Beiträge von Drumstudio1

    Der Shop kennt mich nicht.... aber ich ihn :)


    Der existiert seit Jahren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da dubioses passiert.


    Beschwören will ich zwar nichts... aber nochmal: hake da nach. Der kleine Shop existiert seit vielen Jahren und Bensheim ist ein überschaubarer kleiner Ort. Da wird kein Händler ein Interesse haben sich die Finger zu verbrennen.

    Zitat

    Es ist auch denkbar, dass bei der Herstellung der Feder ein Fehler gemacht wurde (z.B. eine Sollbruchstelle reingebogen wurde am der Stelle, wo die Spirale ausläuft).


    Ja, genau! Da reißen wirklich viele Federn. In meinem Drummer-Leben alleine 7 oder 8. Dort ist die Achillesverse vieler Federn. Dort wo die Feder ihren "Knick" macht und zur Öse zum Einhängen wird.


    Trotzdem wäre jetzt der Threadstarter mal wieder am Zug... im wahrsten Sinne :D

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    ???
    Hör ich zum ersten mal.



    Kleiner philosophischer Hinweis: Dafür sind wir alle auf dem Planeten- um voneinander zu lernen :D.


    Es gibt Drummer die nicht nur den Schlegel im Fell liegen lassen (das machen viele). Sondern manchmal wenn sie bei Spielpausen oder gar bei Dialogen dem Gitarristen Jupp Zurufen "welches Stück sollten wir in der Generalprobe nochmal spielen?" ... sekundenlang den Schlegel mit weit gedehnter Feder im Fell lassen. Nochmals das andauernde Verharren mit "durchgetretenem" Fuß auf dem pedal, und höchstauslöenkung der Feder ist eine Lebensverkürzende maßnahme diverser Federn.


    Dazu kommt, das einige Drummer für Ihre Spieltechnik (ich auch) Federn sehr hart anziehen... also diesen brettharten Rebound der Feder bis zum Anschlag benötigen. Das ist natürlich auch in Sachen Federauslenkung bzw. DEHHHHHHHHHHHHHHHHHHNUNG eine Herausforderung für die Lebensdauer.


    Aber nochmals: zunächst ist für weitere "Analysen" ;) wichtig, ob die Federn an identischer (oder fast identischer) Stelle reißen. Moya vermutet da ganz ähnlich wie ich (right form the start). Wobei dieses Phänomen nicht zwangsläufig mit der Verarbeitungsqualität oder Produktqualität diverser neuer oder alter Pedale zusammenhängen oder ihrer Federfürhung zusammenhängen muß... sondern teilweise auch bei leicht verdreht montierter Feder schneller auftritt (selbst wenn das Pedal modern, "gut" whatever ist)

    Es gibt je nach Federqualität (bzw. Hersteller/Zulieferer) aber eben auch Spieltechnik und Justage durchaus höhrere Sterberaten bei einzelnen Drummern. Auf welchen der obengenannten Parameter die dann zurückzuführen sind, ist zumindest für unerfahrenere Drummer nicht leicht herauszufinden.


    Ich hatte früher mit einer älteren Generation von Yamaha-Federn und noch mehr den Mapex-Janus Federn große Probleme. Also diverse Federrisse nach kurzer Zeit.


    Bevor es jetzt zu "wissenschaftlich" :D wird:
    Kurze Frage(n):
    1.) Rissen die Federn an der selben, oder nahe der selben Stelle?


    2.) Hast Du schon mal eine Feder eines anderen Herstellers erworben (eventuell sogar mit anderen Eigenschaften z.B: "Heavy" etc.) um zu testen, ob diese länger hält?

    Liebe Kollegen,

    ich erlaube mir an dieser Stelle mal auf eine CD aufmerksam zu machen, die mich schlichtweg aus den Socken kippt. Die neueste Veröffentlichung von S.I.N. ("unserem" Alex Hlousek).

    In den letzten Jahren hörte ich ab und zu mal in Soundfiles der Band und fand da manches wirklich gut. Muß aber gestehen ab und an vom netten oder witzigem Plausch mit Alex abgesehen, kein allzu großes Interesse an der Band gezeigt zu haben.


