Beiträge von deinschlagzeuglehrer

    trommla: Erst einmal Danke! Ich würde mir auch niemals anmaßen zu behaupten, jemals auch nur annähernd so zu spielen oder zu klingen wie Gadd. Gadd ist Gadd! Sein Touch, sein Feel, sein Sound, das ist nicht imitierbar. Aber ich freue mich darüber, wenns dennoch gefällt. Aber an den Meister kommt nichts und niemand heran.

    Hallo zusammen,


    ich habe mich zuletzt mit Steve Gadds Drumming auf der Al Jarreau Version von „Spain“ beschäftigt und die ersten 92 Takte transkribiert und aufgenommen.


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    Ehrlich gesagt war das ziemlich herausfordernd. Gadd benutzt auf der Aufnahme vier Toms und allein die einzelnen Toms exakt zuzuordnen, war teilweise gar nicht so einfach. Hundertprozentig „perfekt“ ist so etwas wahrscheinlich ohnehin nie. Auch das Cowbell-Pattern fand ich diffizil. Er spielt die Cowbell eben nicht nur mit vollem Ton am Rand, sondern arbeitet auch mit dem Tip des Sticks und eher ghostnote-artig. Dadurch entstehen unglaublich feine dynamische Abstufungen, die man beim Hören fast übersieht. Und auch das Hi-Hat-Spiel im Solo-Teil war alles andere als 100%ig herauszuhören.


    Ich habe mein Bestes gegeben und hoffe, dass die Transkription und die Performance vielleicht dem einen oder anderen ein paar interessante Einblicke in Gadds Spielweise geben. Für mich ist das auf dieser Aufnahme absolut phänomenales Drumming, wie eigentlich auf allen seiner Aufnahmen.


    Viel Spaß!

    3OakDrums:

    Absolut ja, kollabierte oder expandierte Rudiments können durchaus wieder zu bekannten Rudiments oder bekannten Bewegungsmustern führen. Aber sie müssen es eben nicht. Das eine schließt das andere nicht aus.


    Ein Rudiment ist ja erstmal, wie Du korrekt sagst, ein Bewegungsablauf bzw. eine bestimmte Koordination. Man nimmt also etwas Bekanntes, verändert zeitliche Beziehungen innerhalb dieser Bewegung und bekommt dadurch plötzlich neue Wahrnehmungen, neue Phrasierungen oder neue rhythmische Ergebnisse, ohne komplett neue Stickings lernen zu müssen.


    Deshalb geht es wahrscheinlich weniger darum, ein völlig neues Element zu erfinden, sondern eher darum, bekannte Bewegungen anders zu betrachten, anders zu hören und anders zu organisieren.

    Das Thema Collapsed Rudiments finde ich schon ein bisschen interessant. Hab im Anhang mal ein Beispiel mit einem Paradiddle notiert.

    Da wechsele ich aber nur die Subdivision. Bei den Quintolen fülle ich die "Lücke" auch mit rl auf.

    Grundsätzlich ein guter Gedanke, aber es handelt sich streng genommen in Deinem Beispiel nicht um „Collapsed Rudiments“, weil Du die rhythmische Struktur des Stickings nicht verändert hast.


    Du hast die Subdivision verändert, also ein 4er-Grouping über einen 5er gelegt. Dadurch entsteht natürlich sofort ein anderes Gefühl, eine andere Wahrnehmung und quasi eine neue rhythmische Ebene aus demselben Rudiment heraus.


    Bei den Collapsed Rudiments werden aber Teile des Stickings zeitlich expandiert oder komprimiert („zusammengepresst“), sodass sich die rhythmische Struktur selbst verändert.

    Also: Der Effekt und die Wahrnehmungsverschiebung gehen definitiv in eine ähnliche Richtung, aber der eigentliche Rhythmus des Stickings bleibt in Deinem Beispiel noch erhalten, nur eben in einer anderen Subdivision gespielt.

