Hallo,
gerade bei der Großen Trommel in der Popularmusik verwenden wir gerne Dämpfung.
Entweder modern bereits im Fell eingebaut oder altmodisch mit fantasievoll zusammengetragenen Dingen aus dem Haushalt.
In ersterem Fall kostet das Fell viel Geld, im zweiten Fall ist es billig und man bekommt von der Drummerpolizei eins auf den Deckel.
Letztendlich kenne ich niemanden, der eine komplett ungedämpfte Bass Drum fährt.
Weiterhin stimmen wir unsere Trommel im Pop- und Rockbereich gerne tief, tendenziell eher zu tief. Dadurch entsteht automatisch eine Nachklangbremse einerseits und es patscht andererseits automatisch. Mit weniger gedämpften Trommeln fällt der Effekt weniger, mit stärker gedämpften stärker auf.
Dann kommt noch der Raum hinzu. Wenn der stark gedämpft ist, kommt das einem modernen Klang entgegen. Ist er weniger gedämpft, muss man an der Trommel mehr modellieren. Schwierig ist aber ein Raum, wo sich die Trommel nicht entfalten kann. Die tiefen Töne haben gerne Platz. Haben sie den nicht, kann es dank des Wunders der Akustik zu unberechenbaren Effekten kommen, die meist nicht schön sind.
Und das Wichtigste: der Spieler. Tritt er ordentlich, gibt es auch einen ordentlichen Ton - und umgekehrt.
Zum Material: ja, es gibt Unterschiede, nein, die Mehrheit hört diese nicht, wenn die Qualität stimmt.
Ahorn ist nicht gleich Ahorn, Birke nicht gleich Birke und Buche ist auch nicht dasselbe. Dann müssen die Lagen ja verarbeitet werden, dabei kann man eine Trommel auch prima versauen oder prima bauen, je nach Ahnung des Herstellers (die durchaus teilweise extrem unterschiedlich ausfällt). Dann kommt eine Außengestaltung zum Einsatz, die teilweise auch noch negativ einwirkt, spätestens, wenn die Beschlagteile montiert sind. Schließlich kommt die Membran (das, was die qualifizierte Mehrheit der Klangentwicklung ausmacht) darauf und da hört man noch am ehesten, ob es Plaste oder Pergament ist. Aber: so wie ich im Badezimmer unter der Dusche anders klinge als im Wohnzimmer am Kamin, so klingt auch die Trommel in der Kirche anders wie im Kartoffelkeller.
Hammu: 9 mm-Kessel mit 6 mm-Kessel zu vergleichen, ist aber auch gemein. Da kann doch die arme Buche nichts dafür, dass man sie früher so großzügig verbaut hat und bei der Birke hernach so geizig war (und heute noch ist).
Grüße
Jürgen