    Insofern ist die neue Scheibe für mich eine riesen Überraschung. Einfach, weil sie alles was ich von S.I.N. bisher hörte, nochmals massiv toppt. Mehrere Killertracks, absolut einfallsreiches Drumming (eben nicht nur songdienlich sondern wirklich clever mit vielen geschmackvollen Fills, Phrasierungen und rhythmischen Wendungen etc.) tolle Hooklines und teilweise sehr orchestrale aufwendige - aber nicht überladene, sondern stets passende! Arrangements. Die CD (ein Konzeptalbum mit beachtlicher Storyline) ist glücklicherweise keinesfalls ein Potpourri von allem, oder gar stilistischer Beliebigkeit, wie sie manche Konzeptalben auffahren. Zum Glück nicht. Der rote Faden von druckvollem Hardrock bzw. "power-getränktem Melodic Rock" wird nie verlassen. Aber eben stellenweise mit viel mehrstimmigen Gesang, Chören oder Keys veredelt.

    Bevor mir jetzt jemand Lobhudelei unterstellt: mir ist es völlig wurscht wieviel CD´s die davon absetzen. Aber den Rock- und Hardrockmarkt beäuge ich u.a. auch als stinknormaler Konsument seit Jahrzehnten. Der Niedergang der Hookline-Qualität vieler ehemals begnadeter Songwriter und Kombos ist für mich ganz schwer zu schlucken. Umso beeindruckender, dass diese Scheibe eine fantastische Hooklinegüte bietet. Noch dazu ist sie weitestgehend eigenständig - kein Clone von irgendwas.

    RESPEKT!

    Stilistisch ist es somit garnicht leicht Vergleiche anzustellen, da S.I.N wie erwähnt nicht kopieren. Gewisse Referenzen die mir in den Sinn kamen waren Queensryche´s geniale "Operation Mindcrime" (wobei ich behaupte, das der 13. Apostel da locker mithält), vielleicht auch Crimson Idol (das einzig wirklich ambitionierte Werk von WASP) und die besseren "Taten" von Savatage. Gitarrentechnisch gibt es einzelne sehr feine, vorsichtige Anleihen an John Sykes (in Bezug auf die Gitarrenarbeit) z.B. beim Refrain von "Junia´s Eyes.


    Nun ganz sachlich zur Einordnung : die Scheibe toppt 95 % aller Rock und Hardrockreleases der letzten 3 Jahre die ich kenne.

    Eine "Watschen" :D für den Alex habe ich dann doch noch. Bester Track ist nämlich (trotz seinem tollem Drumming auf den anderen Songs) der Track "Tears of Gethsemane". Eine Ballade die kompositorisch, in Sachen Hookline und Emotionalität (Gänsehaut-Faktor) einfach wunderschön ist - aber eben ohne Schlagzeug auskommt. Diese Ballade alleine schlägt "Silent Lucidity" von Queensryche´s good-selling CD Empire um Lichtjahre. Es ist zu befürchten, dass die Zeiten des Airplays für solche Songs um sind. Ein Hit wäre es zu recht geworden... zu anderer Zeit. Wenn irgendjemand im Management oder Label mitdenkt! sollte dieser Song zwecks Airplay an Radio und alle Fernsehsender bzw. Formatmacher gehen... es wäre eine Schande, wenn diese Perle unentdeckt bleibt. Zumal der Song auch völlig abseits von Schubladendenken oder gar der "Rock-Sparte", zieht!


    Meine Anspieltips (für jene die nur 2 kurze Chancen vergeben, bevor sie über "Kaufen" oder "Stirb" im CD-Shop entscheiden):
    "Junia´s Eyes" (Track 4)
    "Tears of Gethsemane" (Track 9)

    Zitat

    Aber so ist es doch immer mit irgendwelchen Trends: Jemand setzt etwas vor, andere machen es (gut oder schlecht) nach. Wie mit Autos, Klamotten usw. Und mir gefällt der Trend, in den sich nahezu alle Drumfirmen bewegen einfach weniger. Es wird mir etwas zu protzig und zu dick aufgetragen. Yamaha ist da keine Ausnahme. Ich mags schlicht und funktional.


