Hallo,
zum Dessert:
zum Thema Kondensator-Mikrofone: ich vermute mal das Brauner und Neumann Mics bei dir nicht als Billigware durchgehen, aber wo ziehst du nach unten hin die Grenze (Preis, Fertigungsort)?
Billigkondensatoren sind für mich diese kratzigen Plastikdinger. Die sind für den Anfang gut, aber im Gehör keine Erleuchtung. Angenehm wird es in der Tat mit NT5/OctavaMK012, wobei letztere auch nicht sicher ist, da gibt es wohl verschiedene Varianten. Das wäre für mich im Kondensatorenbereich für Ohren, die Hören der Einstieg, damit würde ich arbeiten. Alles andere (auch etwas Opus 83 fand ich zu kratzig unausgewogen) finde ich unausgewogen. Ansonsten geht es bei etwa 350 Euro los, da gibt es schöne Mikrofone mit Echt-(!)-Kondensator-Technik und die Sonne geht dann bei etwa 900 Euro auf. Danach wird es orgiastisch.
Leider wird das Thema OH immer vernebelt, denn die Kosten will keiner ausgeben, also kapriziert man sich auf weniger wichtige, dafür umso erschwinglichere Komponenten (Tom-Mikrofone, da kann man fast alles hin hängen zur Not), so sehen dann auch die üblichen Kofferlösungen aus: Prestige-Toms, Billig-OH und Hauptsache mit Koffer (der manchmal wertiger als der komplette Inhalt erscheint, ok, ein klein bisschen übertrieben, aber gar nicht so wirklich viel).
OH mit H4, aber nicht R16: ok, das H4 kann man leichter an die Decke hängen, aber das R16 hat eben auch zwei eingebaut und ist dank Plastik leicht, wenn man die Optik mag, kann man es sich auch oben hin hängen.
Ich persönlich würde in beiden Fällen von OH absehen und das Stichwort "ambient" wählen, die Überkopf-Mikrofonierung ist vor allem bei Auftritten sinnvoll, wo man eben oben Platz hat, vorne aber nicht, weil da irgendwelche Leute herum laufen und dabei auch noch Lärm verursachen. Zuhause ist man da meistens freier. Und wenn man mit einem Gerät alleine arbeiten will muss man ja irgendwie auch die Bass Drum erreichen und die ist ja bekanntlich eher basement (o je, jetzt haben die Analphabeten auch noch ein Argument) als over head.
Ich würde wie folgt einkaufen:
1. Aufnahmegerät: da sind zwei Mikrofone eingebaut, damit kann man sofort aufnehmen, es auf den Rechner beamen und dort auch bearbeiten, wenn nötig oder gewünscht. Schneller und einfacher geht es nicht. Dabei kann man schon ausprobieren, wo der Apparat und damit die Mikrofone am schönsten alles aufnehmen (vorne, hinten, oben etc.)
2. Je nach Erfolg von 1 dann entweder ein bis zwei Allround-Mikrofone für Overhead oder Ambient oder Hi-Hat oder Snare Drum oder ...
oder - wenn etwas partout unterbelichtet blieb - das Spezial-Mikrofon für die Bass Drum und danach irgendwann das für die Snare Drum kaufen, natürlich mit guten Kabeln und guten Ständern, denn ein Mikrofon, dass sich bewegt oder Finger, die im Galgen hängen oder Kabel, die komisch klingen oder Radio International übertragen, sind keine Freude (alles schon gehabt).
Und damit kann man ganz gut leben.
3. würde ich dann über die Mikrofonierung der Toms nachdenken, wenn man nur ein Standard-Set fährt (BD, SD, 3 Toms, HH, ein paar wenige Becken), dann wird man mit sieben bis acht Kanälen gut auskommen. Wer natürlich gerne viel auffährt, kann sich dann erinnern, dass man zwei R16 auch zusammenhängen kann (2 x 8 gleich 16), solche Erweiterungen sind dann durchaus noch möglich.
Am R16 - wie an allen modernen Geräten - missfällt mir vor allem die Baufälligkeit, Plastik hält nichts aus und ist auch von der Haptik her eher Kinderspielzeug. Im Moment habe ich ein bisschen Probleme mit Wackelkontakten auf zwei Kanälen, das sollte aber technisch lösbar sein und man darf nicht vergessen, dass ich den Apparat lange Zeit nahezu wöchentlich mit dem Fahrrad spazieren gefahren habe und die Stecker immer schön rein und raus kamen. Bei der Speicherung von extrem viel Material und beim Überschreiben kam es auch schon zu komischen Ereignissen, das lässt sich jedoch vermeiden, wenn man gerade nicht die Karte voll macht und dann jede Woche mit neuem Zeug überschreibt. Weiterhin habe ich auch noch ein Update gemacht, es kann sein, dass das inzwischen besser läuft.
Wenn ich daran denke, dass ein Vier-Spur-Cassettenrecorder, der nur zwei Spuren gleichzeitig aufnimmt, mal 1.000 DM gekostet hat, will ich aber nicht meckern.
Grüße
Jürgen