Hallo,
es ist natürlich ein bisschen Definitionssache.
Zwei Bass Drums können ja auch andere Gründe haben, also eine größere und eine kleinere beispielsweise für tiefere und weniger tiefere Töne, aktuell bei einigen progressiven Jazzern zu sehen. Bei Rondinelli/Franco (The Encyclopedia of Double Bass Drumming, Modern Drummer Publications, 2000) wird Ray McKinley für 1940 aufgeführt. Der hat allerdings wohl schnell wieder die Lust verloren, weil er es doof fand. Dann kommt auch schon Louie Bellson, der ja große Aufbauten fuhr und das recht konstant. Somit war er zumindest derjenige, der für den Durchbruch sorgte mit seiner Bekanntheit und seiner Stringenz.
Ich denke, dass davor wirklich nicht viel gelaufen ist, denn das moderne Schlagzeug in der Popularmusik ist ja ohnehin recht jung. Zuvor waren die Instrumente ja verteilt (wie heute noch im klassischen Orchester), auch die Tanzkapellen hatten anfangs wohl noch mehrere Leute für Große und Kleine Trommel (wie heute auch noch in der Marschmusik). Die ersten Fußmaschinen tauchten ja auch eher um 1900 herum auf und die Hi-Hat ist ja eine Weiterentwicklung der Charleston-Maschine, das Drum-Set, wie wir es heute kennen, wurde tatsächlich einschließlich Hi-Hat wohl erst in den 1930er Jahren etabliert. Davor wurde es quasi nach und nach zusammengebastelt.
Interessant finde ich, dass es auch nach Erfindung und Etablierung des Doppelpedals immer noch weitgehend bei Double Bass Drums geblieben ist, nur Bozzio, der sowieso aus dem üblichen Schema fällt und ein paar ganz wenige andere spielen mehrere Bass Drums (Cobham drei, Moffet fünf) oder auch zwei unterschiedliche, bestenfalls noch mit zwei Doppelpedalen (von Bohr).
Irgendwie bewegt sich der Doppelhuf-Kram doch weitgehend in musikalisch banalen Bahnen, das erlebe ich vor allem live, wo ja inzwischen jeder Jungspund unentwegt auf den Dingern herumtritt, ob es passt oder nicht und eben auch immer nur derselbe Kram.
Grüße
Jürgen
der auch nur zwei Hupen hat