    Ich weiß nicht so recht. Ich empfand da Yamaha fast immer als erstaunliche Ausnahme. Wenn die was designtechnisch vorgestellt haben, hatte das oft eine viel höhere "Halbwertszeit" als Produkte von den anderen Namhaften.


    Auch wenn die Unternehmensbereiche natürlich total getrennt sind.., aber das galt auch für ihre Hifi-Designs. Hatte Yamaha erstmal einen neuen Knopf oder Poti designed, dann war der
    1.) erstens oftmals wirklich schön...
    2.) paßte trotzdem zur Vergangenheit von Yamaha (ihrer Philosophie oder ihrem Firmenerbe)
    3.) und hielt sich jahrelang auch bei neuen Gerätegenerationen. Wurde also nicht sofort aufgegeben.


    So war das auch oft bei vielen Drumteilen. Selbst wenn was neues kam. Es stand in der Yamaha Designtradition. Aber selbst das neue führte vieles der alten Errungenschaften weiter.


    Alle 3 Faktoren erkenne ich bei diesen GRAUSAMEN Platten nicht. Deswegen finde ich diese "Innovation" eher Yamaha untypisch.


    Aber ist egal - die Dinger kommen weg und gut ist! :D

    Die schwarzen Platten sind als Tomhalter unmöglich da sie die Tom-Ästhetik (und die schönen Holzoberflächen auf die ja auch Yamaha setzt) vernichten. Ich verwette die Hälfte meines Hinterns :D das dieser Design-Murks Marke "Ersatzteil bei Obi" binnen der nächsten 2 Jahre weg ist... und sei es nur, dass sie künftig in Setfarbe lackiert werden. Meine Güte, wer ist für diese Ausgeburt verantwortlich?


    Sorry Back To Topic! Ich reiße mich jetzt auch am Riemen... ehrlich!

    Eben das meine ich ja. Es gibt natürlich Bürgerrechtler dort die Informationen weitertragen. Aber wer zu jenen keinen Kontakt hat, erfährt höchstenfalls von den Staatskanälen damals seien "Konterrevolutionäre Banden" aktiv gewesen.


    Das viele der Demonstranten damals den Sicherheitskräften nach dem diese schossen völlig zurecht! zugerufen haben "ihr seid Faschisten" und vieles wichtige mehr, wissen viele im Land nicht. Eben weil sie keinen Zugang zu freier Information haben und/oder der Kontakt zu Bürgerrechtlern nicht ungefährlich ist.

    Ich glaube ein Hauptfehler im Denken der meisten ist, dass seit Jahren manche Wirtschaftsfunktionäre oder manche! Politiker hier uns glauben machen wollen, China sei bald eine Weltmacht und deswegen müsse man schauen dies und das zu tun oder zu unterlassen.


    Für mich der größte Running Gag, da China es seit zig Jahren faktisch längst ist. Ich kann mich auch in meiner Behausung hier in Deutschland keinen Millimeter bewegen, ohne dass ich an die Produktionsallmacht und Weltmacht China erinnert werde. Ich kann mich an kaum einen Haushaltsgegenstand oder ein technisches Gerät, Hilfsmittel whatever erinnern, dass nicht ganz oder teilweise aus China stammt.


    Das Massaker am Platz des himmlischen Friedens hat sicher keiner meiner Generation vergessen. Sicher auch nicht die Generation unserer Eltern was die perverse sogenannte Kulturrevolution unter Mao und der beteiligten Mörderbanden angerichtet hat und wieviele Opfer sie zurückließ. Die lückenlose Aufarbeitung und Rehabilitierung (post mortem) der Opfer - ja darauf warten wir alle, wann sie denn in China erfolgt. Da drängt sich jedem mit klarem Verstand der Vergleich zur sowjetischen und dt. Diktatur auf.


