Hallo,
was wer für was ausgibt, ist zunächst einmal persönliche Geschmackssache, reguliert durch das Budget.
Niemand kann objektiv verstehen, warum ich als blutiger Amateur professionelle Instrumente verwende.
Andererseits habe ich wiederum bestimmte Luxusgüter, welche andere als absolut lebensnotwendig ansehen, nicht im Hause und vor allem nicht auf der Straße.
Wenn wir alle nur das einkauften, was wir bräuchten, um minimal vorwärts zu kommen, dann wären wir alle steinreich.
Niemand muss zu McDonalds gehen, denn ein Butterbrot zuhause ist preiswerter und macht mehr satt. Lustigerweise dürfte es auch qualitativ wertvoller sein. Statt eines teuren Tellers isst man vom Tisch. Teller sind überflüssig. Statt den Teller zu spülen, kann man auch den Tisch putzen. Besteck? Wozu? Wir haben doch gesunde Hände und mit dem Multifunktionswerkzeug lässt sich notfalls auch die Butter aufs Brot streichen. Natürlich kann man sich fragen, wozu das Streichen wiederum gut sein soll, denn einfach einen Klumpen Butter in die Kekshöhle zum Brot hat letztendlich denselben Effekt: im Magen kommt der Kram sowieso zusammen in die Mischmaschine.
Auf dem Dorf habe ich erfahren, dass es Bauern gäbe, welche ohne Unterwäsche auskämen. Dafür gibt so mancher Mensch viel Geld aus. Dann habe ich einen Studenten kennengelernt, der freimütig bekundete, die Universitätstoiletten zu benutzen, um zuhause Papier und Wasser zu sparen - da kann man die Schüssel dann auch gleich noch einsparen. Wer einen Garten hat, braucht auch kein Klo.
Mir ist diese Logik scheißegal.
Ich kaufe das, was mir Spaß macht und wenn ich darauf auch 20 Jahre lang warten muss.
Und mir macht es einfach mehr Spaß, auf Trommeln aus guten Hause zu klopfen, bei denen ich weiß, dass die am Bau Beteiligten meine Sprache sprechen, meine Qualitätskriterien erfüllen und so nahe wohnen, dass ich sie notfalls heimsuchen könnte. All das bietet mir der anonyme Chinese nicht.
Dass ich allzu oft auch auf Letzteren zurück greife, liegt daran, dass ich eben keinen Garten habe und auch lieber vom Teller esse und ähnlich nutzlose Dinge besitze, deren Masse ich mir dann tatsächlich nur noch leisten kann, wenn ich nicht in allen Bereichen auf Top-Qualität setze.
Grüße
Jürgen