die pegelabsenkung von -10 dB an fast jedem grossmembran-kondenser bezieht sich auf was? SPL oder u? überleg mal. du kannst deinem kondensatormikrofon nicht per pegelabsenkung mitteilen, das es auf einmal weniger schalldruck vertägt!
OT: Dewwel - nichts für ungut, aber vielleicht recherchierst Du mal etwas über den User, den Du hier belehrst... dann würdest Du unter Umständen rausfinden, dass Du ihm diese Details vermutlich nicht erklären brauchst 
Zurück zum Thema: bei einem Großmembran-Kondensator Mikrofon kann es bei zu hohem Schalldruck dazu kommen, dass die Membran an den Gegenpol der Kapsel schlägt - dann gibt es im besten Fall ein lautes Plopp und im schlechtesten Fall ein neues Mikrofon (oder Kapsel, falls diese als Ersatzteil lieferbar ist und sich die Reparatur lohnt). Letzteres ist dann der Fall, wenn die Kapselvorspannung sich schlagartig über den mechanischen Kurzschluss entlädt und dabei die Membran beschädigt. Diese mechanische maximale Schalldruckfestigkeit kann nicht mit einer Pad-Schaltung erhöht werden.
Der nächste Punkt, wo Übersteuern auftreten kann, ist der interne Vorverstärker im Mikrofon. Ist der Pegel von der Kapsel sehr hoch, dann kann dieser bei gegebenem Verstärkungsgrad irgendwann anfangen zu clippen. Diese Art des Clippings kann mit dem PAD-Schalter am Mic verhindert werden, weil sie entweder den Verstärkungsgrad des Verstärkers absenkt oder den Pegel zwischen Kapsel und Preamp reduziert.
Der nächste Punkt, wo eine Übersteuerung auftreten kann, ist im Preamp des Mischpults (oder im externen Preamp, wenn ein solcher zum Einsatz kommt). Ist das Signal aus dem Mic zu "heiß", dann kann man es mit dem Gainregler des Pults (oder auch dem Pad-Schalter am Pult) nicht mehr so weit runterregeln, dass bei den lautesten Signalstellen der Pre-Amp im Pult nicht clippt. Auch in diesem Fall hilft der Pad-Schalter am Mikro.
Prinzipiell gilt in der Audiotechnik, dass ein Signal immer auf dem technisch höchstmöglichen Pegelniveau übertragen werden sollte, weil dann Störungen von außen den geringsten Einfluß haben (Stichwort Nutz-/Störsignalabstand). Am Mikrofon muss/sollte daher nur dann abgesenkt werden, wenn der interne Preamp im Mikrofon übersteuert oder das nachfolgende Glied in der Kette den Pegel vom Mic nicht verarbeiten kann.
Der schlechteste Fall wäre, wenn man z.B. bei einer Gesangsaufnahme den Pegel am Mikro durch einen -20dB-Pad reduziert, obwohl die Sängerin nur ins Mikro haucht und dann am Pult den Pegel mit dem Gain-Regler wieder stark anheben muss. Zum einen würde hier am Pult mit dem hohen Gain alles an Störsignalen mit hochgezogen, was in den Kabelweg eingestreut hat. Zum anderen Rauschen viele Preamps besonders bei hohen Gain-Settings stärker - hier würde das Signal also nochmals unnötig mit Nebengeräuschen beladen.
Also: Absenken bei sehr lauten Quellen nahe der internen Übersteuerungsfestigkeit des Mikros (also z.B. wenn ein C414 an einer Snare hängt). Absenken auch, wenn der Empfänger des Signals es wegen zu hohen Pegels nicht ohne Übersteuerung verarbeiten kann. Ein Pad-Schalter am Pult ist dabei dem Pad-Schalter am Mic vorzuziehen (weil dann das Kabel den höheren Pegel führt und die Einstreuungen relativ dazu geringer sind).