    Fast schon witzig-bizarre Anekdote. Ein kurzer (da sinnloser) Dialog vor wenigen Wochen in China:
    Fragesteller (einer Gitarrenmarke die zu meiner Überraschung Fakes/Plagiate berühmter Instrumente herstellte - war vorher nicht klar) zu mir:


    Fragesteller: "Do you know Mao?"


    Ich: (im Bestreben keinen der staatstreuen Gastgeber sofort nach dem Kennenlernen total zu beleidigen, aber auch nicht zu leugnen was Sache ist):
    "Yes - everyone in Europe knows about him. He is very CONTROVERSAL discussed here in europe".


    Fragesteller: "Yes, he was great."


    Ende des Gesprächs.


    Solche Dialoge sind kennzeichend für jene Teile der Bevölkerung die regierungstreu sind und/oder jene die durch die gezielte Verdummung und orwellsche Medienüberwachung/kontrolle dort drüben´ groß wurden.


    Es ist selbst als Besucher nicht immer ganz einfach in diesem Land sauber zu bleiben. Diese Gastgeber einer Gitarrenmarke bestanden auf einem Photo mit uns (einem dt. Investor der mich und eine weitere Begleiterin mitnahm) auf dem Platz des himmlischen Friedens. Ich fühlte mich total unwohl an dem historischen Platz wo Leute ermordet wurden keep smiling zu machen. Erhielt auch keine klare Antwort ob es der Platz des himmlischen Friedens ist (den Begriff kannten die Gastgeber nicht), da er dort nur unter dem Namen Tian'anmen bekannt sei.. das sagte mir zunächst nichts. Ich fühlte mich unwohl, war eigentlich vom Gefühl sicher, dass ist dieser Scheiß-Platz und verweigerte mich leider nicht. Mir ging es super-mies danach. Das war ein Fehler!


    Auf dem Rückflug wollte ich es wieder "gutmachen". Eine junge Studentin die in Zürich für einen Versicherer arbeitet sprach mich an. Ich war mir da relativ sicher, dass im Flugzeug nicht allzuviel Spitzelei stattfindet bzw. sie auf eigenes Risiko antworten kann. Denn auch das ist in China bei mehreren anwesenden Personen heikel. Wir können als Gäste frei reden müssen aber bedenken, dass wer uns frei antwortet eventuell sich selbst gefährdet wenn andere Personen anwesend sind.


    Auf ihre Frage wie es mir in China gefallen hätte, sagte ich (was stimmt), dass man mich niemals zuvor im Leben so nett und gastfreundlich behandelt hat. Das ich aber einen großen Fehler gemacht habe. Am Platz wo viele mutige Menschen und wahre chinesische Patrioten ermordet wurden mich einem dummen Photoshoot nicht verweigert habe. Sie verstand das erst garnicht. Blickte irritiert. Ich erinnerte sie daran, dass dort Menschen nicht fremdmacht-gesteuert sondern, aus patriotischem Bewußtsein und für die Zukunft ihrer Kinder Reformen für China forderten und dafür starben. Das dies die mutigsten Chinesen ihres Landes waren. Sie blickte immer verwirrter. Sie fragte mehrmals wie viele Menschen denn damals dort gestorben sein, sie wüßte davon nicht viel. Ich sagte, ich weiß es nicht genau. Ich meine hunderte (nicht ganz korrekt, am Platz selbst wohl weniger- aber in den umliegenden Straßen und Vierteln wesentlich! mehr als einige hundert). Ich habe keine Ahnung inwieweit dieses Gespräch symptomatisch war, aber mir schien, dass sie nahezu nichts über diese Vorfälle wußte. Natürlich war sie zu jung, um es miterlebt zu haben, aber dass sie garnichts wußte, schockierte mich. Ich bin recht zuversichtlich, dass sie nach dem Flieger in Zürich zum Web geeilt ist um Informationen "nachzuholen". Aber das bringt insofern auch nichts, weil diese Informationen nur jene Chinesen erhalten können die im Ausland leben.

