Hallo,
ich habe das Zeug natürlich nicht gelesen, wozu auch?
Jedenfalls kenne ich fast keinen Vertrag, der nicht Irgendetwas enthält, was rechtswidrig sein könnte.
Dass diese Dinger nicht teilweise sittenwidrig sind, würde mich fast wundern, denn dafür sind AGB doch da.
Ich erinnere mich noch an den Tag, als einer der hiesigen Mieterschutzvereine beim BGH ein paar Klauseln hat kippen lassen,
ich nahm dann meinen Mietvertrag und habe anhand des Urteils etwa die Hälfte des Inhalts gestrichen. Dann habe ich gestrichen, was sowieso Quatsch war (Regelungen über Aufzug etwa - den gibt es nämlich nicht) und die Zusammenfassung dessen, was tatsächlich galt, war erstaunlich übersichtlich und verständlich.
Genau das möchte der AGB-Verwender aber doch vermeiden: 1. soll der Gegner (pardon, Vertragspartner) gleich die Lust verlieren, den Mist zu lesen, 2. soll er daran glauben, dass die gesammelte Kompetenz der Rechtsabteilung des Verwenders nicht irren kann (und niemals auf die Idee käme, da Unsittliches oder so reinzuschreiben) und diese überhaupt beteiligt war (die können auch gut Kaffee trinken und milde lächeln).
Verträge kann man leicht wasserdicht machen: einfach Ortlieb-Folie drumherum, aber gerichtsfest ...
... hohe See ...
... Gottes Hand ...
da wäre ich ganz vorsichtig in der Vorhersehung.
Nächster üblicher Irrtum in der Laiensphäre: Angst vor Klagen.
Vor welchen Klagen?
Wenn ein skrupelloser arbeitsloser Volljurist sich in der Personalabteilung einer Aktiengesellschaft einstellen lässt zur Beratung der Geschäftsführung und gezielten Durchführung von Rationalisierungsmaßnahmen, da werden dann - sagen wir mal - 1000 Leute gekündigt. Davon klagen wie viele?
1000? Haha.
Vielleicht 100. Bestenfalls.
Und deren Kosten bezahlen wir von denen, die wir durch den erfolgreichen Rauswurf gespart haben. So läuft das.
Bei non-food im Discounter nicht anders: wer gibt da schon das schon beim Zusammenbau zerbröselte Teil zurück?
Und wenn es mal einer tut, hat man vorher schon genug Schrott verkauft, so dass man sich das auch noch leisten kann.
Läuft im Müllenimumbereich auch nicht anders (also shame und wie das Zeug heißt).
Zurück: Rechte abtreten für lau finde ich einen etwas ungleichen Vertrag. Das wäre prüfungswürdig. Vielleicht sind ja meine Rechte nichts wert. Aber warum will sie dann jemand haben? Merkwürdig.
Bei anständigen Künstlern gibt es angeblich Knete.
Grüße
Jürgen
PS
Und nicht jeder Volljurist macht Verträge. Viele Unternehmen haben keine Lust, so einen Bedenkenträger zu bezahlen, die stören oft nur beim Geld verdienen.
Das macht der Student im Praktikum. Ist billiger. Bin doch nicht blöd.