Hallo,
der Heilige Gral wird von denen geschwenkt, die nichts können und zwischenzeitlich entweder resigniert haben oder ihre Ansprüche reduziert oder nie welche gehabt haben.
In der Tat hören wir (als ungeübte Laien) öfter den Gustav als er tatsächlich da ist. In Reinkultur ohne jegliche auch nur minimale Phrasierung klingt der nämlich auch nicht.
Deshalb ist es richtig, dass er bei denen gut klingt, die ansonsten auch spielen können und umgekehrt. Das kann man selbst erleben, wenn man mal seine alten Aufnahmen anhört, dann die neuen und dann die von jemand, der das kann.
Weiterhin soll es ja in der Tat angeblich um Musik gehen und da ist es wie im Leben: es kommt darauf an. Ich meine schon, dass auch AC/DC ein bisschen mehr Feinsinn überleben würde und die Weckl-Fraktion mit etwas weniger Gefrickel überleben würde. Eine einfache Nummer zuzuballern oder eine komplizierte mit dem Gustav zu unterlegen, kann vielleicht im Einzelfall Sinn machen, wird aber in aller Regel mehr als merkwürdig, um nicht zu sagen: im höchsten Maße unmusikalisch, erscheinen. Daher zeigt sich der Könner damit, dass er das Passende liefert.
Der gemeine Laie ist bedauerlicher- oder glücklicherweise so eingeschränkt, dass eben das Gefrickel immer doof klingt und dann wenigstens der Gustav so einigermaßen klappt, also spielt man ihn im Zweifel überall und erklärt ihn zum Messias.
Es gibt allerdings in der Popularmusik extrem viel Anlass, eben als Taktklopfer-Tutti-Schwein seine karge Arbeit zu verrichten. Nicht jede Kapelle macht Fusion/Jazz-Rock/Prog-Rock/Free Jazz/etc.
Wenn man frickeln will, muss man Frickelmusik machen, wenn man Schonkost machen willen, muss man halt schonend schlagen. Alles hat seine Berechtigung, sein Publikum und macht die Wiese bunt.
Grüße
Jürgen