    Die Crux dieser diktatorischen Scheiße ist: wenn die Medien beherrscht werden und sogar das Internet völlig kontrolliert und gleichgeschaltet ist, dann ist es sehr schwer freiere Informationen einer breiten Basis der Bevölkerung zuzuführen. Es ist nahezu unmöglich. Die Öffnung des Landes erreicht man sicher nicht alleine durch außen. Dafür ist die Staatsmacht viel zu gut organsiert. Wie man die Staatsmacht "überzeugen" will ihre Bürger respektvoller zu behandeln? Ich weiß es nicht. Durch einen Schmusekurs sicher nicht.


    Außerdem nutzt die Staatsmacht dort seit Jahren (analog zu Putin aber auch diversen politischen Strömungen in der Türkei) das anstacheln und fördern eines übergroßen Patriotismus... bis hin zum Nationalismus. Um gerade junge Menschen gegen (Medien)Einflüsse von außen "stark zu machen" bzw. hinter die Staatsführung zu scharen. Auch das macht es schwer von außen einzuwirken ohne dem Vorwurf "feindliche imperialistische Interessen", oder "Gegner des Landes" ausgesetzt zu werden.


    Und wie schon mal erwähnt: ganz brutal ist es eben dann, wenn man das chinesische Volk in der Geiselhaft alter Politgreise läßt. Viele Chinesen "lechzen" nach Kontakt zu uns. Nach freien Informatioen etc. Einige haben großes Interesse an unserem Leben, unserer Kultur, suchen den Austausch etc. Der Gedanke quasi ein ganzes (noch dazu riesiges) Volk abzuschreiben bzw. zu sagen "wir machen dicht bis eure Regierung einlenkt" ist zwar konsequent und auch irgendwie logisch: aber eine knallharte Ohrfeige für jene, die JETZT leben wollen, oder zumindest sehr bald freie Informationen oder Kontakte zu anderen Staatsbürgern suchen. Es ist für uns leicht gesagt zu sagen: wartet mal 50 Jahre, dann erlebt auch ihr einen Gorbatschow. Irgendwann wird auch einer eures Zentralkommitees den Mumm haben, im Interesse seiner Kinder und Enkel die Lebensbedingungen zu verbessern auch wenn er offene Konflikte in der Partei heraufbeschwört. Wer will schon so lange warten?


    Vor vielen Jahren dachte ich auch oft über einen Kaufboykott nach. Aber den halte ich nicht durch. Alle mir bekannten Firmen fertigen auch in China. Wir wissen ja auch um namhafte Drumfirmen, die besitztechnisch ganz in chinesischer Hand sind. Aber auch die vielen anderen Firmen fertigen dort immer öfter. Bauen ganze Fabriken... auch Tama, Pearl etc. etc.


    Diverse Drumhersteller beziehen alles ihrer Hardware von dort. Einige sogar viele ihrer Kessel. Ich weiß nicht, wie ich dem Ausweichen könnte. Wenn man im Low-Entry-Bereich schaut sieht es noch dramatischer aus. Da kenne ich NICHTS mehr im Schlagzeugbereich was nicht aus China käme.


    Auch Drumkäufer von Sets kleinerer Drumfirmen z.B. aus Italien oder diverser kleinster Drumbauer aus Europa vergessen allzugerne, dass deren beiligende Hardware eben auch in den meisten mir bekannten Fällen seit Jahren in China gefertigt wird.


    Ich wünschte einer könnte sagen wie man es als Konsument richtig macht... ich weiß es ehrlich nicht. Jahrelang dachte ich das Land sollte man völlig isolieren, null Kontakt. Alles einfrieren. In den letzten Jahren kommen mir Zweifel ob das die Lösung ist. Auch gerade weil es (leider) noch perversere Kräfte, Terroristen etc. in der Welt gibt gegen die sich auch China stellt.


    Anyway - als Konsument habe ich dieses Procedere in jedem Falle nicht durchgehalten. Diverse meiner Sets oder Hardwarekapriolen kommen seit Jahren auch aus China. Bzw. neue wurden vor Wochen bestellt.


    Edits: Rechtschreibung sonst nix

    Ich stecke seit Wochen in einem gewissen persönlichen Dilemma.


