Alles anzeigenDrum Bee: Erstmal danke für die Blumen und dafür, dass du meinen Kanal als Inspiration verlinkt hast. Das freut mich wirklich sehr!
Warum ich nicht mitgemacht habe? Ganz ehrlich: Weil ich genau diesen Struggle und die Selbstzweifel kenne, den viele hier beschreiben. Auch nach vielen Jahren mit Jazz sitze ich manchmal am Set und denke: Klingt das jetzt wirklich nach Jazz, oder eher nach einer Kopie Dieser Respekt ist für mich sehr real. Je mehr man sich mit dieser Musik beschäftigt, desto größer wird oft auch der Anspruch an sich selbst. Manchmal sitzt dann im Hinterkopf schon wieder die Jazz-Polizei, die auf jede MIni-Kleinigkeit achtet und plötzlich spielt man weniger frei, zu verkopft, als man eigentlich möchte. Gerade bei einem Playalong ist diese Gefahr wahnsinnig hoch, da das interaktive Element der Mitmusiker fehlt.
MoM Jovi : Das Zitat von Todd Sucherman unterschreibe ich. Swing ist nun mal i unserer Drummer-DNA. Aber genau dieses Gefühl, von dem Matzdrums bei Jimmy Cobb spricht, dieser eine Schlag zur richtigen Zeit, das ist eben etwas, das man nicht erzwingen kann.
Ich glaube, wir sitzen da alle im selben Boot: Wir versuchen, eine Musik zu verstehen und vielleicht ist genau das auch der schöne Teil daran, dass man sich in dieser Musik immer als Lernender fühlt.
Für mich ist Jazz jedenfalls ein lebenslanger Prozess des Hörens, Lernens, Verstehens und Suchens. Genau deshalb finde ich es auch stark, dass sich hier so viele an der Challenge beteiligt haben. Wie ich bereits sagte: Das erfordert Mut.
Da hake ich mal bei dem Absatz "Struggle und Selbstzweifel" ein: Mein "Problem" ist da bei zum bsp. so einer Challenge (so toll ich die Initiative und Aktion trotzdem finde) und auch die Diskussion zu dem Whiplash Film (den ich auch total cool finde) folgendes: Am Ende geht's denke ich mal auch 99% der Zuhörer nicht um die Frage wer sitzt da an einem Instrument und ist vermeintlich "besser". Und der "Kunde" entscheidet am Ende, was ihn mitnimmt und was nicht.
Du sitzt ja am Ende nicht in der HR-Big-Band hinterm Schlagzeug, weil Du da 100 andere "ausgestochen" oder weggeboxt hast. Am Ende ist doch die Frage: Hast Du was zu sagen oder besser zu erzählen? Und dabei entscheidet aus meiner Sicht soviel mehr an Kontext, der einfach auch verdammt schwer zu fassen ist. Was bist Du für ein Mensch, woher kommst Du, welche Erfahrungen hast Du gemacht, wie passig bist Du in einer Gruppe, wie gehst Du Dein Handwerk an, was ist Dir wichtig oder weniger wichtig ?....das alles zahlt auf das Ergebnis und auf den Kontext ein in dem Du Musik machst.
Keiner nimmt Kenntnis von Einem Warhol oder Picasso, weil seine Kunst kontextfrei an der Wand hängt...
Da kannst Du in einem Film/Video/Aufnahme noch 100mal die Kuh fliegen lassen und doch nichts zu sagen haben. Es ist vllt mittlerweile die viel größere Herausforderung aus der Masse all der technische Finesse (die ich auch total bewundere) das gewisse Etwas zu finden (was auch immer das ist, aber schneller, höher, weiter ist es eindeutig nicht ;-). Dabei ist der ganze Peerdruck eigentlich nur hinderlich, sich selbst zu finden und führt am Ende eher unwahrscheinlich zu etwas, was man dann selbst mit "Erfolg" assoziiert...