    Der neue Ticker ist da, mit Aufklärungsarbeit von Claus Hessler persönlich betreff der Collapsed Rudiments.


    Hier gehts direkt zu Claus:


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    Außerdem:


    David Garibaldis neues „Living Book“-Konzept Beat Collector’s Manual
    Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ (Kategorie Drum-Set Pop)
    Ilan Rubin im Studio 606 der Foo Fighters

    Naturfelle & Klangästhetik: Der neue Podcast der Austrian Drumhead Company


    Der Ticker 11 2026:


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    Eure Meinung zählt: Welches Thema ist für Euch relevant, was kann weg?

    Ich glaube, ein möglicher Zugang ist und sollte sein, das Ganze zu Beginn viel kleiner und konkreter zu betrachten und sich vielleicht nur ein einziges Rudiment rauszunehmen, zum Beispiel einen Paradiddle.


    Das Sticking selbst haben wir alle bestimmt irgendwann mal gespielt und können es auswendig. Und genau da wird’s interessant: Man muss kein neues Sticking lernen, sondern kann anfangen, die rhythmische Organisation des Paradiddles zu verändern. Man nimmt etwas Bekanntes und verfremdet es. Es ist quasi schon in den Händen drin.


    Konkret: Nehmen wir mal an, die Singles wären Achteltriolen und die Doubles Sechzehnteltriolen. Dann entsteht sofort eine ganz andere, triolische Phrasierung. Oder man dreht es um: Die Singles werden Sechzehnteltriolen und die Doubles normale Triolen. Schon hat man wieder ein völlig anderes rhythmisches Gefüge, obwohl das Sticking identisch bleibt.


    Und genau das ist das Interessante: Dass in einem einzigen Sticking schon wahnsinnig viele Möglichkeiten verborgen liegen. Man muss also nicht zwangsläufig hunderte neue Stickings lernen, sondern kann mit bekanntem Material unglaublich viel entdecken, verfremden und musikalisch weiterdenken.

    VollNormal: Genau für für solche Fälle setzen wir tatsächlich immer Kapitelmarker ein, damit man gezielt zu den jeweiligen Themen springen kann.


    Minute 28:10:


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    Hilft das weiter?

    Danke für Eure Kommentare.


    Wenn man zum ersten Mal mit Collapse Rudiments konfrontiert wird, wirkt das schnell sehr abstrakt oder akademisch.


    Der eigentliche Mehrwert liegt aus meiner Sicht hier:


    • Wahrnehmung von Zeit verändert sich

    • Gruppierungen fühlen sich anders an

    • Akzente und Bewegungsabläufe verschieben sich

    • Mikro-Timing wird bewusster

    • Rudiments werden nicht mehr nur als starre Stickings verstanden


    Und da wird es interessant. Nicht unbedingt als Lick-Maschine, sondern eher als Werkzeug, um rhythmisches Denken flexibler zu machen.

    Ich glaube auch nicht, dass jeder jetzt stundenlang Collapse Rudiments üben soll, aber allein die Beschäftigung mit der Idee kann schon Türen öffnen.


    So wie rhythmmemory schreibt: dieses bewusste „Auseinanderziehen“ oder „Zusammenschieben“ von Bewegungen verändert plötzlich die Wahrnehmung von Puls und Platzierung.


    Und fwdrums beschreibt eigentlich es auch gut: Irgendwann geht es nicht mehr nur um ein Rudiment selbst, sondern um Zusammenhänge zwischen Bewegung, Klang, Akzent, Timing und Orchestrierung.


    Am Ende ist das wahrscheinlich wie bei vielen Konzepten im Drumming: Nicht alles davon landet 1:1 hörbar im Spiel, aber es verändert oft die Art, wie man phrasiert oder empfindet.

    Neues Nerdiges! Was passiert, wenn Rudiments kollabieren?


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    Gemeinsam mit Claus Hessler sprechen Dirk Brand und ich über rhythmische Konzepte, Rudiments, Technik, musikalisches Denken und die Frage, wie aus traditionellen Schlagzeugfiguren plötzlich modernes Vokabular entstehen kann.