    Schlagzeugrelevante Firma "drüben" vor Wochen besucht. Viel entdeckt... auch umweltrelevantes und für die Gesundheit der Mitarbeiter dort heikles. Expertise von mir angekündigt... eventuell auch Beratervertrag oder Special Agreement gegen Informationstransfer... dann schaukelte die Tibet-Frage hoch. Inklusive der Toten! Ich habe emotional gegenwärtig keinen Bock mehr bzw. weiß nicht was richtig und ethisch vertretbar(er) ist.


    Die Leute vor Ort sind super nett (nicht geheuchelt) gewesen. Ich bin niemals soo nett behandelt worden in meinem Leben. Es ist ein riesen Dilemma wenn an der Staatsspitze viele Knalltüten stehen (bzw. die demokratisch inspirierten Reformer nicht durchkommen).... soll man Firmen/Bürger vor Ort vom Fortschritt ausschließen bzw. abstrafen, weil ihre Staatsführung Trash baut? Ich weiß es nicht...


    Dann gibt es nüchtern betrachtet immer noch! üblere Kräfte als die chinesische Regierung (Thema Terror). Und gegen jene geht China immerhin sehr entschlossen vor (Al Kaida-nahe.Aktivitäten seit Jahren in diversen chinesischen Provinzen). Da finde ich das entschiedene Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte (sofern man deren Miltitäreinsätzen und Erfolgsmeldungen überhaupt glauben darf) völlig korrekt und berechtigt.


    Ich bin mit meinem Latein am Ende... das gemeine ist viele Chinesen "lechzen" nach freier Information und wollen wissen wie wir leben etc. Sie zeigen ein super-herzliches Interesse an uns und wollen viel von "draußen" erfahren. Jene, die im Ausland studieren haben es im Sinne des Informationserhalts ja noch leicht. Wer aber im Land ist und aus finanziellen Gründen nie rauskommt (Thema Staatsfernsehen + sonstige Medien dort) ist einer einseitigen Medienberichterstattung ausgesetzt, die für uns hier unvorstellbar! ist.

    Wenn der Threadstarter wirklich noch sehr jung ist, bemühe ich mich mal um eine möglichst faire! und einfache Antwort:


    Ich vermute Du bist trotz Deinem jungen Alter schon ein sehr guter Drummer. Denn warum sonst solltest Du mit Deinem Drumming Produzenten suchen?


    Prinzipiell ist es mitunter sehr schwer in jungen Jahren schon andere die mit Musik Kohle machen (und meist älter sind) zu überzeugen. Dies liegt u.a. daran, dass ältere erfahrenere Musiker schon einen großen Bekanntenkreis professioneller Musiker haben, die sie in ihrer Arbeitsweise als Musiker gut einschätzen können und mit denen sie schon oft zusammengearbeitet haben.


    Bei sehr jungen Menschen (selbst wenn sie über überrragendes Talent verfügen) sind manche Produzenten/Musiker zunächst etwas skeptisch:
    Es entstehen da im Hinterkopf mitunter Gedanken wie...


    "Ist der junge Mann wirklich zuverlässig genug?"
    "Ist er so gut, wie er glaubt?"
    "Kann er auch mit Streß oder von Minute zu Minute wechselnden Anforderungen im Studio umgehen ohne untight zu werden oder gar zu explodieren und mir mein Produktionsklima und den Zeitplan zu sprengen?"


    Dies soll Dich keinesfalls Ausbremsen. Ich würde Dir in jedem Falle empfehlen (weit überdruchschnittliches Drum-Können vorausgesetzt) Dich zunächst bei regionalen Studios in Deiner Nähe vorzustellen. Anschreiben die Burschen, oder Deinen Drumlehrer fragen und versuchen Dich möglichst persönlich mal in den Studios Deiner Region vorstellen zu dürfen.


