OK, hier mein 2. großer Post zum Thema Janus-Doppelpedal.
Der Händler mit dem sehr günstigen Angebot von 219.- Euro war scheinbar in der Lage die Schrauben meines 2. Janus Doppelpedals zu lösen. Ich habe es vor wenigen Tagen zurückerhalten - mit neuen Schrauben. Der Händler hat meinem Wunsch entsprechend die Bandsysteme selbst angebracht. Sehr nett! Dankeschön nochmals. Scheinbar ein Laden mit engagierter Crew, wie auch die schnellen und makellos-kundenfreundlichen Umtauschmodalitäten bewiesen haben. Thumbs up!
Merkwürderweise verfügte nun das 2. Doppelpedal sowohl bei Main- als auch Slavepedal über deutlich hörbare Laufgeräusche. Ich wollte schon am eigenen Verstand zweifeln, genau das super-positive im ersten Thread herausgestellte (nämlich absolute Laufruhe) soll hier nicht mehr vorliegen? Mit Fahrradöl war es in 20 Sekunden gerichtet. Also keine Beanstandung!
1.) Das "Spiel" des Mainpedals im Bereich der Achse bzw. Schlegelaufnahmestelle ist auch hier deutlich gegeben. Sogar noch mehr als bei meinem anderen Janus Doppelpedal. Das verwundert mich wirklich. Also kein Einzelfall. Da sollten die Konstruktions-Ingenieure von Mapex eindeutig noch mal ganz neu ansetzen. Es ist mir völlig rätselhaft, warum das vorher noch kein Besitzer dieser Doppelpedale gepostet hat. Zumal man es deutlich sehen kann! Bei meinem neuen Doppelpedal war dieses Spiel sogar hörbar (bis das Öl zum Einsatz kam). Auch bei diesem Pedal ist bei leichtem hin- und herwippen mit dem Fuß ein deutliches "schlackern" und "verrutschen" spürbar. Und nochmals, das kommt nicht von der Trittplatte oder gar dem Fersenschanier sondern der Achse bzw. der Schlegelaufnahmestelle oder dem Übergang zum Kugellager rechts am Mainpedal. Das ist nicht besonders vertrauenserweckend und auch nicht wirklich professionell. Ich unterstelle nicht einmal, dass es im Laufe der Zeit schlimmer wird - das wäre dann ein Fiasko - aber so wie es scheinbar konstruktionsbedingt schon bei Werksauslieferung bei der Janus am Mainpedal vorliegt, ist es zumindest unter professionellen Gesichtspunkten schwer zu akzeptieren. It´s easy as this! Analog zu meinem anderen Janus Doppelpedal ist das "Spiel" des Schlegels des Slavepedals deutlich weniger vorhanden.
Ich habe auch um dem Vorwurf zu entgehen "etwas Spiel gibt es bei anderen Profi-Pedalen auch" nochmals im A/B-Vergleich meine beiden Pearl Doppelpedale gecheckt. Hier muß man schon sehr kräftig ziehen um irgendetwas wahrzunehmen. Aber selbst dann ist es deutlich!!!! weniger als bei beiden Janus Doppelpedalen. Und da gibt es nicht dieses ominöse "Schlackern". Das ist mir in 25 Jahren Drumming noch bei keinem Marken-Pedal untergekommen.
2.) Ich weiß, es wirkt wie ein Widerspruch: Trotzdem, die Laufeigenschaften des 2. Doppelpedals sind abgesehen von dem unguten Gefühl bei Punkt 1.) sehr gut. Sie sind sogar besser als bei meinem anderen Janus Doppelpedal, da die Abrollwinkel glücklicherweise absolut identsch sind. Zur Erinnerung: bei meinem anderen ist es dauerhaft unmöglich zwisschen Slave und Mainpedal ein identisches Feel bzw. identische Übersetzungsabrollwinkel einzustellen. Dieser Punkt ist vielen Drummern sehr wichtig, darum verweise ich gerne nochmals auf den ausführlichen Post vom Thread-Start.
