1.) Live and Dangerous / Thin Lizzy
Bis auf die Drums ist bei dieser Scheibe zwar nahezu alles gefakt und leider nicht live... aber was Downey da tatsächlich und belegt live trommelte ist zeitloses groovendes! Rock-Drumming vor dem ich seinerzeit mit 14 und heute mit 42 Jahren auch noch auf die Knie falle. Einer der besten und eigenständigsten "Rock"-Drummer aller Zeiten, der es nicht verdient hat nur mit "Whiskey in the jar" (das glücklicherweise nicht auf der Scheibe ist) assoziiert zu werden und den viele, viele Drummer leider völlig unterschätzen.
2.) Rainbow "On Stage"
Die magischste Live-Platte des letzten Jahrtausends. Man mag von Cozy halten was man will. Diese Platte ist grandios. Auch wenn Cozy öfters mal ähnliche bzw. die selben "Break-Trademarks" 5-10 mal pro Song wiederholt (so wie in späteren Jahren auch) - es ändert nichts daran dass diese Scheibe zeitlos und gleichsam fantastisch ist. Am Cozy-Style inklusive seiner unbändigen Power und seiner speziellen Microtime versuchten sich viele... die meisten scheitern. Diese Platte hörte ich unglaublich oft - stellte mir vor Cozy und Dio gleichzeitig zu sein. Schöne Jugendphantastereien waren das damals. Solche ekstatische, verzaubernde Live-Musik existiert seit über 30 Jahren nicht mehr... leider!
3.) Billy Squier "Don´t say no"
Der aufgrund ungesunder Lebensführung viel zu früh verstorbene Bobby Chouinard ist in Deutschland größtenteils unbekannt obwohl er viele millionenfach verkaufte LP´s eintrommelte und auf diversen Tourneen zu sehen war. Er ist meiner Ansicht nach einer der ganzwenigen Drummer, der so viel Schwere und "mächtige-Erhabenheit" in simple Rockbeats packen konnte - außer Bonham. Ihn mit letzterem in einem Atemzug zu nennen, mag manchem verwegen vorkommen. Ist aber nicht ganz unberechtigt, je genauer man sich mit Bobby befaßt.
4.) Dio "Holy Diver"
Vinnie Appice at his best. Fantastisches Drumming - unglaublich guter Drumsound. Erst Jahre später fanden sich in diversen Interviews Hinweise, warum dieser Drumsound tatsächlich so gut war... und welcher Aufwand dafür betrieben wurde. Aber Sound ist sekundär - das unglaublich vital-testosteron-haltige Drumming nagelt einen an die Wand. Viele Drummer spiel(t)en die Platte mit - und scheitern doch.
5.) Rush "Moving Pictures"
Extraterrestrische Hörerfahrung... für jeden Drummer/Musiker der sie das erste Mal hört. Selten eine CD/LP gehört die von der ersten bis zur letzten Note einen euphorisiert und gleichsam verstört zurückläßt. Toller Sound, ultra-einfallsreiches und doch songdienliches offensiv-Drumming. Diese Scheibe werden Rush nie wieder toppen... auch wenn sie immer behaupten sie wollten dies auch garnicht.
6.)Yngwie Malmsteens Rising Force "Marching Out"
Neo Classical Metal als neue Musikrichtung war zwar schon mit seiner ersten LP ein Jahr vorher geboren... mit dieser seiner 2. Solo-Veröffentlichung war aber klar, er setzt sein Spiel unbeiirt fort!
Tolles Drumming eines noch sehr jungen Anders Johansson. No Filler Tracks. Diese beständige Songgüte gab es fortan von Yngwie nicht mehr... leider.
7.) "Rush Exit Stage Left"
Verflucht, diese Live-Scheibe machte deutlich: ihre spieltechnische Güte setzt das Power-Trio aus Kanada offensichtlich auch live erschreckend gut um. Neben der Moving Pictures (siehe oben) bei mir jahrelang in Dauerrotation. Zeitlose Scheibe für Drummer und Musiker... und jene die tolle Harmonieführungen (eingängig und doch jenseits normaler Popkultur bzw. Hörsozialisation) lieben.
