Drum Bee : Das kann ich total nachvollziehen, vielen geht’s da ähnlich! Im Jazz passiert das Erzählen oft auf eine andere Weise als in Pop oder Rock. Da gibt’s ja meistens eine Struktur mit Strophe, Refrain. Im Jazz passiert das Erzählen eher in der Interaktion, wie aufeinander reagiert wird, wie ein Motiv aufgegriffen, variiert oder bewusst aufgelöst wird.
Das Thema, also die eigentliche Melodie, kommt bei vielen Stücken nur ganz am Anfang und in der Regel am Ende vor, der Rest ist Improvisation über die Harmonien dieses Themas.
Das hat viel mit Hörgewohnheiten zu tun. Wenn man sich ein bisschen reinhört, erkennt man irgendwann diese Abläufe in der Musik und man kann der "Geschichte" des Improvisators folgen. Das ist nicht elitär oder unzugänglich, es braucht nur ein bisschen Zeit und Offenheit beim Hören, um diese Sprache zu verstehen.
Mein Tipp ist, mit einfacheren Stücken zu starten, wo auch das Drumming weniger komplex ist, man bekommt dann leichter Zugang zu dem, was passiert. Auf meinem YouTube-Kanal findest Du auch einfachere Songs, die beim Einstieg helfen. Speak No Evil ist da schon recht anspruchsvoll.