Hoppla... ich widerspreche Williken nur ungern... sorry!
ZitatIch habe meine Becken immer schön freischwingen lassen. Jetzt kann ich mir vorstellen, dass das Ausschwingen durch ein gestacktes Becken stark eingeschränkt wird. Verkürzt sich dadurch die Lebensdauer der Becken?
Die Frage ist nur mit einem "Jein" zu beantworten. Je nach Beckentyp, Gewicht und Beckenstärke (Thin, Medium, Heavy/Power) kann durchaus ein Becken signifikant häufiger reißen. Es ist auch physikalisch sehr einfach erklärt. Wenn ein eher dünnes Becken mit einem anderen Becken gestackt wird wird das dünnere Becken durchaus in seinem Schwingungsverhalten - insbesondere in dem Abführen der Schlagenergie beeinträchtigt. Gerade wenn das becken obendrüber ein recht hohes Eigengewicht hat! (Ist im Bild oben natürlich nicht so! Dies kann (wie gesagt je nach Spielweise, und Materialstärke des Cymbals) zu einem deutlich schnelleren Auftreten von Dellen führen... und letztendlich im Worstcase auch zu Rissen. Der Effekt ist vergleichbar mit einem Cymbal was zu fest mit einem Filz fixiert wird... auch hier kann die Schlagenergie durch das verhinderte freie Schwingen nicht schnell genug aus dem Cymbal "abgeführt" werden.
Im gezeigten Bild ist ein "nein" in Bezug auf das Gewicht des Splashes eher angebracht, einfach da es ja ein kleines Splash ist und dieses auf das normalgroße Crash und dessen Schwingungsverhalten nicht allzuviel Einfluß hat. Zur Gefährdung des Splashes allerdings bitte unbedingt unten weiterlesen!
Aber nochmals: Stackt man beispielsweise kleinere dünnere Crash-Cymbals mit anderen (materialstärkeren, schwereren), dann wird es deutlich gefährlicher. Kollegen und ich haben damit jahrelang wiederholt experimentiert... man kann die Materialverluste eindeutig! nachweisen ![]()
Gerade in Bezug auf das Bild, muß man dem Splash allerdings
eine Abschiedsgrußkarte zukommen lassen! Zumindest wenn es so als Splash selbst angespielt, in dieser Position also DIREKT und unmittelbar angeschlagen wird!
Ein Splash auf dem Kopf montiert ist eindeutig (usus in der Industrie) BORN TO DIE! Es sieht optisch toll aus, keine Frage, ich mache das auch. Aber empfehle jedem seit zig Jahren der auch "optisch fixiert ist" und das schick findet, es zu unterlassen. Das Becken offenbart in dieser Position seine sensibelsten "Körperzonen" nämlich seinen Beckenrand - noch dazu in exponiertestem, gefährdetsten Winkel! Wenn der Beckenrand so angeschlagen wird, wird er früher oder später Dellen und Risse bekommen. Um es ganz klar zu sagen: das ist Fakt und kein theoretisches Geschwafel.
Zum Filz... prinzipiell ist es so dass im Laufe von Monaten und Jahren durch die Reibung bei 2 gestackten Becken ohne Filz durchaus ein Metallabrieb entsteht. Dieser ist weitestgehend oberflächlich. Er verändert den Sound nicht. Aber! den Wiederverkaufswert. Denn diese Rillen die durch die Reibung von tausenden und "abertausenden gemeinsamen Schwingungen" und "Reibezyklen"
entstehen mindern den Wiederverkaufswert.
Der Abrieb ist vergleichbar mit den Innenkanten von Hihats. Da schaut keiner hin oder meckert keiner. Aber bei Crash, Splash oder China Becken, die lange gestackt wurden, fallen diese Rillen optisch beim Verkauf schon auf. Weil bei normalem Beckengebrauch niemals an diesen Stellen Metallschleifspuren entstehen würden.
Letztere Hinweise mit dem optischen Abrieb gelten aber nur für Warmduscher und Wiederverkäufer. Stacken macht nämlich irre fun und man kann unglaublich viele verschiedene skurril-interessante Soundvarianten entdecken... einfach durch Drehen eines Beckens in der gestackten Position oder austauschen verschiedener Filzdicken. Oder tauschen eines Cymbals das nur 1-2 Inch Unterschied zum vorherigen hat. Schon ist der Sound völlig anders! Ein El Dorado für Soundfetischisten und Bastler!
Edits: Rechtschreibung, zu viele Fehler da zuviel parallel getan