3.) Die Kardanwelle hat bei diesem Pedal glücklicherweise weniger Spiel. Auf mich macht sie trotzdem keinen sonderlich soliden Eindruck, dass sei nicht verschwiegen, da sie "billig" wirkt. Aber immerhin, bei diesem Pedal scheint sie recht "spielfrei" und tut ihren Dienst.
4.) Beide Trittplatten haben am Fersenteil-Schanier bislang "Null Spiel". Gut so.
Zwischenstand:
a.) Ich mag die Laufeigenschaften sehr (mit Einschränkung des für mich nun doch etwas besorgniserregenden Punktes 1.). Sie sind sogar noch besser als bei meinem anderen Janus Doppelpedal mit den unterschiedlichen Abrollwinkeln.
b.) Ich mißtraue der Janus Kardanwelle grundsätzlich: diese erinnert frappierend an Billigwellen aus Fernost (noch dazu segnete sie das zeitliche bei meinem Schüler, außerdem belegbar auch zusätzlich bei einer früheren Janus-Generation eines Bekannten und auch bei einem meiner Janus-Doppel-Pedale weist sie direkt ab Werk zuviel Spiel auf).
c.) Ich mißtraue aus gutem Grund einzelnen Schrauben der Janus bzw. ihrer Material-Qualität. Eine war mir ja beim Versuch das Bandsystem anzubringen sofort ausgefranst... die zweite hätte höchstwahrscheinlich dasselbe Schicksal ereilt, wenn ich es länger versucht hätte. Ähnliche, recht eindeutige Materialverlust-Hinweise in Bezug auf Mapex-Schrauben und Nieten hatten mich vorab in mehreren Emails und Anrufen von Drummerkollegen in den letzten zwei Jahren erreicht.
d.) Einen bislang verschwiegenen "Bock" haben aber die Entwicklungsingenieure des Pedals geschossen... oder womöglich eine nachgeschaltete Mapex-Abteilung, die deren Ideen nicht konsequent umsetzen wollte? Am Janus Ergo-Pedal kann man (wie auch in allen Produktprospekten selbstbewußt herausgestellt) auf die Trittplattengestaltung Einfluß nehmen. Also Teil-Ebenen der Pedal-Tritt-Oberfläche entfernen, mit anderem Inlay ersetzen etc. Eine interessante, lobenswerte Idee wie ich finde. Ich persönlich z.B. hasse Fußstopper und war beruhigt zu wissen, dass sich auch diese bei Mapex besonders eigenwillig gestaltete Anhebung am vorderen Teil der Janus-Trittplatte abschrauben läßt. Wie auch andere "Ebenen" der Trittplatte. Die Pointe, die mich unschön an (hoffentlich) unzutreffende Klischees von Reiswein-Orgien in Fernost erinnert, ist folgende: Man hat vergessen ein Inlay für dieses vordere Fußteil zu konzipieren oder jene den Janus Pedalen beizulegen. Will heißen, wenn ich den Fußstopper abmontiere, rutschen meine Zehen in eine unschöne "Kuhle". Für diese nun entstandene "Kuhle" gibt es nämlich KEIN Inlay. Für andere Fußauflage-Stellen schon - nur für jene nicht. Obwohl dieser Fußstopper mit einer entsprechenden Schraube die letzteres zuließe, ausgestattet ist. Es ist zum Haare raufen. Sowas darf nicht passieren. Das muß spätestens beim Erstellen, der Produktfaltblätter auffallen, dass man eine Option des Abschraubens theoretisch ermöglicht, aber ein die Ebenen-angleichendes-Teil vergißt. Es muß darüberhinaus aber auch dem erstbesten Produkttester, Endorser, Zeitschriften-Reviewer... whatever auffallen, denn das Feel für die Zehen ist nicht besonders behaglich sobald man den Fußstopper entfernt. "Hühneraugensalbe ick´ hör dir tapsen". Eigentlich intolerabel und ehrlich gesagt irgendwie auch peinlich. Ich bin bestrebt darüber zu lachen, aber es ärgert mich auch, da es mir absolut unverständlich und gleichsam unprofessionell erscheint.. und mich faktisch beim Drumming stört. Das muß Mapex dringendst nachbessern!
