Was meint ihr denn zu meinem Unterfangen mein E-Drumset zu verkaufen und ein A-Set zu kaufen das mit Remo Silent Strokes und Silent Cymbals zu belegen?
Was für ein E-Set hast du denn? Generell denke ich nicht, dass ein Schlagzeug mit Meshheads deine "Probleme" besser löst. Versuche die Lieder zu verstehen. Pop- und Rockmusik ist ja im wesentlichen symmetrisch. Fills alle 4 Takte, Strophe und Refrain haben immer 2 hoch n Takte, Ablauf ist meist Intro - Strophe 1 - Ref - Strophe 2 - Ref - Brigde - Ref - Ref (vielleicht mit Tonartwechsel), Schlagzeug spielt meist den gleichen eintaktigen Rhythmus durch, Steigerung in Ref und Bridge durch Variation der Instrumentierung (Becken statt HH, offene HH, Ridekuppe,...), da passiert selten irgendetwas Unerwartetes. Wenn du das mal verinnerlicht hast und fühlst, dass z.B. noch 2 Takte kommen müssen bis zum nächsten Liedteil, dann kannst du auch problemlos Lieder begleiten, die du nicht kennst.
Wenn du locker deinen Beat durchkloppst und intuitiv weißt, an welchen Stellen du den nächsten Liedteil einleiten kannst, hast du die größte Hürde genommen. Daran würde ich eher arbeiten, als jedes Lied Takt für Takt zu studieren. Das macht das Spielen auch viel entspannter und musikalischer und du kannst dich dabei auf die Musik konzentrieren.
Im nächsten Schritt ergänzt du dann charakteristische Eigenheiten der Lieder. Wenn die Form aber für dich ganz natürlich und klar ist, dann sind auch spezielle Fills, Übergänge, Unisono-Teile mit der Band etc. nicht so überraschend.
Ich würde einfach mal Lieder ganz bewusst hören und Gemeinsamkeiten feststellen. Dann versuche herauszufinden, was die Lieder ausmacht, worauf es, insbesondere beim Schlagzeug, tatsächlich ankommt. Und dann spiel einfach mit und konzentriere dich dabei darauf zu fühlen, wann welcher Teil kommen muss. Das geht auch wunderbar am E-Set. Dann kannst du bei der Probe viel freier spielen.
Kurz meine Meinung zu deinen Fragen:
1. Tempo: Spielen (und Proben und Auftreten) mit Metronom macht mir Spaß und entlastet und entspannt mich.
2. Leadsheet: Mache ich wenn nötig gerne und finde ich sinnvoll. Ich schreibe dann Tempo, Rhythmus (und Rhythmuswechsel) und Ablauf (1.Str, Ref, Git Solo über Str., ...) auf. Besonderheiten vermerke ich ("Übergang 2 Takte 16tel hochziehen", "Takt 16: Break auf 1", manchmal einzelne Takte auch als Schlagzeugnoten). Kleine Infos über die Instrumentierung dazu, wenn wichtig und ich davon ausgehe, dass ich nicht daran denken werde oder es nicht intuitiv ist.
3. Drumset: Schau, dass du gelegentlich im Proberaum am Set spielen kannst. Ansonsten sollte das E-Set zuhause auch wunderbar funktionieren. An die Umstellung gewöhnt man sich.
P.S.: noch ganz kurz offtopic:
Mir fällt da jetzt z.B. "Easy" ein von Faith No More bzw. Commodores.
Da gibt es ja 5/4 Takte im Wechsel mit 4/4 Takten... die Jungs warteten dann schon immer ganz heiß auf mein lautes Vorzählen 1-2-3-4-5...1-2-3-4....
Genau genommen ist das durchgehend 4/4, fühlt sich nur wegen der Akzente auf 1, 4 und 3 (und eben nicht auf der 1 des zweiten Taktes) anders an.