Zitat
Gerade in dem Bereich ganz außen, wo keine Hämmerung mehr vorhanden ist, sind die Veränderungen soundmäßig noch gut bis sehr gut "zu verkraften".
Das kann man so nur mit deutlicher Einschränkung (wenn überhaupt?) sagen - da es so klingt als Läge der Hauptzusammenhang mit massiven oder geringeren Soundveränderungen nur daran, ob Bereiche der Hämmerung deutlich betroffen sind... oder eben kaum oder garnicht.
Tatsächlich sind Vorhersagen oder allgemeingültige Leitsätze von Normalsterblichen über die Effekte des Abdrehens von Cymbals bei Rissen nicht zu machen.
Warum?
Cymbals unterliegen einer immensen Anzahl verschiedener Parameter.
Die meisten denken jetzt "Wieso, ich kenne sie doch: Größe, Dicke sowie Legierung!"...
... aber das ist bei weitem nicht alles...
Profil, Profilverlauf, Kuppenform, Kuppengröße, Ratio Kuppengröße zum Beckenumfang bzw. "planen Cymbalteil" etc. etc.
Und fast alle diese Parameter unterscheiden sich ja auch von Cymbaltyp zu Cymbaltyp. Die Kombination und die Wechselwirkung all dieser Parameter, sowie die Art ihres Zusammenspiels (ihre "Komposition" durch den Hersteller) macht den Sound!
Damit es nicht zu weit führt erlaube ich mir nur einen einzigen weiteren vorsichtigen Hinweis, warum obengenannte Thread-Aussagen höchstens manchmal (wenn überhaupt) gelten können:
Gerade der Flächen-Anteil zwischen Kuppe (und dessen Einfluß auf den Sound) und eher plane "nicht-Kuppenfläche"
ändert sich MASSIV!!! bei üppigeren Abdreh-Vorgängen. Und diese Verändung der Oberflächenanteile hat dann einen ebenso massiven Einfluß auf den Sound.
Wer damit nichts anfangen kann: man stelle sich ein reguläres 16" Crash vor, welches auf 14" oder gar 13" abgedreht wird, wegen Rissen. Jeder würde danach sofort anmerken (selbst wenn er nichts vom Abdrehen weiß): "VERDAMMT, hat Dein Cymbal eine große Kuppe".
Da uns hier Optik nicht intereressiert, sei nochmals darauf hingewiesen, dass dieses deutlich veränderte Verhältnis auch massiven Einfluß auf den Sound haben wird!
Und ähnlich ist es auch mit vielen anderen Parametern... die garnicht aufgeführt wurden...
Prinzipiell ist das aber alles meiner Meinung nach garnicht so wichtig:
1.) Wer auf Kulanz des Händlers stößt, sollte ein Becken wenn es schadhaft, er aber damit zu Lebzeiten vernünftig umgegangen ist, Umtauschen lassen.
2.) In den Fällen wo das nicht geht, kann das Abdrehen des Cymbals in jedem Falle die weitere Ausdehnung des Cymbalrisses verhindern und somit ermöglichen, dass es noch eine Weile (oder sogar länger...) musikalisch voll einsetzbar bleibt.
Ich würde das jedem Empfehlen, der keinen Umtausch erhalten hat und jemanden kennt, der das handwerklich solide machen kann. Im Idealfall "für umme", oder zumindest dicht ´dran.
Manche Becken klingen nach dem Abdrehen oder dem "geschwungenem Teil-Aussägen/Teil-Abdrehen" des Cymbals (eine Methode die ich favorisieren würde, weil sie WESENTLICH mehr Material am Cymbal läßt und den Sound deutlich weniger beeinträchtigt, nur etwas uncool aussieht) nicht soo schlecht - und man kann sie dann noch musikalisch nutzen. Nicht selten deutlich länger, als ein Cymbal mit Riß, das im des Verlaufe des weiteren Drummings immer größer werden wird, bis ein Cymbal zum Schrotthaufen wird und in 2 Teile zu fallen droht 8o.
Nicht verschwiegen werden darf, dass Cymbals die schon einen oder mehrere Risse hatten und dann abgedreht oder aussgesägt wurden, leider in einigen Fällen über kurz oder lang wieder Risse bekommen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie umstritten. Auch das führt hier zu weit. Gerade deswegen würde ich Abdreh- oder "Aussägearbeiten" nur dann machen lassen, wenn es sehr wenig kostet!
3.) Wer 1-2 scheut kann immer noch ein schadhaftes Cymbal dort einsetzen wo es musikalisch Sinn macht und damit zweifelsohne Spaß haben! Und sei es nur zum Stacken, um 2 ohnehin kaputte Becken übereinander zu legen, und mit etwas Geschick (und glücklicher Kombination) genau jene witzig-kaputten Trash-Sounds zu erzielen, für die andere Drummer "hippe" Neuware kaufen, um ihren Idolen und dessen schrägen Effektvorlieben nahe zu kommen 
edits... die Rechtschreibung! Inhaltlich NICHTS verändert.