Beiträge von Oliver_Stein

    Das Stereopaar wäre im Prinzip die ideale Mikrofonierung für sowas, aber wie Du selber schon feststellen konntest, funktioniert das Live mit Verstärkung zum Publikum hin nur ganz schlecht - der Gain before Feedback ist bei so einer Mikrofonierung einfach nicht gegeben. Ergebnis: es klingt nicht gut und pfeift sehr schnell.

    Wenn die Schallquelle 3 breit ist und Du 1 vom mittleren entfernt bist, hast Du auf dem Mikro in erster Linie das mittlere Instrument - der Trick wäre, mit dem einen Mikro etwas gleichweit von allen aufzunehmenden Instrumenten weg zu sein. Aber zwei Mikros für 10 - das wird einfach nichts. Entweder Du bist zu weit weg, oder so nah dran, dass nur einzelne Spieler auf der PA landen. Beides klingt doof.

    Was könntet ihr also machen? Setzt euch in Dreiergruppen hin, die je mit einem Mikro abgenommen werden. Stellt die Mikros auf der Anlage so ein, dass es gut klingt und bewegt euch nicht mehr auch nur einen Millimeter! So könntet ihr vielleicht mit drei Mikrofonen für die 10 Instrumente klar kommen. Du brauchst dafür aber MIkros, die besonders gut den Frequenzgang einhalten, auch wenn sie seitlich besprochen werden. Solche Mikrofone (z.B. Neumann KM184) sind teuer... Die billigeren gehen sicher auch, aber bei seitlicher Einsprache klingen die manchmal völlig anders als von vorne besprochen - meistens dumpfer und mulmiger. Je mehr Du davon offen hast auf der Anlage, desto schlimmer wird es.

    Live macht das mit zwei Mikros für alles nicht so richtig Sinn. Das Bassakkordeon am besten per DI am Amp auf das Pult geben, dann im Idealfall für jedes Akkordeon ein eigenes Mikro. Es gehen auch zwei Akkordeons pro Mikro, dreier Gruppen nur dann, wenn die auch im Halbkreis vor dem Mic angeordnet sind - letzteres wird live wohl eher nicht so sein.


    Habt ihr denn jemand, der am Pult sitzt bei euren Aufführungen? Das ist nicht trivial und von der Bühne aus nur ganz schlecht zu machen.


    Ich habe mal Aufnahmen von Akkordeonorchestern gemacht und habe in Erinnerung, dass das nicht so einfach ist - selbst wenn Feedback bei Aufnahmen kein Thema ist. Als Mikros würde ich KM-Kondensatoren empfehlen, wenn draußen auf alle Fälle mit Windschutz. Soll das Schlagzeug auch abgenommen werden?

    Was soll man sagen? Da machte eine Riesenschritte nach vorne! Und es zeigt sich mal wieder, dass es nicht drauf ankommt, jede Note aus dem Original zu spielen, sondern den Vibe eines Songs rüberzubringen auf einem Level, wo man das Timing und die Phrasierung sicher im Griff hat! Und das hast Du hier! Kannst Du schon ein bisschen drauf stolz sein.


    PS: Um den Sound der Aufnahme geht's hier doch keinesfalls, oder? Dazu sind solche Aufnahmen doch überhaupt nicht da...

    - ich rate meist vom Abdämpfen des gegenüberliegenden Fells ab, zum einen, wie du erwähnt hast, wegen der Veränderung des Pitches am ungedämpften Fell, zum anderen, weil typische Situationen mit Stimmbedarf sowas nicht zulassen, wie etwa ein fertig mikrofoniertes Set auf der Bühne. Deshalb sollte man lernen, alle wichtigen Dinge im Originalzustand der Trommel zu hören

    Das stimmt insoweit, als das es am fertig mikrofonierten Set unpraktikabel ist. Trotzdem ist es eine große Erleichterung beim Stimmen, denn die Abweichungen von Stimmschraube zu Stimmschraube sind im erzwungenden Oberton des Fells viel besser zu hören. Und bei Anwendung eines Tunebots bzw. ähnlich gestrickter Apps muss man das gegenüberliegende Fell abdämpfen, wenn man eine bestimmte Stimmung eines Fells über die Messung erreichen will.


    Wenn ich am fertig stehenden Set noch Feintuning machen will, halte ich manchmal auch ganz leicht einen Finger in die Fellmitte, um das Fell in die Oberschwingung zu zwingen. Wenn man das mit sehr viel Feingefühl macht, geht das auch recht gut. Ein Gelpad in die Mitte geht auch.


    Bei Dir Nils ist das wahrscheinlich alles ein bisschen routinierter als beim Standard-Trommler, der alle paar Wochen oder Monate mal ein Set stimmt.

    entweder hast du bei den anderen eeeetwas lauter angefangen zu sprechen, aber das einzige, was ich als unterschied raushör ist, dass bei allen anderen (mit ausnahme des oktava) der beginn ein bissi harsch klingt oder eben "zu laut", das sm57 bzw. das was du da sprichst, klingt gelassener :D bei den anderen hab ich übertrieben gesagt das gefühl, eine lästige gelse verfolgt mich :D

    Das bezieht sich auf meine Sprachbeispiele? Ich weiß, als Sprecher und Sänger tauge ich nicht - deshalb spiele ich ja auch Schlagzeug! :D

    Ich weiß aber, was Du meinst - die erste Aufnahme mit dem 57 war relaxter als die anderen, das ist mir auch aufgefallen.

