Ich bin auch kein großer Freund von Cajons. Zur Not am Lagerfeuer funktioniert das gut (nicht nur, wenn das Brennholz ausgeht). Aber ansonsten finde ich es klanglich einfach zu eintönig. Einen ganzen Abend möchte ich mir das Instrument eigentlich nicht anhören.
Trotzdem habe ich mir gerade so ein Ding gekauft, um Proben einer kleinen Formation in Zimmerlautstärke bespielen zu können.
Damit es mir aber Spaß macht, spiele ich mit Fußmaschine und mit Besen. So lässt es sich eigentlich ganz gut leben.
Du solltest herausfinden, ob es deinen Kollegen tatsächlich nur um die Lautstärke oder um den Klangcharakter oder etwas ganz Anderes geht.
Gegen die Lautstärke gibt es Mittel: Ich lege z.B. regelmäßig ein Handtuch auf die Snare. Das ist leise und klingt deutlich besser als wenn ich mit angezogener Handbremse spiele. Eine andere Alternative wäre z.B. ein E-Schlagzeug. Das muss man / die Band allerdings mögen. Ich bezweifle, dass es bei euch zur Musik passen würde.
Wenn es dir mehr um die Spielart geht, dann würde ich es auch so machen, wie hier schon vorgeschlagen: Erweitere dein Setup entsprechend.
Dann bleiben Klangcharakter und Lautstärke erhalten, du hast aber mehr Möglichkeiten und Spaß.
Also z.B. mit Besen auf Cajon die HH ersetzen, gedämpfte Snare für die Backbeats, stickgespielte Rassel für HH oder Beckenfiguren, Kickpedal ans Cajon, damit du die Hände frei hast,... Da gibt es sehr viele Möglichkeiten.
Ansonsten lohnt es sich sicher, mit den Bandkollegen zu reden und offen anzusprechen, dass du von der Reaktion überrascht warst und du die Intensität überhaupt nicht verstehen konntest. Vielleicht findet ihr ja raus, was da quer hängt.
Für die Zukunft ist vielleicht eine kleine Lehre: Nicht alle sind gleich flexibel. Vermutlich wäre es rückblickend sinnvoll gewesen, dein Set auch mal bei einer Probe zu spielen.