Hallo,
B-Ware (früher II. Wahl) gibt es bei Paiste nicht.
Was die Qualitätskontrolle nicht für verkaufstauglich hält,
geht nicht raus.
B-Ware bei Verkäufern ist eine Bezeichnung, die unscharf
ist, weil jeder Verkäufer damit nach Gutdünken (man sollte
moralisch eher Schlechtdünken sagen) handelt.
Es ist nämlich für den Kunden ohne weitere Erläuterung nicht
offensichtlich, was da nicht in Ordnung sein soll.
Einen Versandrückläufer kann man ja wohl auch als einen
solchen bezeichnen und Herstellungsmängel kann man auch
als solche bezeichnen.
Auch Ausstellungsstücke gab es lange vor dem Internet schon,
damals nannte man das einfach so oder ging schweigend zur
Kasse und dort wurde der Preis individuell geregelt.
Heute wird im Internet viel beschissen.
Durch unklare und unvollständige Formulierungen und Bildern,
auf denen man eben ein Instrument nicht in Augenschein
nehmen kann (im Laden kann man es umdrehen, unters Licht
halten, fühlen, ja, vielleicht sogar hören, wie es wirklich klingt,
ganz ohne professionelle Klangbearbeitung) wird der Kunde
im Nebel gehalten und allzu viele Kunden finden online bequem,
dabei müssen sie sogar noch einen Haufen Daten eintippseln
und am Ende auch noch warten, bis der Postmann klingelt.
Seriöse Anbieter haben es da schwer, denn Aufklärung,
Beratung und all das sind teuer, der Kunde will aber billig.
Deshalb ist der Service ja auch ein Witz.
Wenn ein Händler ohne weitere Erläuterung "B-Ware" verkauft,
würde ich als kritischer Kunde das als Versuch ansehen, mögliche
Mängel, welche das Produkt im Laufe des Versands erhält als
"it's not a bug - it's a feature (you get what you pay for)" zu
kaschieren und damit die Reklamationsabteilung mit "du kommst
hier nit rin" zu versiegeln. Das wird praktisch bei Musikern (die
ohnehin bereit sind, viele Schmerzen zu ertragen, wo andere
längst die Versicherungen aufeinander losgehetzt hätten) und
dann noch bei relativ kleinen Beträgen (da lohnt der Anwalt nicht
bzw. er hat keine Lust, sich für den Scheiß den Arsch aufzureißen,
um dann hinterher den Mindestlohn zu unterschreiten) auf weitgehend
fruchtbaren Boden stoßen.
Beim T wird das Ding mit 419 aufgeführt, es ist ja inzwischen bekannt,
dass alle Händler sich nach diesem Preis ausrichten, wenn hier also
ein Laden in strukturschwacher Region mal auf sich aufmerksam machen
will, muss er halt mal ein "Sonderangebot" fahren, beim Penny um die
Ecke gibt es das jede Woche, da bekam man den Mozzarella neulich
auch für 49 statt 55.
Wenn ich so ein Becken haben wollte, dann würde ich es gleich gebraucht
kaufen (dann ist im Preis das ein oder andere Risiko oft etwas realistischer
kalkuliert (aber auch nicht immer)) oder meinen Händler konsultieren, wo
ich mit der Stock- und Beckentasche auflaufen würde. Dann wüsste ich gleich,
was mir nach Hause geliefert würde und ja, wie der Versand abliefe, läge in
meiner sanften Hand, auf Deutsch: das kann zwischendurch keiner mehr
im Paket in der Gegend herum werfen.
Grüße
Jürgen