Das Argument, dass man in Hobbykapellen über Unzuverlässlichkeiten hinweg sehen können sollte, kann ich nur eingeschränkt nachvollziehen.
In einer Hobbyband ohne 'große' Ambitionen spielt man nebenbei. In der Regel haben doch Familie und Beruf einen deutlich höheren Stellenwert. Da muss man natürlich verstehen, wenn immer mal jemand etwas Wichtigeres zu tun hat. Wenn bei allen der Stellenwert entsprechend gleich ist, darf dieses Wichtigere gerne auch das schöne Angelwetter sein. Das entbindet meiner Meinung nach aber nicht davon, Termine abzusagen oder bei Verspätungen zu informieren.
In professionellen Bands, bei denen die Gage im Vordergrund steht, kann man (muss man aber nicht) gewisse Verhaltensweisen tollerieren. Die Sänger wie vieler bekannten Rockbands sind oder waren zugedröhnte Vollpfosten, mit denen die anderen Musiker eigentlich nichts mehr machen wollten? Aber solange dieses Gesicht der Band auf der Bühne seine Leistung bringt und damit maßgeblich dazu beiträgt, dass alle ihre Lohntüte voll bekommen, macht man den Spaß mit.
In einer Hobbyband würde ich das mittlerweile aber nicht mehr mitmachen. Schließlich ist es das Hobby der Musiker, es ist Ausgleich und soll Spaß machen. Wenn ich mich aber regelmäßig ärgere, weil die Prioritäten der Musikanten nicht ähnlich gelagert sind, dann verliere ich die Lust daran. Frust wird auf- und Kreativität abgebaut.
Wenn man auf dem Dorf mit den Bandkollegen noch befreundet ist, dann funktioniert ein Raussschmiss allerdings so einfach nicht. Aber darüber sprechen und Ziele sowie Regeln beschließen geht. Auf dieser Grundlage ist dann auch eine einvernehmliche Trennung möglich.
edit: Als hätte ich deinen Beitrag gelesen und daraufhin meinen geschrieben:
Für uns soll das ein ernstgemeintes Hobby sein
Ihr solltet am Freitag vielleicht zuerst klären, ob das die Meinung aller Beteiligten ist (Ziele und Regeln und so).