Absolut ja, kollabierte oder expandierte Rudiments können durchaus wieder zu bekannten Rudiments oder bekannten Bewegungsmustern führen. Aber sie müssen es eben nicht. Das eine schließt das andere nicht aus.
Ein Rudiment ist ja erstmal, wie Du korrekt sagst, ein Bewegungsablauf bzw. eine bestimmte Koordination. Man nimmt also etwas Bekanntes, verändert zeitliche Beziehungen innerhalb dieser Bewegung und bekommt dadurch plötzlich neue Wahrnehmungen, neue Phrasierungen oder neue rhythmische Ergebnisse, ohne komplett neue Stickings lernen zu müssen.
Deshalb geht es wahrscheinlich weniger darum, ein völlig neues Element zu erfinden, sondern eher darum, bekannte Bewegungen anders zu betrachten, anders zu hören und anders zu organisieren.
Was mich bei Claus immer so fasziniert ist, dass er so mühelos, schon beinahe beiläufig, zwischen den verschiedenen Versionen hin und her springt und dabei einem das Ding noch erklärt.
Das Thema Collapsed Rudiments finde ich schon ein bisschen interessant. Hab im Anhang mal ein Beispiel mit einem Paradiddle notiert.
Da wechsele ich aber nur die Subdivision. Bei den Quintolen fülle ich die "Lücke" auch mit rl auf.
Grundsätzlich ein guter Gedanke, aber es handelt sich streng genommen in Deinem Beispiel nicht um „Collapsed Rudiments“, weil Du die rhythmische Struktur des Stickings nicht verändert hast.
Du hast die Subdivision verändert, also ein 4er-Grouping über einen 5er gelegt. Dadurch entsteht natürlich sofort ein anderes Gefühl, eine andere Wahrnehmung und quasi eine neue rhythmische Ebene aus demselben Rudiment heraus.
Bei den Collapsed Rudiments werden aber Teile des Stickings zeitlich expandiert oder komprimiert („zusammengepresst“), sodass sich die rhythmische Struktur selbst verändert.
Also: Der Effekt und die Wahrnehmungsverschiebung gehen definitiv in eine ähnliche Richtung, aber der eigentliche Rhythmus des Stickings bleibt in Deinem Beispiel noch erhalten, nur eben in einer anderen Subdivision gespielt.
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Außerdem:
David Garibaldis neues „Living Book“-Konzept Beat Collector’s Manual Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ (Kategorie Drum-Set Pop) Ilan Rubin im Studio 606 der Foo Fighters
Naturfelle & Klangästhetik: Der neue Podcast der Austrian Drumhead Company
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Eure Meinung zählt: Welches Thema ist für Euch relevant, was kann weg?
VollNormal und SleishMan: Ich kann Euch schon verstehen. Im Podcast wollten wir eher die Gedankenwelt, Hintergründe und Perspektiven hinter dem Thema transportieren, weniger ein „So lernst Du es in 10 Minuten“-Tutorial.
Deshalb könnte das Buch tatsächlich der direktere Zugang sein und eine Empfehlung ist es allemal!
MoM Jovi: So schaut es aus. Eben genau deshalb ist wahrscheinlich, wie gessagt, auch der beste Weg, klein anzufangen und bekannte Dinge einfach mal leicht zu verändern. Von „Müssen“ sollte sowieso keine die Rede sein, aber als Horizonterweiterung ist es definitiv einen Versuch wert.
Ich glaube, ein möglicher Zugang ist und sollte sein, das Ganze zu Beginn viel kleiner und konkreter zu betrachten und sich vielleicht nur ein einziges Rudiment rauszunehmen, zum Beispiel einen Paradiddle.
Das Sticking selbst haben wir alle bestimmt irgendwann mal gespielt und können es auswendig. Und genau da wird’s interessant: Man muss kein neues Sticking lernen, sondern kann anfangen, die rhythmische Organisation des Paradiddles zu verändern. Man nimmt etwas Bekanntes und verfremdet es. Es ist quasi schon in den Händen drin.
