Hallo,
wenn man Rudiments übt, kann man zwar danach Rudiments hintereinander abfeuern, aber eine Geschichte oder ein Solo ist das aus künstlerisch-musikalischer Sicht eher nicht.
Ich meine, dass man für ein Solo Kreativität und vor allem Entertainerqualitäten braucht. Das Konzept lautet: wie kann ich das Publikum unterhalten? Was wollen die sehen? Was kann man ihnen zeigen, ohne dass denen langweilig wird.
Das schafft im Zweifel ein musikalisch begabter Anfänger, der praktisch nichts kann, besser als ein forteschrittener Trommler, der alle Rudiments vorwärts, rückwärts und seitwärts spielen kann, jedoch eben auch nichts anderes zustande bringt.
Wenn man mehr der Handwerker ist, sollte man um Soli einen Bogen machen, ist man mehr Künstler muss man ja quasi stets solieren, um die handwerklichen Mängel zu umschiffen.
Wer natürlich beides kann, ist ein großer Musiker.
Konkret: wer fünf Minuten dasselbe spielt, sich dabei aber aus- und wieder anzieht und zwischendurch noch ein Bier trinkt, was ihm jemand aus dem Publikum gereicht hat, wird nachhaltiger in Erinnerung bleiben wie der Kollege, der mit konzentrierter Miene fünf Minuten lang Rudiments in allen Tempi zusammenschraubt, es sei denn er spielt vor Fachpublikum oder im eher klassischen Bereich einschließlich Jazz. Unterhaltungsmusik muss unterhalten.
Grüße
Jürgen
PS
Immer an die denken, die den Unterhalt zahlen!
Edith: PPS
Wohlgemerkt: die richtig Guten tun so, als würden sie billigen Scheißdreck spielen und feuern, ohne dass es der Laie merkt, kriminelles Zeug ab. Das muss man schaffen! Dann ist man groß und stark.