Zitat
aber gut, dass es der musikbranche allgemein etwas schelchter geht ist bekannt, und dass die handgemachte musik momentan schwere konkurrenz hat auch, trotz allem gibt es hier und da noch sehr erfolgreiche supergroups.
That´s the point! Hier und da! Und das "momentan" dauert streng genommen schon 10 - 20 Jahre an.
Unzählige Konzepte der Wiederbelebung und die überwiegende Mehrzahl neuformierter "Supergroups" scheitern bzw. gingen schon von der Konzeption von altbackenen Phantasien aus - die im Hier und jetzt nicht mehr zünden. Denen gebe ich mich auch in melancholischen Momenten hin und wieder hin ("früher war der Rock noch richtig gut und handgemacht") - aber es ändert nichts an den Marktbedingungen - den realen Gegebenheiten bzw. dem realen "Musik-Konsumverhalten".
Die meisten Musikhörer stehen auch heutzutage nicht mehr mit ihrer Lieblings-LP (...ähm CD) auf und gehen mit ihr zu Bett. Tonträger sind heute für sehr viele Menschen eine Variante des Freizeit-Amusements von VIELEN. Neben Videogames, Porno-Channel, Fußball-Channel, Eselreiten, River-Raftung, Tantra in der Tundra und unzähligen anderen Freizeitbeschäftigungen. Man kann die Zeit nicht zurückstellen - und selbst wenn, soll man es überhaupt? Musik und Tonträger haben heute (nicht nur wegen dem Kopieren) EINEN VÖLLIG ANDEREN STELLENWERT. Und der überträgt sich auch ein Stück weit auf den Stellenwert von Livemusik - insbesonderere den Stellenwert von Supergroups, oder den vielen Saurierbands (den alten, ehemaligen oder noch tatsächlichen Supergroups). Ich habe mit vielen! anderen Rockfreunden früher manchmal jahrelang auf die Veröffentlichung eines neuen Tonträgers meiner Lieblingsbands gewartet. Genauso jahrelang darauf, dass man sie sich mal live leisten kann. Heute wartet kaum noch einer. Das jetzt zählt mehr als das gestern oder morgen. Nicht weil heute die Leute schlechter sind... nein, es ist alles so viel bunter und so viel leichter Verfügbar geworden - auch Alternativen. Das hat massive Konsequenzen nicht zuletzt auf das Kaufverhalten und die Einnahmen der Bands bzw. deren Advances und Budgets.
Die CD-Verkaufsbeispiele von Dir - ja das sind schillernde Branchengiganten, die gerne mal vorgeschoben werden...
... ja, die gibt es hier und da. Finde ich super, wenn nicht alles in Vergessenheit gerät.
Aber nochmals: sogar ohne Copy-Kill als Schutzargument/Alibi zu bemühen würde ich Dir empfehlen mal die CD-Verkäufe ab neunziger Jahre bis heute anzuschauen. Da wird mancher seinen Augen nicht trauen... da gibt es unzählige der Supergroups die ihre Umsätze im 2-3 Jahreszyklus halbieren. Aber selbst wenn man darüber diskutieren mag: die Mehrzahl der Saurier geht rapide nach unten. Während eben die "hippen" (im wahrsten Sinne
) Musik-Konzepte reichlich verkauf(t)en.
Übrigens setzt auch Purple (eine meiner absoluten Lieblingsbands
) von den meisten ihrer Tonträger logischerweise viel weniger ab als zu Glanzzeiten. Das Beispiel von Dir wundert mich wieder. Im Freundeskreis habe ich Die-Hard-Fans, die alles von Purple kaufen. Seit 30 Jahren. Selbst dort nervt etwas, dass Purple seit ca. 10 Jahren immer mehr dazu übergeht mit inflationärer Veröffentlichungsflut, jene Kohle einzufahren, die durch die Stückzahlen ihrer regulären Releases nicht mehr erreicht werden. Ein Stück weit, finde ich das aber auch klasse - da so echte Fans in den Genuß von gut gemischten Konzerten kommen, die sie früher nur als Bootleg mit lausigem Sound auf Plattenbörsen zum astrononischen Preis erhielten.
