfand ich als zu spitz/crisp bzw. dünn-höhenreich im Sound. Ich wage den leicht übertriebenen Vergleich: als sei man Zuhörer eines Marching-Corps und höre die an sich vorbeilaufen.
Etwas kleinere Öffnungen empfand ich bei den von mir getesteten Snares durchaus sehr interessant und teilweise (durch den kleinen Crispness-Boost) deutlich besser als die Snares ohne jegliche Holeöffnung. Da ich den leichten Höhenboost bzw. ein klein wenig Zunahme der Crispness und der Teppichansprache selbst sehr mag. Aber ich mochte auch Snares mit voller Öffnung, wenn ich nicht direkt vor der Öffnung stand, sondern die Öffnung von meinen Ohren "wegzeigte".
Insofern empfinde ich den Hype mancher Hersteller, oder sklavische Fan-Allüren "mein Stardrummer hat Löcher, die will ich auch" zwar lächerlich bis kindisch
- das Konzept hingegen aber durchaus INTERERESSANT und ernstzunehmend.
Nochmal Offtopic:
Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen Concert Toms und sogar Roto-Toms von ambitionierten Hobby-Musikanten als "lauter bezeichet" wurden als normale Toms mit Schlag- und Resofell. Solche Aussagen empfand ich inhaltlich als falsch. Aber statt gleich zu vermuten, "die haben ungewaschene Ohren" oder "die haben überhaupt keine Ahnung", konnte man ja mal Überlegungen anstellen, was andere Menschen zu einem subjektiv anderen Urteil kommen lies. Mitunter ist es "nur" eine Verwechslung von Begrifflickeiten. Ein gemeinsamer Nenner war damals: bei Single-Headed-Toms (sogar ohne Resonanzkessel/Körper: also Remo Rotos) hört man den Attack, also den wirklichen Anschlag des Schlegels auf dem Fell sehr dominierend und direkt. Nicht wirklich lauter... hahaha aber man hört ihn, bzw. "ortet" ihn akustisch leichter. So kann man noch unendlich weitere Beispiele finden, bei denen klangliche Besonderheiten die vielleicht sogar mehreren Personen gleichzeitig auffallen nur "falsch" bzw. unterschiedlich beschrieben werden.