Mein Fazit:
Die Laufeigenschaften der Janus Doppelfußmaschine sind mit Einschränkungen (wie erwähnt) sehr gut. Allerdings befindet sich meiner Meinung nach diese Maschine in Sachen Ausgereiftheit/Engineering, Materialqualität und Professionalität eindeutig NICHT auf Iron Cobra oder Eliminator-Niveau... um nur 2 gutverkaufte Mitbewerber zu nennen. Es ist mir völlig unerklärlich, wie einige geschätzte Kollegen bei nüchterner Betrachtung zu einem anderen Schluß kommen (konnten).
Aber, die Janus kostet auch deutlich weniger. Es wäre unfair und schäbig von mir das nicht deutlich herauszustellen. Für 219.- würde ich sie vielen empfehlen, die wissen, dass 219.- Euro ihre absolute Schmerzgrenze ist. Jene, die also nicht mehr ausgeben können bzw. wollen. Wer bislang plante eine No-Name für 150.- oder 200.- zu kaufen, würde ich raten die wenigen restlichen Kröten noch bei der Omi zu erbetteln und eher die Janus zu kaufen... eben da ich weiß, dass viele Billig-Pedale oftmals deutlich schlechter sind. Auch das soll nicht verschwiegen werden. Mit den Materialausfällen und hahnebüchenen Engineering-Fehlern diverser Billigfußmaschinen bzw. No-name-Pedale könnten wir aus dem Stand heraus deutlich!!! längere posts als diesen hier, erstellen. Auch das muß der Fairnis halber Erwähnung finden.
Also, (eingeschränkte) Kaufempfehlung bis 220 Euro... prinzipiell "ja, schon" denn trotz der erwähnten Mängel bietet die Janus tolle Features. Die Einschränkung die ich hierbei aber trotzdem machen muß: sofort ab dem Kaufdatum sehr kritisch auf die Materialeigenschaften des Pedals achten und die genauen Garantie-Ablaufzeiten im Auge behalten. Meine 2 Pedale sind bislang keinesfalls ein Fehlkauf. Nur das ein oder andere deutliche Fragezeichen hat sich bei mir recht schnell gebildet.
Ich klemme mir hier den irgendwo vom Kollegen geposteten Spruch eines Händlers "so noch nie vorgekomment". Ich kann nur immer wieder warnen, "wie sichere ich weiterhin die Absatzzahlen dieses Produktes"-Strategien mancher Händler irgendeinen Glauben zu schenken. Mir persönlich sind auch bei diesem Pedal Ausfälle zugetragen worden, wo Händler solche Statements 1 zu 1 zum besten gaben. Ich behaupte andererseits keinesfalls (oder zumindest nicht immer
das jene Händler lügen. Da muß jeder von uns selbst im Kopf die Festplatte rotieren lassen und sich einen Reim ´drauf machen.
Jenen, die finanziell solider bestückt sind, und auch Hochpreisprodukte nicht scheuen, solange ein Höchstmaß an Professionalität geboten wird (sowohl in Sachen Endkontrolle, Materialqualität und ganz wichtig: ENGINEERING!) würde ich eindeutig zu den teureren Konkurrenz-Produkten raten. Und nochmals: ich behaupte nicht, das bei diesen Produkten dann niemals Mängel auftreten. Wer das folgert hätte diesen letzten Abschnitt falsch verstanden... Ich berufe mich also eher auf "Auftretenswahrscheinlichkeiten" und wirklich bis ins letzte Detail durchdachte Produktkonstruktion, wie sie die Mitbewerber bieten... und gegenwärtig leider (noch) nicht Mapex.
Übrigens: über Langzeitnutzung bzw. Effekte der Janus werde ich sicher zu einem späteren Zeitpunkt nochmals posten. Ich bin selbst gespannt.
Final-Statement...
Janus = Billig-Fußmaschine ? Ist nicht zutreffend!
Janus = Profi-Fußmachine ? Ist auch nicht wirklich zutreffend!