Hallo,
es würde mich nicht wundern, wenn heute die ersten Blogs hinsichtlich Wiederauferstehung erschienen.
Und wer Dieter Nuhr zitiert, sollte sich vielleicht auch mal mit dessen Werk beschäftigen und nicht nur den einen aus dem Zusammenhang gerissenen Satz verwenden, um endlich mal hintenrum beleidigen zu können, ohne dabei selbst als Beleidiger in Erscheinung zu treten. Mit so etwas zeigt der Möchtegern-Insultant, dass er selbst noch viel weniger Ahnung hat und sich noch nicht einmal traut, seine eigene Meinung mit dem eigenen Namen zu unterschreiben.
Vielleicht sollten diese Leute einfach mal die zehn reichsten Personen des Landes anschreiben, um sie gegen die Nichterhebung der Behauptung, ihren Nachwuchs belästigt zu haben, um eine kleine Spende bitten. Scheint ja ein gutes Geschäftsmodell zu sein, wenn man dem ein oder anderen Fan glauben will.
Auch die Vorwürfe, man habe seine Informationen aus Medien wie "Reader's Digest" oder "Bild" entlarfen den Autor. Offensichtlich kennt er diese Werke besser als derjenige, dessen Informationen er aus diesen Werken begründet verdächtigt.
ARD, ZDF, Guardian, BBC, DLF. Dort habe ich über den Verstorbenen erfahren. Mich würde mal interessieren, wie die Fans dazu stehen, wenn jemand ein Kind aus dem Fenster hält. Hierzulande bei Normalsterblichen gilt das als Kindeswohlgefährdung. Bei Fans scheint das ein Auswuchs von Kinderliebe zu sein.
Ich liebe meine Trommeln. Fakt ist, trotz aller Verdächtigungen, dass ich noch mit keiner im Bett war. Das dürfte auf Viele von uns zutreffen. Mit was wir im Bett waren und gekuschelt haben, das sei mal außen vor gestellt. Beim Verstorbenen waren das nach dessen eigener Aussage fremde Kinder und das hat er als "normal" bezeichnet. Ich finde das nicht "normal", sondern a) auffällig und b) verdächtig. Die Fans scheinen da anderer Meinung zu sein.
Ich finde es auch nicht normal, sondern auffällig, wenn man für die Verfügungstellung der Kuschelobjekte Geld entrichtet. Irgendwie riecht das nach Dienstleistung und wer den Geruch nicht riecht, sollte mal an seiner Nase arbeiten. Was im großen Bett tatsächlich geschah, darüber kann man spekulieren. Das ein Mensch, dessen komplette Entwicklung auf Kindesniveau stehen geblieben ist, seine Sexualität erwachsen entwickelt haben soll, halte ich für nicht möglich. Missbrauch und sexuelle Handlungen sind im Übrigen nicht auf die Handlung beschränkt, welche zur Fortpflanzung dient. Das ist ein weites Feld und da scheint es einigen an der Phantasie zu mangeln. Dagegen hat der Verstorbene ja durchaus interessante Blüten getrieben: Leihmutter gegen Entgelt wäre hierzulande nicht nur in katholischen Kreisen auch etwas komisch aufgestoßen. Dort beim Popstar scheint das zu gehen und von den Fans als legitim angesehen zu werden.
Auch die körperlichen Veränderungen gerade weg vom Vater, der den Burschen ja zu dem geprügelt hat, was er später wurde, werden gerne bagatellisiert. Dass damit ein Medi-Dispenser einhergeht, mit dem man nach medizinischer Wahrscheinlichkeit eben etwas früher über den Jordan geht, ist anscheinend dem gemeinen Fan auch nicht so bewusst.
Über Musikgeschmack kann man streiten - und ich meine, dass man es auch darf (wir sind ja hoffentlich keine Pop-Titanen-Diktatur, sonst wird noch Dieter König von Deutschland) - aber über die zweifelhafte Persönlichkeit des Popstars muss man doch als Person der Zeitgeschichte schreiben dürfen. Und dass ein Fan vielleicht mal von der unbefleckten Verehrung runter kommen sollte, um im wahren Leben zu landen, dass sollte man doch dem mündigen Bürger empfehlen dürfen. Die Vergötterung ist ja schon aufgrund des neuen Testaments irgendwie bäh und für einen Atheisten sowieso. Auch andere Religionen finden das meist etwas komisch. Und historisch gesehen führt die Vergötterung ja auch immer zu komischen Gesellschaftsformen mit merkwürdigen und absurden Ritualen und dauert selten lange an.
Ich finde auch, dass man seine Idole der Kindheit im Alter (nach Wachsen der Weisheit) durchaus mal kritisch überprüfen darf. Mir fällt das vielleicht leichter, weil ich keine Idole hatte und habe, aber dennoch sollte man den Schmerz ertragen können, dass auch Vorbilder nur in Teilbereichen Vorbilder sein können und in anderen Teilen sogar das Gegenteil sein sollten.
Michael Jackson ist ein abschreckendes Beispiel dafür, was aus einer schlechten Kindheit werden kann. Wir sollten es als Warnung sehen. Darüber können meiner Meinung nach der vorübergehende pekuniäre Erfolg und ein paar gut gemachte Platten und Videos sowie ausgefeilte Bühnenshows nicht hinweg sehen lassen.
Grüße
Jürgen