    Im Mittelpunkt dieser Episode steht Claus Hesslers neues Buch „Collapsed Rudiments“, das auf Ideen und Skizzen von Drum-Legende Jim Chapin basiert. Dabei geht es nicht einfach nur um Rudiments oder Technikübungen, sondern um die Veränderung rhythmischer Abstände innerhalb gleichbleibender Stickings, um Mikro-Timing, Klangvorstellung, Bewegungsabläufe und kreative Anwendungen auf dem Drumset. Das Gespräch bewegt sich zwischen Schlagzeuggeschichte, Methodik, Groove, Rhythmik und moderner Drum Education, wie nicht anders zu erwarten etwas nerdig, tiefgehend und dabei gleichzeitig sehr praxisnah.


    Claus erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Dom Famularo und Jim Chapin, spricht über Gary Chaffee, Rudiment-Systeme, musikalische Transferfähigkeit und darüber, warum alte Konzepte für moderne Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger immer noch relevant sind. Außerdem gibt es Hörbeispiele direkt am Schlagzeug, inklusive rhythmischer Konzepte rund um Quintolen, Septolen, Flams, Drag Rudiments und polymetrische Ideen.


    Darüber hinaus steckt diese Folge wieder voller Drum-Talk: Dirk spricht über sein „Tom Dance“-Konzept aus der Lesson of the Month, ich erzähle von meinem neuen Artikel im Not So Modern Drummer Magazine, Dirk testet die Dämpfer von Tandem Drums im Gearcheck und es gibt Community-Beiträge zu Internal Mics, einen Roland TM-2 Kühlschrank-Test, und Nerdtalk über Stickgewichte, Holzarten und Drumsticks und wie immer zum Abschluss die Empfehlungen der Woche.


    Es gibt also einiges zu hören über das lange Wochenende! :)

    MoM Jovi : Das Line-up bei der Europe Drum Show war dieses Jahr schon ziemlich krass, da kam schon einiges zusammen. Ich verstehe gut, warum man Richtung Frankfurt denkt: zentraler, besser erreichbar, größere Infrastruktur usw. Die spannende Frage wird sein, ob man dabei die Atmosphäre behalten kann. Ich bin sehr zuversichtlich.


    Das mit den Kopfhörern bei den E-Drums macht organisatorisch total Sinn. Trotzdem fehlt natürlich ein bisschen dieses physische Erlebnis. Man hört ja, dass E-Drums inzwischen musikalisch und inspirierend klingen können.


    Das Thema Open Handed ist spannend. Da kommt man sehr schnell an philosophische Fragen. Was ist überhaupt „normal“? Unser klassischer Aufbau ist historisch gewachsen und nicht unbedingt ergonomisch logisch. Viele Dinge kommen einfach aus der Entwicklung des Drumsets heraus. Eine eigene Schlagabtausch-Folge dazu hätte definitiv Potenzial!


    Danke!

    Hallo zusammen,


    der 10. Schlagabtausch Ticker 2026 ist online.


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    Diesmal übernimmt Dirk Brand wieder den Ticker und er hat jede Menge Neuigkeiten zusammengestellt. Von Drum Camps mit Flo Dauner und Jost Nickel bis hin zu spannendem Bassdrum-Gear und einer neuen Lesson of the Month.


    Ist was für Euch dabei?

    Beam: Ein interessanter Gedanke mit dieser Frage-Antwort-Situation. Für mch ist die Reduktion hier der Schlüssel. Weniger = mehr Klarheit. Deshalb fühlt sich das eben nicht krumm, sondern organisch an. Bei Coleman ist halt mehr los. :)

    m_tree: Guter Punkt mit dem 10/8-Empfinden. Ich höre es ähnlich: Die Hi-Hat ist über zwei Takte, während die Snare auf der 4 als Fixpunkt bleibt. Genau diese Kombination macht den Groove so rund. Die Bassdrum sehe ich auch eher funktional.