Konkret: Nehmen wir mal an, die Singles wären Achteltriolen und die Doubles Sechzehnteltriolen. Dann entsteht sofort eine ganz andere, triolische Phrasierung. Oder man dreht es um: Die Singles werden Sechzehnteltriolen und die Doubles normale Triolen. Schon hat man wieder ein völlig anderes rhythmisches Gefüge, obwohl das Sticking identisch bleibt.
Und genau das ist das Interessante: Dass in einem einzigen Sticking schon wahnsinnig viele Möglichkeiten verborgen liegen. Man muss also nicht zwangsläufig hunderte neue Stickings lernen, sondern kann mit bekanntem Material unglaublich viel entdecken, verfremden und musikalisch weiterdenken.
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Wenn man zum ersten Mal mit Collapse Rudiments konfrontiert wird, wirkt das schnell sehr abstrakt oder akademisch.
Der eigentliche Mehrwert liegt aus meiner Sicht hier:
• Wahrnehmung von Zeit verändert sich
• Gruppierungen fühlen sich anders an
• Akzente und Bewegungsabläufe verschieben sich
• Mikro-Timing wird bewusster
• Rudiments werden nicht mehr nur als starre Stickings verstanden
Und da wird es interessant. Nicht unbedingt als Lick-Maschine, sondern eher als Werkzeug, um rhythmisches Denken flexibler zu machen.
Ich glaube auch nicht, dass jeder jetzt stundenlang Collapse Rudiments üben soll, aber allein die Beschäftigung mit der Idee kann schon Türen öffnen.
So wie rhythmmemory schreibt: dieses bewusste „Auseinanderziehen“ oder „Zusammenschieben“ von Bewegungen verändert plötzlich die Wahrnehmung von Puls und Platzierung.
Und fwdrums beschreibt eigentlich es auch gut: Irgendwann geht es nicht mehr nur um ein Rudiment selbst, sondern um Zusammenhänge zwischen Bewegung, Klang, Akzent, Timing und Orchestrierung.
Am Ende ist das wahrscheinlich wie bei vielen Konzepten im Drumming: Nicht alles davon landet 1:1 hörbar im Spiel, aber es verändert oft die Art, wie man phrasiert oder empfindet.
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Gemeinsam mit Claus Hessler sprechen Dirk Brand und ich über rhythmische Konzepte, Rudiments, Technik, musikalisches Denken und die Frage, wie aus traditionellen Schlagzeugfiguren plötzlich modernes Vokabular entstehen kann.
Im Mittelpunkt dieser Episode steht Claus Hesslers neues Buch „Collapsed Rudiments“, das auf Ideen und Skizzen von Drum-Legende Jim Chapin basiert. Dabei geht es nicht einfach nur um Rudiments oder Technikübungen, sondern um die Veränderung rhythmischer Abstände innerhalb gleichbleibender Stickings, um Mikro-Timing, Klangvorstellung, Bewegungsabläufe und kreative Anwendungen auf dem Drumset. Das Gespräch bewegt sich zwischen Schlagzeuggeschichte, Methodik, Groove, Rhythmik und moderner Drum Education, wie nicht anders zu erwarten etwas nerdig, tiefgehend und dabei gleichzeitig sehr praxisnah.
Claus erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Dom Famularo und Jim Chapin, spricht über Gary Chaffee, Rudiment-Systeme, musikalische Transferfähigkeit und darüber, warum alte Konzepte für moderne Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger immer noch relevant sind. Außerdem gibt es Hörbeispiele direkt am Schlagzeug, inklusive rhythmischer Konzepte rund um Quintolen, Septolen, Flams, Drag Rudiments und polymetrische Ideen.
Darüber hinaus steckt diese Folge wieder voller Drum-Talk: Dirk spricht über sein „Tom Dance“-Konzept aus der Lesson of the Month, ich erzähle von meinem neuen Artikel im Not So Modern Drummer Magazine, Dirk testet die Dämpfer von Tandem Drums im Gearcheck und es gibt Community-Beiträge zu Internal Mics, einen Roland TM-2 Kühlschrank-Test, und Nerdtalk über Stickgewichte, Holzarten und Drumsticks und wie immer zum Abschluss die Empfehlungen der Woche.
Es gibt also einiges zu hören über das lange Wochenende!