8.) Kiss Alive II
Diese Scheibe hörte ich von 12-14 so unglaublich oft, dass kaum noch Rillen auf den 2 Scheiben übrig blieben. Peter Criss ist ein sehr eigenwilliger Drummer. Seine Drumaufbauten hatten mich maßlos beeindruckt. Erst in den letzten Jahren wurde mir klar, dass auch unter Hardcore-Drummaterial-Kennern völlig verkannt wird, dass er die Modewelle tiefer Snares 14 x 8 + X zig Jahre vorwegnahm und manches andere auch. Wenn ich auch bis heute denke, dass er 8-Tel Triolen immer zu schnell bzw. hastig spielte (sowohl auf Studioplatten als auch Live). Apropos: unvergessen meine Versuche nach 4-5 Stunden Drumunterricht "Detroit Rock City" der Live- DLP mit einem straighten 4/4 Achtel Beat zu begleiten und mich stets zu wundern warum es nicht so ganz paßt
Ternäre Auflösungen und nebenbei bemerkt das Verständnis wie sexistisch bzw. eindeutig alle Kiss-Texte sind - kamen sooo viel später. Anyway, es bleibt doch mein Respekt vor meinem ersten Drumidol - bevor es als ich 15 wurde von Brian Downey und Ian Paice entthront wurde.
9.) Apropos sexistisch:
"Komm´ und hols´Dir" Whitesnake
Auf das erste hören ultra-simple Beats. Der Mainbeat den Ian Paice auf dieser Scheibe spielt ist gar bei 3/4 aller Songs der Platte identisch. Und doch: diese simplen Beats so groovend zu spielen! Nicht einfach! Ich unternahm unzählige Versuche in jungen Jahren mitzutrommeln. Und kapierte lange, lange Zeit nicht, warum er so anders klang.... wo doch seine Snare auch auf der "2" und der "4" liegt. Gottgleiches Drumming auf einer starken Rock-Scheibe die man als Drummer haben muß. Eine zeitlose Killerproduktion von Martin Birch, die mir heute noch Runzeln auf die Stirn treibt. Wie kann so eine alte Platte so gut gemischt sein und selbst heute in unseren Ohren noch so homogen und GUT klingen? Unbegreiflich... Das Zusammenspiel zwischen Drummer Ian Paice und Neil Murray am Bass ist unglaublich tight und läßt eineiige Zwillinge vermuten. Wer glaubt es habe je eine bessere und symbiotischere Rhythm-Section im Rockumfeld gegeben als Paice/Murray sollte diese Scheibe hören und dann Abbitte leisten 
10.) Black Sabbath "Mob Rules"
Wiederum Martin Birch als Produzent und Engineer. Völlig anderer Drumsound (obwohl im selben Jahr aufgenommen) als das Whitesnake Werk... nicht nur wegen der gänzlich anderen Drumstile und Drummer sondern auch alle Hall- bzw. Raumparameter völlig anders. Und doch zeitlos, mächtig und erhaben. Vinnie Appice in Bestform. Der Song "Sign of the Southern Cross" ist dramaturgisch, "drummerturgisch", Hookline- und arrangementtechnisch der beste epische Hardrocksong aller Zeiten und wesentlich besser als alles mystische was Zeppelin, Rainbow oder sonstwer je aufgenommen hat. Die selbst von vielen Musikern am meisten übersehene Perle der Rock-Musikgeschichte. Das überraschend spät einsetzende Riffing des Songs "Sign of the Southern Cross" von Iommi schneidet Brot wie Beton und das Drumming ist ein didaktisches Lehrstück für den feinen aber wichtigen Unterschied zwischen schleppend gegenüber laid-back-MÄCHTIG!!! Wundervoll und zeitlos!