    Trotzdem bitte nie vergessen: es gibt in Deutschland (und auch Bayern :D)
    viele! unglaublich gute Drummer jeder Altersgruppe, die trotz interstellarem Talent nie (oder fast) nie ein Studio von innen sehen. Mancher will es auch garnicht, mancher ist nicht konsequent genug, mancher hat einfach kein Vitamin B oder simpler: Pech. Es hängt von unzähligen Faktoren ab.


    Viel Erfolg!

    Du unterstellst mir nicht zu differenzieren... ?


    Jetzt wird es kurios. Ich verweise auf die vielen Diskussionen hier und anderswo - auch in mehreren Hersteller-Firmen. Auch die Auszüge eines Antwortschreibens von der Firma Kirchhoff, das ein Kollege hier veröffentlichte. Hast Du sicher gelesen...


    Ich unterstelle garnichts. Es ist für mich erschreckend, wenn Du als Trommelbauer nicht um den Boom (Hype wäre als Vokabel treffender) von Bubinga weist. Ich habe Anfang dieses Jahres selbst ein Werk besucht in dem Bubinga verbaut wird. Besuche ein anderes diesen Juni. Auch die Kollegen der Bass- und Gitarren"zunft" stellen seit Jahren fest, dass auch in "ihren" Instrumentengruppen Bubinga einen Zuwachs erlebt.


    Nun zur "Differenzierung":


    Zitat

    "Schlagzeuge werden nun mal aus Holz gebaut"


    ??? Sie werden wie wir alle wissen auch aus vielen alternativen Materialien gebaut. Fiberglas, Titan, Stahl, Kupfer, Arcyl, Karbon etc. etc.


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    "Afrikanische Hölzer gehören eigentlich zu den Schlaginstrumenten wie Oliven in den Martini."


    Ja, genauso bourgois und zynisch und "differenziert" hätten einzelne ! (nicht alle) der Generation unserer Großeltern oder Urgroßeltern in Deutsch-Südwest auch argumentiert. Es geht aber eben genau darum! Wie die Olive in den Martini kommt und unter welchen Umständen. Es geht um die Klärung auf welchen Wegen und unter welchen Umständen Rohstoffe aus Ländern erhalten werden. Noch dazu aus Ländern in denen nicht jeder Bürger wie wir auf der Sonneseite lebt sondern unter instabilen politischen-, sozialen oder umweltrelevanten etc. Einflüssen steht.


    Ich behaupte weder das Kirchhoff noch andere Schurkentaten verübt noch Schurken oder Raubbau unterstützt. Ich war derjenige der am längsten im entsprechenden Thread sagte "ich kann mir nicht vorstellen, dass Tama kein verifizierbares Zertifikat vorlegt". Dafür bin ich auch in PN´s massiv kritisiert worden, ich sei zu "Tama-Treu" etc.


    Viele wundern sich bis zum heutigen Tage, warum sich keiner um verifizierbare Nachweise und das lückenlose Aufzeigen der Wege bemüht. Nochmals: logistisch-lückenloses Rückverfolgen der Produkt(entstehungs)zyklen bzw. "Rohstoffketten", die in vielen Branchen längst zum Standard gehören.


    Aber ich bin sicher (immer noch, auch wenn sich mancher an den Kopf greifen wird), dass dies bei einzelnen Herstellern sehr bald passiert.

    Zitat

    Natürlich wäre es klasse, beim Anbau auf ökologische Gesichtspunkte zu achten, und genau das darf man gerne bemängeln, aber generell alles aus Afrika (sofern es überhaupt daher stammt...) unter einen Generalverdacht zu stellen ist sehr naiv.


    Genau dass tue ich nachweislich nicht. Wenn Du mir das unterstellst, dann empfehle ich dringenst professionelle Hilfe!


    Zitat

    ... würde ich die Diskussion als konstruktiv betrachten. So ist sie einfach lächerlich und imageschädigend.


    Es ist für Hersteller seit Jahren stets gefährlich bzw. imageschädigend, wenn er keine lückenlose, verfizierbare Kette von Einkauf, über die Produktion etc. nachweist. Dies hat mit der Power der Konsumenten, aber noch viel mehr mit Recht- und Haftungsfragen zu tun.


