Meine Aufnahmen mit dem Beta 52a in verschiedenen Positionen brachten zu Tage, dass im Reso-Loch zwar ordentlich Tiefbass kommt und der Sound dementsprechend fetter, moderner und (meistens) Bandmix-freundlicher wird. Allerdings auch, dass ansonsten dann nicht viel Fleisch im Bassbereich übrig bleibt, eher nur noch ein "Plöck" deutlich darüber. In meinem Fall bei ca. 150 Hz, glaube ich.
...
Die Position im Reso-Loch kann also dazu führen, dass die Bassdrum auf Tiefbass-schwachen Lautsprechern und Kopfhörern alles andere als fett klingt, obwohl sie das auf entsprechenden Anlagen durchaus tut.
Das kann ich bestätigen - ich hatte mit dem Signal vom Resoloch in einer sehr tief gestimmten Bassdrum große Probleme, diese auf allen Anlagen hörbar zu machen - genau wie Du schreibst, klang es auf Bass-starken Boxen super, auf allen anderen war die Bassdrum schlicht weg. Allerdings habe ich bei der Aufnahme auch doppelt bzw. dreifach geschlafen: zunächst war die Trommel einfach zu tief gestimmt - dann stand das Beta 52a im Resoloch und das zweite Mic (C414) ebenfalls vor dem Reso. Ergebnis war dann, dass keins der Signale die Durchsetzungskraft für den Bandmix liefern konnte... Ich habe später das Beta52 in die Trommel verlagert (relativ weit zum Batter, aber fast unten auf der Dämpfung und mit der Nase Richtung Beater - das war um Längen besser in den Mix zu bekommen.
Das Beta52a klingt im Resoloch toll bei Aufnahmen des Drumsets alleine - bei Aufnahmen für den Bandkontext würde ich nächstes mal auch anders aufnehmen (vielleicht dann RE320 in der Trommel und Beta52a vor dem Reso).
Ich würde übrigens auch das RE320 behalten. Zum einen weil du es sowieso favorisiert, zum anderen aber auch wegen seiner speziellen Eigenschaft des unterdrückten Nahbesprechungseffekts. Das macht das Mikro ja schon fast exklusiv.
Ist das RE20 eigentlich der Vorgänger?
Nach dem, was ich bisher so rauslesen konnte, ist das RE320 eine Mischung aus RE20 und RE27N/D - es soll die Kapsel des 27ers haben incl. des Neodym-Magneten, aber das Gehäuse sieht aus wie das des RE20. Dann hat es diesen passiven EQ drin statt des Hochpasses im RE20 und der Schalterorgie im 27.
Zusammengebaut wird das ganze jetzt in China - daher kostet es nur die Hälfte des RE20 und ein drittel des RE27N/D. Letzteres habe ich ja interessanterweise schon besessen und viele Jahre nur noch für tiefes Gebläse genutzt (Bariton-Sax, Tuba). Dann habe ich es verkauft. Und jetzt kommt es in abgespeckter Form wieder ins Haus.
Interessant ist noch, dass das RE27N/D (obwohl wirklich hochpreisig und von EV als das beste dynamische Mikrofon auf dem Markt überhaupt beworben) eine sehr ausgeprägte Gehäuseronanz hatte, die gerade bei impulsiven Klängen wie Snaredrum schon mal stören konnte. Das ist mir beim 320er bisher nicht aufgefallen.
Das Variable-D ist beim RE320 im Vergleich zum M88TG an der Snare deutlich zu hören gewesen - während letzteres bei nahem Abstand schon anfing, boxig zu klingen, war beim 320 nichts davon zu hören. Im Netz liest man allerdings, dass das 320 im Vergleich zum RE20 und RE27N/D einen ausgeprägteren Nahbesprechungseffekt haben soll - das Variable-D also nicht ganz so gut umgesetzt ist wie bei denen. Mir egal, so wie es ist, passt es für mich 