Hallo,
ich meine zwar, dass jeder - egal ob Unternehmer oder nicht - es grundsätzlich leichter hat, Ausgaben zu produzieren.
Das liegt ja auf der Tastatur ("jetzt bestellen").
Wer tatsächlich Gewinn erzielt (auch in kleinem Umfang) wird letztendlich eher nicht von der Umsatzsteuer profitieren.
Die abziehbare Vorsteuer wird ja immer unterhalb der abzuführenden vereinnahmten Umsatzsteuer liegen. Wenn man
dann überlegt, dass man bei einer umsatzsteuerbefreiten Tätigkeit die Vorsteuer nicht irgendwo abziehen kann, so hat man
aber immer noch die Differenz aus sonst letztendlich (also nach Abzug der Vorsteuer) zu zahlenden Umsatzsteuer.
Auch die Zinsgewinne bei Umsatzsteuerpflicht (es wird ja erst vereinnahmt und dann später gezahlt, bei kleinem Umsatz
- wie er hier wohl meistens vorliegen wird - sogar viel später) dürften die Sache nicht kompensieren.
Die tatsächliche Existenzgefährdung liegt allerdings nicht in der Frage der Umsatzsteuerpflicht, sondern wohl doch eher in
der Frage des Mindestlohns. Wer genug entlohnt wird, kann und darf auch Steuern und Abgaben entrichten. Wer zu wenig hat,
wird befreit. Wenn man sich die Aufstellungen so ansieht, was ein Musiker so durchschnittlich verdient und wenn ich mir so
anhöre, was hochqualifizierte Musiker tatsächlich letztendlich verdienen, dann bin ich mir ganz sicher, dass da einfach die
Verdienste bei großen Teilen einfach zu gering sind. Nachdem die Frage der Steuer sicherlich bald geklärt sein wird, könnte
ja mal jemand in dieser Richtung aktiv werden.
Ich verstehe auch nicht, warum es keine vernünftige Musikantengewerkschaft gibt. Ok, GEMA als Inkasso für Autoren ist
ja nicht gerade in Mode, aber ich sehe keine Alternative und ich sehe im Musikerbereich eine Korporationsunwilligkeit,
welche sicherlich schadhaft für die Branche ist: keine Lobby, kein Geld.
Die Veranstalter sind dagegen gut organisiert.
Grüße
Jürgen
PS
Matzdrums: danke für die einleuchtende Berechnung!