Das Wort Zyklus hast Du glaube ich falsch interpretiert... gerade wenn Du bei Purple schaust... wäre Dir nicht entgangen das ich Spielorte nannte, wo Du sie heute genau findest... anyway - die Bananenflanke kam ja offensichtlich trotzdem an :D.
Und Back To Topic: Vielleicht sollte mal irgendjemand (wenn sich mal die Gelegenheit bieten sollte 8o) Neil Schon fragen, wie erfolgreich er Soul Sirkus einschätzt... ich behaupte arrogant
seine Antwort zu ERAHNEN... kicher.
Wiederum naiv und pauschal: Letztendlich ist wichtig, dass die Musik toll ist, völlig egal wie übel sich etwas verkauft oder ob Konzerte in großen oder kleinen Hallen stattfinden. Fernab der Naivität: Leider gibt es mitunter aber bei zuwenig Zuhörern auch negative Wechselwirkungen in Bezug auf die Qualität des Management, die sich im extremfall auch auf das Klima, die Qualität und erstrecht das Fortbestehen einer Band auswirken können - nicht müssen. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.
Mein Fazit:
Ich liebe viele der Supergroups bis heute. Es soll keinesfalls der Eindruck entstehen als wolle ich diese madig machen. Ich bleibe aber dabei... vielen geht es schlecht. Und das Konzept als solches (lokale Gazetten nennen es oft ALTBACKEN) ist schon lange kein Garant mehr für Erfolg.
Im Gegenteil: ich rate jedem der sich für Rock interessiert (das schließt Progrock ein) mal die Veröffentlichungsflut von Tonträgern herbeifabulierter oder tatsächlich als Supergroups bezeichneter Projekte seit 1990 mit den Verkaufszahlen oder der Medienpräsenz - jener Bands bzw. Projekte in Relation zu setzen. Es fand und findet geradezu ein inflationärer Projektausstoß statt - der uns Musikfreunden vielleicht mal kurzzeitig unendlich viele CD´s beschert mit tollen Dream-Team-Konstellationen - aber wirtschaftlich betrachtet den Musikern meist nichtmal die Finanzierung eines Folge-Silberlings sichert.
Das erhellt mehr als die Zahlen von Bon Jovi, Iron Maiden oder AC/DC etc. Wobei als Progrock würde ich jene auch nicht bezeichnen ;).
P.S: damit es wieder konstruktiv endet ;): hier 3-4 Perlen der jüngeren Zeit, die leider auch keine große bzw. erhoffte Wirkung erzielten - ich finde sie trotzdem klasse - bzw. Im Falle von der anstehenden Veröffentlichung von Kotzen recht sicher auch wieder keinen Durchbruch ermöglichen...
1.) Ken Hensley (ex Uriah Heep - ex Blackfoot) Projekt: "BLOOD ON THE HIGHWAY" featuring Ken Hensley, Glenn Hughes, Jorn Lande, John Lawton & Eve Gallagher...
2.) The Return of Mother Heads Family Reunion
Ritchie Kotzen, Franklin Vanderbilt (nicht DONATI) , Virgil McKoy (auch nicht Donati) & Alan Schierbaum (der heimliche Schwippschwager von Donati)
Humor rules
...
3.) Living Loud "Living Loud"
Lee Kerslake, Steve Morse, Chris Barnes, Don Airey & Bob Daisley,
(wie weiter vorher im Thread sicher schon mal zitiert - echte handgemachte Musik, tolle Musiker - in den meisten Ländern völlig unbekannt)
4.) Ok, schon wenige! Jahre her...
Alles von RING OF FIRE - mit Mark Boals, Tony Macalpine und einem in irrsinniger Spiellaune, toll aufspielendem Virgil Donati!!!! Ring of Fire veröffentlichte heiße Scheiben - sofern man auch Power-Metal und Neo-Classical-Metal akzeptiert.
Let´s roll!
Edits: Rechtschreibung sucks