    Das ist eben nicht das Problem des Konsumenten, sondern in erster Linie des Herstellers, seiner Lieferanten und Zulieferer und seines Managementsystems und der Berücksichtigung des gesamten Produktzyklus. Das gilt übrigens für alle Hersteller. Der einzige Punkt an dem wirklich keine Differenzierung nötig ist. Und es ist geradezu lächerlich mir die Verantwortung zuschieben zu wollen. Das ist "gagga" Ich erspare mir aus rechtlichen Gründen diagnostisch präzisere Begriffe.


    edits: Rechtschreibung. Inhaltlich nichts verändert.

    Ich finde vieles an der Arbeit von Kirchhoff grandios! Auch Außendarstellung, Marketing usw. ist für die (kleine) Unternehmensgröße beispielhaft gut. Ich bin sicher das an dem raschen Erfolg dieser jungen Firma sich in Zukunft viele orientieren werden. Vielleicht sogar diesen Firmenstart als "Blaupause" für eigene Firmen- oder Produktstarts betrachten.


    Gerade mit ihrer Bubinga-Sache... denke ich hat sie aber das falsche Pferd geritten. Nicht nur in Hinblick auf die Umweltproblematik... sondern wem sowas (leider) egal sein sollte: in Hinblick auf den übermächtigen Gegner Tama.


    Es ist mir unbegreiflich wie man sich gegen die überragende Engineering-Leistung der Tama-Kesselhardware mit einem derartigen Produkt behaupten will... selbst wenn es ein paar hundert Euro billiger ist. Die Kesselhardware wirkt nach wie vor wie bei einem der billigsten Fernosthersteller in Auftrag gegeben (selbst wenn dieser seit Jahren versucht die Tama Bassdrum-Spurs zu kopieren). Wenn man damit aber sein Prestige-Objekt vorstellen will... reicht das nicht.


    Auch der Wiederverkaufswert eines derartigen Sets dürfte im Vergleich zur Preistabilität der übermachtigen Konkurrenz aus Japan erschreckend niedrig ausfallen. Ich persönlich wage die These dass dies ein Kardinal-Fehler in der Kirchhoff Produkt-Strategie bzw. Produkt-Differenzierung war... und würde die fitten Jungs eindringlich ermutigen das Konzept als solches ganz selbstkritisch zu hinterfragen. Es ist nur logisch und natürlich richtig, dass man an die Zeiten denken muß, wenn der Hype um Acryl wieder abflaut. Ob da aber ein als High-End-Produkt vorgestelltes Set, das unter Umweltaspekten hoch umstritten ist und noch dazu mit günstig-Fernost-Hardware bestückt ist, soo sinnig ist? Da haben viele Zweifel... auch ich. Der Zukauf kompletter Hardware bei den OEM HErstellern macht leider immer mehr Drumsets optisch gleich(er). In Billigklassen mag dies keinen stören. In höheren Preissegmenten ist dies für mich aber inakzeptabel. Da erwarte ich auch eine entsprechend durchdachte eigenständige Kesselhardware. Leider ist dieser "Vorwurf" allerdings immer mehr Drumherstellern zu machen.


    P.S: Sorry wenn ich zum Sound nix sagen kann. Bin auf der Messe nur incognito :D mehrfach am Stand herumschlawinert. Aber eine Video-Datei sagt in Sachen Sound garnichts. Das ist KEINESFALLS eine Kritik an Kirchhoff. Sondern betrifft alle mir bekannten Videopräsentationen diverser Firmen. Ein nettes, zeitgemäßes Gimmick - aber meist nicht viel mehr.

    Thanks!


    Die Geschichte wiederholt sich immer... halte Dich fest: Vorläufer meines Stockhalters aus durchsichtigen Pet-Flaschen wie sie meine Website zeigt, war eine Dose! die ich innen mit Schaumstoff auskleidete (genau wie Du es nun gemacht hast, um das "klackern" zu minimieren). Davon steht aber nix auf der Website... aber genau das hast Du auch getan. Witzig - kurios - und irgendwie toll.


    Viele Drummer sind offensichtlich seelenverwandte... :D