MoM Jovi : Das Line-up bei der Europe Drum Show war dieses Jahr schon ziemlich krass, da kam schon einiges zusammen. Ich verstehe gut, warum man Richtung Frankfurt denkt: zentraler, besser erreichbar, größere Infrastruktur usw. Die spannende Frage wird sein, ob man dabei die Atmosphäre behalten kann. Ich bin sehr zuversichtlich.
Das mit den Kopfhörern bei den E-Drums macht organisatorisch total Sinn. Trotzdem fehlt natürlich ein bisschen dieses physische Erlebnis. Man hört ja, dass E-Drums inzwischen musikalisch und inspirierend klingen können.
Das Thema Open Handed ist spannend. Da kommt man sehr schnell an philosophische Fragen. Was ist überhaupt „normal“? Unser klassischer Aufbau ist historisch gewachsen und nicht unbedingt ergonomisch logisch. Viele Dinge kommen einfach aus der Entwicklung des Drumsets heraus. Eine eigene Schlagabtausch-Folge dazu hätte definitiv Potenzial!
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Diesmal übernimmt Dirk Brand wieder den Ticker und er hat jede Menge Neuigkeiten zusammengestellt. Von Drum Camps mit Flo Dauner und Jost Nickel bis hin zu spannendem Bassdrum-Gear und einer neuen Lesson of the Month.
Beam: Ein interessanter Gedanke mit dieser Frage-Antwort-Situation. Für mch ist die Reduktion hier der Schlüssel. Weniger = mehr Klarheit. Deshalb fühlt sich das eben nicht krumm, sondern organisch an. Bei Coleman ist halt mehr los.
m_tree: Guter Punkt mit dem 10/8-Empfinden. Ich höre es ähnlich: Die Hi-Hat ist über zwei Takte, während die Snare auf der 4 als Fixpunkt bleibt. Genau diese Kombination macht den Groove so rund. Die Bassdrum sehe ich auch eher funktional.
Ich habe mich für meinen Artikel im Not So Modern Drummer Magazin erneut mit dem Vers-Groove von „Seven Days“ auseinandergesetzt. Was mich dabei interessiert hat, war weniger das konkrete Pattern, sondern die Frage: Warum wirkt dieser 5/8-Groove so zugänglich?
in Folge 139 vom Schlagabtausch Podcast nehme ich Euch gemeinsam mit Dirk mit zur Europe Drum Show 2026. Statt nur eines klassischen Rückblicks haben wir diesmal Stimmen aus der Szene eingebunden. Dirk berichtet u.a. von seinem Auftritt auf der E-Drum Stage, außerdem geht’s natürlich um die Mainstage, Masterclasses, Nachwuchsformate und das, was die Messe vor allem ausmacht: unsere Community.
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Als Bonus gibt’s einen Gearcheck zu handgefertigten Landsknechtstrommeln von Sticks Out, inklusive Klangbeispielen im Podcast und ausführlichem Testvideo auf YouTube.
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Zum Schluss wie immer: Community-Beiträge, Infos zu unserem Schlagabtausch Drumcamp im Herbst und unsere Empfehlungen der Woche.
Two: So wie ich das sehe, sind diese Akzente kein Drumset-Pattern von Gadson, sondern separate Handclaps. In dieser Passage könnten die Claps eine Reaktion auf den Text sein, von Bill Withers selbst geklatscht. Sie sind sehr dominant und könnten über das Gesangsmikro eingefangen worden sein. Man könnte sie als eine Art ironisches Applaudieren auf die High-Class People verstehen, die im Text kritisch dargestellt werden. Ich habe die Claps in meiner Version bewusst weggelassen, weil ich mich auf das konzentriert habe, was Gadson spielt und diese Claps zählen nicht dazu.
anlässlich des Todes von James Gadson habe ich mich in den letzten Tagen intensiver mit ihm beschäftigt und unter anderem eine komplette Transkription von "Use Me" davon gemacht. Da passiert mehr, als man beim ersten Hören denkt.
Falls es jemanden interessiert, ich habe das Ganze hier mal eingespielt:
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Ich hoffe, ich kann euch damit Gadson etwas näher bringen.
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