Hallo,
mit ungültigen Stimmen drückt man gar nichts aus.
Es gibt bei den ungültigen Stimmen nämlich zwei Hauptgruppen: die kleinere davon sind die echten Komiker, welche den Stimmzettel bewusst leer oder mit Kommentaren abgeben, die größere davon sind diejenigen, welche das mit der Stimmabgabe nicht verstanden haben, z. B. zwei Mal Erststimme (für die Wunschkoalition) vergeben und ähnliche Fehler.
In der Wahlbeteiligung tauchen die ungültigen Stimmen auf und danach nicht mehr.
Aktuell gibt es rund 20 bis 25 % Nichtwähler und von den Wählern dann rund 1 bis 2 % ungültige Stimmen aus verschiedenen Gründen. Für die Zusammensetzung der Legislative üben beide Gruppen keinen Einfluss aus. Die sonstigen Parteien einschließlich NPD und Piratenpartei erreichen insgesamt rund 5 % der abgegebenen gültigen Stimmen.
Die Regierung wird letztendlich in etwa von einem Drittel der Wahlberechtigten legitimiert. Das ist relativ viel.
Ob die Nichtwähler nun sich an einem schönen Sonntag zur Urne quälen oder nicht, hat - bis auf die Wahlbeteiligung - keine Auswirkung. Daher halte ich die bewusste Abgabe einer ungültigen Stimme für den unvernünftigsten Weg. Man hat selbst Aufwand, andere Personen auch und es kommt dabei außer einem müden Lächeln um 18.30 Uhr und einer Schönfärberei der Wahlbeteiligung nichts dabei heraus.
Dass Nichtwähler den status quo stärken, ist einerseits richtig, denn sie lassen andere bestimmen. Andererseits finde ich, dass man es auch akzeptieren muss und kann, wenn jemand der Meinung ist, dass keine der Parteien sinnvollerweise gewählt werden kann. Insbesondere, wenn man sieht, was aus Programmen und Versprechen (keine Steuererhöhung, Steuersenkung, Senkung der Arbeitslosenzahlen, blühende Landschaften, wirtschaftlicher Aufschwung, Reichtum für Alle etc.) nachher tatsächlich wird (da kann man aus der Vergangenheit viel lernen), lässt an dem Sinn von Stimmabgaben zweifeln.
Ich persönlich meine dennoch - vielleicht weil mir einfach nichts besseres einfällt -, dass die (gültige!) Stimmabgabe der bessere Weg ist. Sicher bin ich mir da aber nicht, denn alles, was ich bislang gewählt habe, kann ich nicht mit vollem Herzen unterstützen. Das wäre allerdings auch ein Wunder, denn zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten und es gibt nunmal mehr Meinungen als Parteien.
Grüße
Jürgen