    Die haben zwar keinen Metallkragen, das Gewinde sollte aber passen.

    Die passen nicht, weil die Funktionalität der SP30 Spitzen ganz anders ist. In dem, was von außen wie ein Gummiteil mit Metallkragen aussieht, ist ein Bajonett-Mechnismus verbaut, der die Umstellung mit einer Vierteldrehung ermöglicht:


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    hier an dieser Stelle kann man den kompletten Bajonett-Fuß abdrehen vom Bein:



    Dort hat der untere Teil ein ca. 10 mm langes M4-Gewinde rausstehen, der in den oberen Teil des Beins geschraubt wird. Was bei Dir noch da ist, ist das Innenleben des Bajonett-Teils - es fehlt das Außenteil und eine Feder. Die Chance, dass Du das so alleine irgendwo bekommst, geht meine ich gegen Null. Ich würde die zwei kompletten Beine bei Kleinanzeigen nehmen und eins wieder verticken - dann kommst du vielleicht mit 30-40 Euro weg.

    Die Funktion bei den originalen Pearl Füßen ist ja so, dass man das Teil mit dem Gummifuß durch eine Vierteldrehung hoch oder runter setzen kann und damit entweder das Gummi auf dem Boden steht oder aber die Spitze vorne raus schaut und die BD vor dem Wegrutschen schützt. Diese Funktionalität würdest Du auf alle Fälle verlieren, wenn Du einfach einen generischen Gummi draufsetzt und ein Gewinde auf das vorhandene Teil schneidest. Das ist auch gar nicht so leicht, weil sich der Durchmesser mehrfach ändert.


    Pearl selber verkauft das Bein wohl nur als Baugruppe - das Gummi kann man einzeln kaufen, aber Dir fehlt ja mehr (die Dorn raus/rein Drehmechanik).


    Manchmal staunt man über die Ergebnisse von Vergleichen - hier kann ich das gut nachvollziehen, auch wenn ich die anderen Testkandidaten von Dir nicht alle kenne. Das 57 hat die Präsenzanhebung an der richtigen Stelle für Sprache und wenn man etwas weiter weg ist, entfällt der sonst extreme Nahbesprechungseffekt. Den muss man sonst mit HP und/oder EQ wegfiltern, damit es nicht mumpft.

    Ich hatte auch mal mit verschiedenen Mikros getestet, als ich eine Podcastfolge aufnehmen wollte (nur meine Stimme). Bei mir waren am Ende zwei Großmembraner die Finalisten - das AKG C414 B-ULS und das EV RE 320. Beide klangen über den 1073 Klon sehr gut, das 320er etwas mehr processed mit dem Filter aktiviert, das 414 etwas natürlicher. Ich habe am Ende das 414 genommen, weil es etwas räumlicher als das 320 klang auf der Aufnahme. Und bei der Position hatte ich es ebenfalls schräg von oben ausgerichtet - nach etlichen Tests der möglichen Positionen. So von oben benötigt man noch nicht mal einen Popschutz, weil die Plosive nach unten oder direkt nach vorne gehen. Das 57 habe ich ehrlich gesagt nicht in der Auswahl gehabt, aber es hätte ganz sicher funktioniert.

    Eigentlich verkaufen die gar keine Drums mehr...aus Platzgründen. Es wirkt auch so, dass die gar keinen Druck hätten, irgendwas aus dem Lager zu verkaufen.

    Ja, als ich da war stapelten sich die Shellsets in der Balustrade oben.

    Im Preis ist bestimmt noch ordentlich Verhandlungsspielraum.

    Das wiederum kann ich nicht bestätigen - damals hatte ich auch nach dem Preis eines Superstar gefragt (vielleicht war es sogar dieses) und es hieß, es koste den damaligen Katalogpreis umgerechnet in Euro… Der damalige Verkäufer hat auf meine Bemerkung hin, dass das zu viel wäre, keinerlei Anstalten gemacht, mit mir in ernsthafte Verhandlungen einzutreten. Also ich teile den Eindruck, dass die keinerlei Veranlassung haben, die Sachen nach 40 Jahren mal aus dem Bestand zu bekommen.


    Ich war vor drei Jahren mal in der Bassabteilung, wo damals durchaus hochwertige Instrumente von Ibanez und G&L hingen. Leider auch hier das gleiche Bild: ein für mich interessanter Ibanez Bass war schon so viel angetestet worden in den mindestens 5 Jahren, die er dort stand, dass man ihn eigentlich nur noch zum Showroom-Tarif hätte verkaufen können. Aber auch hier: keine Verhandlung drin, Listenpreis(!) wurde als Fix gesetzt. So wird das nichts…

    Wer einmal beim Musikbrunnen Böhmeke in Hannover war, den wundert es nicht, wenn ein Set aus den 80ern im Keller gefunden wird. Ich kenne keinen Laden, der mehr Instrumente pro Quadratmeter hat als dieser :S

    Ja, das stimmt! Dieser Laden ist außerdem eine Zeitkapsel… :D

    Ich hatte vor Jahren mal über einen Besuch dort in meinem Vorstellungsthread berichtet, das standen auch noch jede Menge Yamaha 9000er NOS dort rum. Leider sind die Preisvorstellungen für diese alten Sets nicht realistisch m.E. Das Superstar sehe ich nicht als Sammlerstück, ich würde bei 1200,- vielleicht ins Nachdenken kommen, aber so?