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Aber wer nur einigermaßen seine Sinne beieinander hat, wird als Hersteller bei einer Teststellung peinlich darauf achten, dass es möglichst wenig zu kritisieren gibt. (Ich weiss, wovon ich rede, ich bin in der PR-Branche)
Wer das nicht tut, ist IMHO entweder ein Marketing-Dilletant oder er kann das Produkt ganz einfach nicht besser herstellen.
Ihr könnt euch also aussuchen, welche dieser beiden Schlussfolgerungen ihr ziehen möchtet...
Das machen viele aber wie gesagt, nicht Alle! Das hat auch mit Dilletantismus nix zu tun sondern eher mit der Qualität der Endkontrolle im Fertigungswerk!
Leider geht in diesem Thread sehr viel durcheinander. Was immer wieder durcheinandergerät, dass in aller Regel eben NICHT die Hersteller die Muster stellen sondern die Vertriebe (Customizing Firmen aus Übersee sind da die Ausnahme der Regel, insbesondere wenn sie noch keinen Vertrieb haben).
Was wie Haarspalterei wirken mag - ist faktisch ein riesen Unterschied. Natürlich kann Ware die vom Hersteller an den Vertrieb geht, auch noch mal vom Vertrieb gecheckt, oder gar vorselektiert bzw. nachbearbeitet werden, und dann erst an die Magazine übergeben werden.
Aber mir sind persönlich viele Fälle bekannt, wo der Hersteller garnicht weiß, wann ein Test ansteht (eben weil das länderspezifisch autark von den jeweiligen Inlandsvertrieben organsiert wird) und die Vertriebe das Produkt aus der laufenden Charge an die Redaktionen schicken. Teilweise aus logistischen Gründen (Ablauf der Redaktions-deadline) auch ultra-fast (bis gestern) schicken müssen!
Also exakt das Material was in den Verkauf kommt. Und da es bekanntermaßen oftmals auch in der Musikinstrumenteindustrie in Sachen Lieferlogistik "sehr tight"
um nicht zu sagen "stressig" zugeht, ist erklärbar, warum manchmal einfach Karton 1 aus der Palette genommen wird und SOFORT per UPS nach Köln zu Sticks oder sonstwohin geschickt wird.
Nochmals das gibt es - und garnicht so selten. Und das ist für Firmen die in Sachen Qualitätsmanagement in den laufenden Produktionsschritten genauso wie in de ENDKONTROLLE (damit ist wiederum NICHT der Vertrieb gemeint, sondern das Fertigungswerk) viel investieren, auch KEIN Dilletantismus sondern eher logische Konsquenz.
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Wer das nicht tut, ist IMHO entweder ein Marketing-Dilletant oder er kann das Produkt ganz einfach nicht besser herstellen.
Nochmals, in manchen Fällen ist genau das Gegenteil der Fall. Man weiß um die hohe Qualität in Fertigung und Endkontrolle (im Werk) für die regulären Chargen und "erlaubt sich eben" aus regulären Chargen unselektierte Testmuster weiterzureichen.
Ich befürchte hier im Thread laufen u.a. fatale, "logische Denkfehler" ab.
Viele beklagen sich seit Jahren, diverse Testmagazine würden zuviel Schönreden, bzw. ihr realer Informationsgehalt wäre den Verkaufspreis nicht wert. Ganz nüchtern betrachtet haben wir (sollte das Review so stimmen, wie kolportiert, wie gesagt ich kenne es nicht) im Falle des Acryl-Sets mal einen EINDEUTIGEN GEGENBEWEIß. Statt das zur Kenntnis zu nehmen oder meinetwegen zu diskutieren, dass offensichtlich doch einzelne Redakteure sich um ein gewisses Maß an Testfairnis bemühen, wird dieses Statement in Frage gestellt (von einzelnen auch die Firma die das Produkt lieferte) oder WAS NOCH SCHLIMMER IST: der Stop des Dilletantismus gefordert: was nichts anderes in Richtung der Vertriebe bedeutet: "belügt mich in Zukunft mehr, ich will von den möglicherweise realen Zuständen oder auch mal vorkommenden Montagsproduktionen garnichts wissen. Ich will das ihr Testobjekte vom Vertrieb handselektiert, und alle etwaigen Mängel kaschiert, auch wenn das in der Folge bedeutet, dass ein Testmuster nichts mehr mit dem Produkt was der Endkunde kauft zu tun hat".
Nochmals: nicht alle Firmen selektieren vor oder faken gar und Personen (egal aus welcher Branche) die behaupten es wäre doch so oder jeder der sich nicht so verhalte sei dann logischerweise ein Dilletant... ja, für solche Statements fehlen sogar mir die Worte. Das kann und möchte ich nicht kommentieren!
Ich möchte generell nicht beschissen werden... weder in Tests noch sonstwie. Wenn ein Testprodukt getestet wird, wäre mir am liebsten, es entstamme keiner Vorselektion. Mir wäre auch am liebsten es würden parallel 2 oder gar drei Produkte der Serie getestet um fairer zwischen Montagsproduktion und symptomatischem, realem Produktmangel zu unterscheiden. Aber das ist Wunschdenken.
Ich weiß natürlich, das bei den Testmustern alles möglich ist. Insofern ist das wirkliche Dilemma die VERGLEICHBARKEIT. Wenn vorselektierte Modelle gegen reale Chargen antreten müssen, dann wird natürlich wenn die berühmte Montagsproduktion mal auftritt, die reale Charge einen gravierenden Nachteil erleiden. Und nochmals: das befürchte ich, ist im Falle Kirchhoff passiert.
Fazit: Ich bin nicht naiv und weiß (wie manche Kollegen auch) das hinter den Kulissen nicht immer alles sauber zugeht. Aber generell allen Playern Unfairnis oder Vorselektion zu unterstellen ist nicht fair - und noch wichtiger, im Zusammenhang mit den realen Abläufen in einigen Fällen NACHWEISLICH FALSCH.
Ich spreche hier nicht über andere oder gar alle Branchen, sondern "nur" über mehrere drum- und cymbalrelevante Musikinstrumentehersteller.
Over and out!