Gude Morschen,
immer auf dem Teppich bleiben.
Snare-Tuning ist stets eine gute Sache, wenn sie verstimmt ist.
mit geringen Mitteln etwas aufpäppeln
heißt für mich: zwei Stimmschlüssel nehmen und drehen.
Macht es Sinn, hier in einen neuen Teppich und evtl. Schlagfell zu investieren,
um generell den Sound zu verbessern, oder ist das "Perlen vor die Sau"? Investition sind ja grad mal 20-50 EUR.
Auch die Sau schmückt sich gerne. Alles Geschmackssache.
Meiner Erfahrung nach sind die heute (!) üblichen Werksfelle bei Markenprodukten gar nicht so kriminell schlecht, wie es die MuPo gerne behauptet.
Und auch ein paar Jährchen auf dem Buckel machen nicht mehr so viel aus. Ein nagelneues Fell kehrt immer gut, aber nach ein paar Kehrwochen ist das auch
nicht mehr neu und so klingt es dann eben auch. Für mich ist übrigens das wohlklingenste Fell oben (mit einem Standard-Preis) das Remo namens Ambassador
mit der weihnachtlichen Beschichtung, die bei mir übrigens erstaunlich lange hält, was bei mir früher übrigens nicht so war. Ich habe da inzwischen eine böse
Hypothese, wie es zu den berühmten Abnutzungen kommt, die will aber garantiert keiner hören.
Jedenfalls ist das Genera Dry klanglich tatsächlich so secco, wie das Wetter im Moment. Wenn es der Standard von Evans sein darf, dann wäre es das G1 mit
der winterlichen Beflockung, die auch im Lichte persilweiß erscheint. Untenherum würde ich tatsächlich grundsätzlich etwas mit 3 mil nehmen, also das genannte
300er von Evans oder eben das Hazy Ambassador von Remo oder halt auch dasselbe in Wasserklar von Aquarian.
Grundsätzlich wechsle ich Felle aber nur, wenn sie kaputt sind oder ein hifi-esker Anlass (Studio) oder irgendein Jubeljahr ansteht. Das Publikum hat sich noch
nie über meine Felle beschwert, übrigens beim Max Weinberg auch noch nicht. Bei dem habe ich mal im Interview gelesen, dass er den Klang der alten Felle mag.
Man könnte sagen, sie sind von der Natur getrocknet (klanglich). Das ist billiger als ein neues vorgetrocknetes Fell zu kaufen und klingt im Zweifel immer noch
lebendiger.
Oder besser sparen und gleich eine gute Gebrauchte (SLP oder so) zulegen.
Das modische SLP-Zeug kenne ich nicht, in der Tat würde ich mir überlegen, ob mir die vorhandene Trommel gefällt.
Falls nicht, würde ich mir eine kaufen, die mir gefällt. Ob die dann neu oder gebraucht ist, entscheidet der Geldbeutel und die Verfügbarkeit auf dem Markt.
Als Sidesnare (für bissl Abwechslung) wollte ich mal diese testen: Millenium Kupfer
Für den Preis kann man da auch nicht viel falsch machen.
Für den Preis kann man auch schon eine halbe gebrauchte Profi-Trommel kaufen. Von daher
ist das halt auch die Frage, ob man es will oder braucht. Ich habe tatsächlich irgendwo so ein dekoratives Baby (Sonor Jungle in 10" x 2"), die habe ich tatsächlich
immer mal im Einsatz gehabt, wenn ich sie nicht gehabt hätte, wäre es aber auch niemandem (außer mir) aufgefallen. Das muss man wissen.
Dass ich von der berühmten Schmiede M. nichts kaufe, ist Religion, andere schwören ja auf das ehemalige Credo eines bekannten Elektroartikelverkäufers mit
fachunkundigem Personal, aber so ist das halt, lediglich Atheisten verweisen darauf, dass die Zweittrommel an der Seite eher etwas Okkultes ist.
Beim Teppich nehme ich immer den, der drauf ist.
Bei mir wäre es auch schwer, einen anderen drauf zu machen, das würde nicht passen.
Es ist auch immer die Frage, was man will und braucht (muss heute schon mal einer gesagt haben).
Wenn mir das Geraschel zu wenig sinfonisch klingt oder gar in den hellsten Tönen daneben kreischt,
dann kann man mal nachdenken, wie man das beseitigt. Wenn es aber dezent so ist, dass man sich
noch nie darüber aufgereht hat, dann frage ich ketzerisch: why change a running system?
Grüße
Jürgen