... und auch ich kann den Wunsch nach einer 100% igen Schlagzeugsimulation nicht nachvollziehen.
Der Wunsch an sich ist doch vollkommen nachvollziehbar. Was man dann nämlich hätte wäre ein akustisch klingendes Schlagzeug, bei dem man (neben vielen anderen Eigenschaften) insbesondere die Lautstärke einstellen kann. Natürlich wünsche ich mir das.
Ich würde es auch sehr begrüßen, wenn (weiter) auf dieses Ziel hin gearbeitet würde.
Ich sehe da eigentlich auch keine prinzipiellen Hürden. Ich persönlich bin mit den Triggereigenschaften der auf dem Markt befindlichen Gerätschaften schon ziemlich zufrieden. Veraltete Technik hin oder her, damit kann man schon sehr gut arbeiten. Und die Sounds von Software-Bibliotheken sind scheinbar gut genug für CD-Produktionen, da müssten die ja eigentlich auch für den Alltag und die Bühne taugen. Also fehlt doch nur ein Plug&Play-System, um beides gemeinsam einfach nutzen zu können. Das wäre dann Schlagzeugsimulation 1.0. Natürlich mit viel Luft nach oben, aber an ein mikrofoniertes Set könnte das schon rankommen.
Wenn das läuft, sehe ich da eine Menge Vorteile gegenüber einem akustischen Set. Natürlich hat ein normales Schlagzeug auch einige Vorteile. Ein E-Set wäre dann aber zumindest eine Alternative, auch im Rock-Pop-Bereich.
Vielleicht noch ein paar Punkte, die mir scheinbar immer ein wenig zu sehr in den Hintergrund rücken:
- Viele akustische Schlagzeuge klingen kacke :-). Toll, wenn man damit alle Soundnuancen und Dynamikstufen rauskitzeln kann. In der Praxis klingt es deshalb aber immer noch nicht gut. Entsprechend müsste man elektronische Schlagzeuge auch nicht immer mit dem, was akustisch möglich ist, vergleichen, sondern mit dem, was Ottonormaltrommler auf die Bühne bringt.
- Im Mix mit der Band hört in den allermeisten Fällen nur der Schlagzeuger das neue Fell auf der Snare heraus.
- Die Leute im Publikum (von der Musikerpolizei abgesehen) interessiert es auch überhaupt nicht. Warum auch?
- Ein guter Bandsound muss das Ziel sein. Dafür kann man oder muss man gelegentlich Kompromisse im eigenen Sound in Kauf nehmen. Wichtigster Faktor: Lautstärke. Wenn die Becken im Raum dröhnen und viel zu laut sind, dann macht man damit alles kaputt, egal wie toll die einzeln klingen. Lösung: Cympads drunter, Gaffa dran, mit Rods spielen oder Crashs nur leicht anschlagen. Ist für uns Klangfreunde alles eine Katastrophe, für den Bandsound aber doch hinnehmbar. Warum liegt die Messlatte bei E-Drums in der Praxis dann so hoch?
Für mich persönlich ist der Kompromiss mit Edrums von der Stange als Ersatz für ein akustisches Schlagzeug noch zu groß. Ich gehe damit momentan nicht mehr auf die Bühne. Dafür klingt es meiner Meinung nach einfach viel zu synthetisch. Wenn sich da was tut, sehe ich den Einsatzbereich von E-Schlagzeugen aber nicht nur bei elektronischer Musik oder im Übungskeller.